Go! und Tex als Konzepte für das Kleinwagensegment

Bereits seit Jahrzehnten besteht zwischen der Designer-Legende Giorgio Giugiaro und VW eine enge Verbindung. Der Italiener war an der Gestaltung des ersten Golfs von 1974 beteiligt, auch der erste Scirocco geht auf sein Konto. Im Sommer 2010 wurde die Firma Italdesign Giugiaro von VW übernommen. Erste Früchte der Zusammenarbeit können nun auf dem Genfer Autosalon (3. bis 13. März 2011) bewundert werden.

Zwei Prototypen im gleichen Format
Präsentiert werden der Go! und der Tex. Beide Fahrzeuge basieren auf dem so genannten modularen Quer-Baukasten (MQB) von VW, der ab 2012 zum Einsatz kommt. Diese Struktur kann verschiedene Antriebe aufnehmen. Die Giugiaro-Prototypen sollen eine Interpretation der VW-Zukunftsmodelle im Polo-Segment darstellen, was sich bereits an der Größe zeigt: Beide Studien sind 3,99 Meter lang. ,Für unser Debüt in der VW-Gruppe haben wir versucht, uns die Volkswagen-Modelle der Zukunft vorzustellen, also Autos, die vorwiegend für den Stadtverkehr gedacht sind", sagt Giorgio Giugiaro über die beiden Kreationen.

Für die Stadt
Der Go! ist als Minivan gedacht. Der Radstand von 2,70 Meter entspricht dem des Passat und soll großzügige Platzverhältnisse ermöglichen. Das Kofferraumvolumen beträgt zwischen 400 und 525 Liter. Das Außendesign ist entgegen dem aktuellen Trend durch große Glasflächen geprägt. Die A-Säule wurde im Vergleich zu ihrer herkömmlichen Position weit nach vorne verschoben, Heckkameras ersetzen die Außenspiegel. Besonders auffällig sind die Seitenfenster: Sie führen bis unter die Gürtellinie, die sehr hoch angesetzt ist und teilweise durch die Fensterscheiben verläuft. Nur der untere Teil der Fenster kann elektrisch heruntergefahren werden, um Gewicht zu sparen. Trotzdem sollen Handlungen wie das Bezahlen an einer Mautstelle laut Giugiaro problemlos möglich sein.

Vereinfachter Zugang
Der Zugang zu den hinteren Sitzen erfolgt durch ein ausgeklügeltes System, das die Tür nach außen und parallel zum Fahrzeugkörper nach hinten schiebt. Die Mechanik ermöglicht die Vorteile einer Schiebetür ohne Schienen auf der Karosserie, zudem findet in der Tür eine Armlehne Platz. Zum Einladen von Gepäck lässt sich die Heckklappe elektrisch öffnen und schließen, per Sensor unterhalb des Stoßfängers reicht eine Fußbewegung zum Öffnen. Die hinteren Sitze können elektrisch und fernbedient heruntergeklappt werden. Zwischen den Vordersitzen befindet sich eine Konsole, die als Ablage oder Armlehne dient. Sie kann ganz zurückgeschoben werden und ermöglicht dem Fahrer den Ausstieg auf der Beifahrerseite. Den Antrieb übernimmt ein elektrisches System, mit dem der Go! rund 240 Kilometer weit kommen soll.

Scirocco im Kleinformat
Ein Sportwagen im Polo-Format ist der Tex. Er ist mit 1,35 Meter recht niedrig und und mit 1,75 Meter recht breit. Das zweitürige Coupé steht auf Rädern im 19-Zoll-Format. Windschutzscheibe und Dach bilden ein großes Glaselement, welches sich elektronisch verdunkelt. Die Heckscheibe wird durch Spoiler aufgeteilt, im unteren Bereich befindet sich der Scheibenwischer. Das Armaturenbrett ist vom Kardantunnel getrennt, beide Rücksitze sind voneinander unabhängig umklappbar. Der Tex ist mit einem Hybrid-Plug-in-System ausgerüstet. Es verbindet einen 1,4-Liter-Turbobenziner mit einem 115 PS starken E-Motor. Bei kombiniertem Gebrauch steht ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter bereit. Die Kraft wird von einem Siebengang-DSG auf die Hinterräder übertragen. Rein elektrisch kommt der Tex 35 Kilometer weit. Der Sprint von null auf 100 km/h erfolgt in sechs Sekunden, maximal sind 220 km/h möglich.

Italo-Chic für VW