Elektro-Einser ist die Vorstufe zum Megacity Vehicle der Zukunft

Das bereits früher als Studie gezeigte Elektrofahrzeug ActiveE wird von BMW 2011 in den Feldversuch geschickt. Der Einser ohne Verbrennungsmotor beinhaltet die Vorserientechnik eines für 2013 geplanten ,Megacity Vehicle", kurz MCV, eines Fahrzeugs für großstädtische Ballungsräume. Das MCV will BMW unter einer eigenen Submarke lancieren. Der ActiveE wird auf dem Genfer Autosalon vom 3. bis 13. März 2011gezeigt.

In Leipzig gebaut
Vom ActiveE werden insgesamt 1.000 Exemplare in Leipzig gebaut. Erprobt werden sie in den USA, Europa und China. Der Elektro-BMW entwickelt eine Leistung von 170 PS und ein Drehmoment von 250 Newtonmeter. Damit kann er in neun Sekunden von null auf 100 km/h sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 145 km/h limitiert. Der Lithium-Ionen-Energiespeicher soll eine Reichweite von rund 160 Kilometer ermöglichen.

Außen und innen weitgehend unverändert
Innen und außen erinnert der ActiveE größtenteils an ein typisches Einser-Coupé. In der Motorhaube sitzt ein Powerdome, hinten fehlt ein Auspuffrohr und dessen Aussparung in der Heckschürze. Eine silber-blaue Akzentkante soll auf die Emissionslosigkeit hindeuten. Auf die Felgen sind rollwiderstandsoptimierte Reifen aufgezogen. Vier Personen haben innen Platz. Der Kofferraum schrumpfte auf 200 Liter – zugunsten des Antriebs: Die E-Maschine mit Getriebestufe und Leistungselektronik sitzt direkt auf der Hinterachse und wiegt unter 100 Kilogramm.

Batterien überall verteilt
Der eigentliche Motorraum wurde umfunktioniert. Vor der Spritzwand sitzt ein Teil des Energiespeichers. Die restlichen Batterien lagern im modifizierten Tunnel des ursprünglichen Antriebsstrangs unter dem Fahrzeug. Auch der Winkel der Mittelkonsole wurde geändert, um Batterieplatz zu schaffen. Der Kraftstofftank musste ebenfalls Batterien weichen. Obwohl BMW sich in Leichtbau übte, bringt der Elektro-Einser satte 1.800 Kilogramm auf die Waage.

Instrumente an Elektro-Antrieb angepasst
Perlgraue Ledersitze mit blauen Kontrastnähten, weiße Interieurleisten sowie schwarze und blaue Akzente prägen den Innenraum. Die Instrumente sowie das Bediensystem iDrive wurden an das elektrische Antriebskonzept angepasst. So wird beispielsweise keine Motordrehzahl angezeigt, sondern wie viel Energie momentan aus der Batterie entnommen wird.

Energiesparmodus und Rekuperation
Im Energiesparmodus ,Eco Pro" wird beim Beschleunigen weniger Energie gezapft und auch die Klimaanlage läuft energiesparender. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal, arbeitet der Elektromotor als Generator, bremst das Fahrzeug ab und speist Energie in die Batterien. Das soll die Reichweite um bis zu 20 Prozent erhöhen.

Flexibel aufladen
Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien – ausgestattet mit einer eigenen Flüssigkeitskühlung – können mit Strom unterschiedlicher Stärke aufgeladen werden. ,Getankt" wird üblicherweise über eine Starkstrom-Ladestation im Haus des Nutzers. Mit 32 Ampere Stromstärke ist der ActiveE nach BMW-Angaben in vier bis fünf Stunden voll geladen. Eine Stunde soll eine Reichweite von ungefähr 40 Kilometer bewirken. Alternativ können öffentliche Ladestationen verwendet werden – oder aber Haushaltssteckdosen, die den Speicher über Nacht vollständig wiederaufladen.

Fernbedienung über iPhone-App
Mit der Applikation BMW MyRemote für das iPhone kann das Angebot von BMW ConnectedDrive genutzt werden. Die integrierten Fernfunktionen umfassen das Ver- und Entriegeln, die Aktivierung von Hupe oder Lichthupe zum Auffinden des Fahrzeugs oder etwa einen CarFinder zur Suche in einem Umkreis von bis zu 1.000 Metern. Beim ActiveE können zusätzlich der Ladezustand oder die nächsten Ladestationen abgefragt werden. Zudem lassen sich Innenraum und Energiespeicher aufheizen oder abkühlen. Darüber hinaus wird die Fahrzeughistorie – Angaben zu Streckenlängen, Ladezeiten und -verhalten – im Rahmen des Feldversuchs an den Hersteller übermittelt.

1.000 mal 170 PS