Mercedes C 63 AMG Coupé Black Series: Halb Rennbolide, halb Straßensportler

Ein AMG-Schriftzug auf dem Heck eines Mercedes weist dezent darauf hin: Hier kommt der Stärkste seiner Modellreihe. Die schweren Fahrzeuge werden von den Ingenieuren aus Affalterbach auf Sportlichkeit getrimmt. Die Wurzeln des Mercedes-Tuners liegen im Motorsport. Um den Technik-Transfer von der Rennstrecke auf die Straße zu verdeutlichen, baut AMG seit 2006 auf Basis der Serienfahrzeuge die Black Series – eine Mischung aus rennstrecketauglichen Boliden und Supersportwagen mit Straßenzulassung. Der jüngste Spross der Sonderlinie ist das C 63 AMG Coupé Black Series – die stärkste C-Klasse aller Zeiten.

Bulliger Auftritt
Optisch erkennt man die Black-Series-Version im Vergleich zur Serien-C-Klasse von AMG vor allem an den markanten Lufteinlässen auf der Motorhaube. Die Kotflügel des Coupés wurden vorne um 28 Millimeter und hinten um 42 Millimeter verbreitert Angedeutete Luftaustrittsöffnungen hinter den Radausschnitten erinnern an Rennsportfahrzeuge. Am unteren Frontbereich befindet sich ein schwarzer Splitter, der durch schwarze Leisten an den Seitenschwellern fortgeführt wird.

Optional auch mit Karbon-Heckflügel
Der schwarze Diffusor am Heck der Black Series ragt ein kurzes Stück über das Profil hinaus. Die in Wagenfarbe lackierte Abrisskante am Kofferraumdeckel soll den Auftrieb an der Hinterachse reduzieren. Optional kann das Coupé mit einem feststehenden Karbon-Heckflügel mit verstellbarem Flügelblatt geordert werden. Serienmäßig steht die C-Klasse auf 19-Zoll-Leichtmetallrädern. Am Heck prangt neben dem AMG-Schriftzug der Zusatz ,Black Series". An beiden vorderen Kotflügeln sind die Ziffern 6.3 angebracht – ein dezenter Hinweis auf den Motor, der im Bug der Sonderlinie schlummert.

V8-Sauger mit 517 PS
6.3 steht dabei stellvertretend für einen Achtzylinder mit 6.208 Liter Hubraum – AMG rundet hier das Volumen auf. Der Saugmotor kommt auch beim normalen C 63 AMG zum Einsatz, wird in der Black Series aber speziell verfeinert. Schmiedekolben, Pleuel und die Leichtbau-Kurbelwelle sind aus dem SLS AMG und werden von einem neuen Motorsteuergerät dirigiert. Die Leistung des V8-Motors steigt dadurch von 457 auf 517 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 620 Newtonmeter – 20 mehr als zuvor. Damit beschleunigt der V8-Motor den Zweisitzer in 4,2 statt den bisherigen 4,4 Sekunden von null auf Tempo 100. Die Black Series wird nicht wie üblich bei 250 Stundenkilometer abgeregelt. Die genaue Höchstgeschwindigkeit wurde laut AMG aber noch nicht ermittelt, sie soll bei über 300 km/h liegen. Eine MCT-Siebengang-Sportautomatik überträgt die Kraft des 6,2-Liter-Saugers auf die Hinterräder.

Individuell einstellbares Gewinde-Sportfahrwerk
Für eine bessere Performance auf der Rennstrecke soll eine optimierte Kühlung sorgen. Dafür wurde unter anderem die Kühlfläche des Ölkühlers um 50 Prozent vergrößert. Mit Hilfe eines AMG-Gewinde-Sportfahrwerks kann der Fahrer sein persönliches Setup wählen. Je nach Fahrsituation lässt sich zudem das ESP in drei verschiedenen Stufen einstellen – ,ESP ON", ,Sport Handling Mode" und ,ESP OFF". Gebremst wird der Bolide durch eine AMG-Hochleistungs-Bremsanlage wie sie auch im E 63 AMG zum Einsatz kommt. Rot lackierte Sechs-Kolben-Festsättel vorne und Vier-Kolben-Festsättel hinten sollen für eine optimale Verzögerung der rundum belüfteten und perforierten Bremsscheiben sorgen.

Serienmäßig ohne Rückbank
Das Black-Series-Coupé ist serienmäßig mit nur zwei Sportschalensitzen ausgestattet. Die Amis bekommen andere Sitze, da die Schalen in den USA nicht zugelassen sind. Aufgrund der Gewichtsreduzierung wurde auf eine Rückbank verzichtet. Wer dennoch auf vier Sitze besteht, bekommt das schwarze Sportgestühl mit Einzelsitzanlagen gegen Aufpreis auch im Fond. Bereits im 2007er CLK Black Series verzichtete Mercedes auf den Einbau der Rücksitzbank. Rote Sicherheitsgurte und rote Ziernähte im kompletten Innenraum sorgen für einen farblichen Kontrast. Das Sport-Lederlenkrad ist oben und unten abgeflacht. Dahinter verbergen sich Aluminium-Schaltpaddles, die einen manuellen Gangwechsel ermöglichen.

Marktstart: Januar 2012
Das neue C 63 AMG Coupé Black Series ist das insgesamt vierte Modell der Sonderlinie. Den Start machte 2006 der 400 PS starke SLK 55 AMG Black Series. 120 Exemplare wurden vom Roadster produziert. 2007 erschien der bereits erwähnte CLK 63 AMG Black Series mit 507 PS – 700 Fahrzeuge verließen das Werk in Affalterbach. Das vorläufige Highlight der Black-Series-Reihe ist eine schärfere Version des SL 65 AMG. Der Zwölfzylinder hat 670 PS und ein maximales Drehmoment von 1.000 Newtonmeter. Insgesamt 350 Fahrzeuge wurden gebaut. Der Marktstart für das C 63 AMG Coupé Black Series ist für Januar 2012 geplant. Der Einstiegspreis beträgt 115.430 Euro.

C 63 AMG Black Series