Die Highlights aller Konzern-Marken auf dem Genfer Autosalon

Schon traditionell veranstaltet der Volkswagen-Konzern im Vorfeld großer Automessen einen Premierenabend, auf dem die Neuheiten der internationalen Presse gezeigt werden. Auch am Vorabend des ersten Pressetags des Genfer Autosalons (3. bis 13. März 2011) war es wieder soweit. Getreu dem Veranstaltungsort war die Veranstaltung mit ,L'Esprit des Marques" betitelt, zu Deutsch ,der Geist der Marken". Die Konzernmarken VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Lamborghini, Bentley und Bugatti hatten Erwartetes, aber auch Überraschendes mit in die Schweiz gebracht.

Prominente Gesichter
Den Abend eröffnete VW-Pressesprecher Stephan Grühsem, der zunächst die Prominenz im Publikum begrüßte, darunter VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sowie den Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Anschließend wurden die neuen Modelle vorgestellt. Jede Marke zeigte dabei nur eines ihrer Messe-Highlights.

Ein fahrerloser TT
So kam bei Audi nicht, wie vermutet, die Studie des kommenden A3, sondern ein automatisch fahrender TT auf die Bühne: Markenboss Rupert Stadler erklärte, dass dieses Auto seinen Weg ganz ohne Fahrer gefunden hatte. Dennoch bliebe der Pilot aber natürlich wichtig – und um das zu demonstrieren, lenkte Stadler den weißen TT dann selbst von der Bühne.

Jongleure und ein T5-Sondermodell
Es folgte die Nutzfahrzeugsparte, deren Highlight ein Sondermodell des VW T5 war, das auf den Namen Multivan Edition 25 hört. Fast mehr Aufmerksamkeit erregte dabei die Truppe junger Jongleure, die dem Bulli entstieg und ihr Können zeigte. Nutzfahrzeugchef Wolfgang Schreiber kündigte zudem für April 2011 eine neue Topversion des T5 an, mit einem 200 PS starken Turbobenziner. Auf der Messe in Genf würde zudem ein ungewöhnlicher Amarok gezeigt, ,wie man ihn auch gestalten kann."

Ballett und Hybrid bei Porsche
Weiter ging es mit Porsche. Zuerst fuhr ein so genannter Lohner-Porsche vor, das angeblich erste Hybridfahrzeug der Welt aus dem Jahr 1900. Weiß gekleidete Balletttänzer bildeten mit ihren Körpern anschließend die Karosserie eines Panamera nach. Dann präsentierte Porsche-Chef Matthias Müller den Panamera S Hybrid. Trotz einer Systemleistung von 380 PS soll der sportliche Viertürer nur 6,8 Liter Sprit pro 100 Kilometer verbrauchen.

Design-Ausblick mit Seat-SUV
Seat ließ schwarz gekleidete Tänzer auftreten, die im Dunkeln leuchtende Keulen schwangen. Zum Schluss zeigten sie einen leuchtenden weißen Pfeil – ein Hinweis auf das neue Arrow-Design der spanischen Marke. Dann präsentierte Seat-Boss James Muir die SUV-Studie IBX. Das Fahrzeug gibt bereits einen Vorgeschmack auf die Optik künftiger Seat-Modelle. Von einem Plug-in-Hybridsystem angetrieben, soll das Auto nur 2,9 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Bentley und Bugatti: Neu und alt vereint
Ein neues Gesicht auf dem Konzernabend war Wolfgang Dürheimer, der sein Amt als Chef von Bentley und Bugatti erst zum 1. Februar 2011 angetreten hat. Eingeleitet von klassischen Streicher-Melodien fuhr ein Bugatti 75C Atalante mit Rechtslenkung vor. Beifahrer Dürheimer stieg aus und lobte den Klassiker. Dann bat er auch seinen Chauffeur auf die Bühne – seinen lang gedienten Vorgänger Franz-Josef Paefgen. Mit dem Sondermodell eines Continental SuperSports Cabrio erinnert Bentley an den Geschwindigkeitsrekord, den die Marke kürzlich in Skandinavien auf Eis erzielte: ein 630 PS starkes Coupé 330,7 km/h fuhr schnell.

Der neue Super-Lambo
Einer der Höhepunkte war die Vorstellung des Lamborghini Aventador LP 700-4, die Marken-Chef Stephan Winkelmann übernahm. Der Murciélago-Nachfolger wird von einem 6,5-Liter-V12 mit 700 PS angetrieben. In 2,9 Sekunden soll der Aventador den Sprint auf Tempo 100 schaffen – und das bei um 20 Prozent verringerten CO2-Emissionen.

Skoda-Studie Vision D
Vier Tänzerinnen in Rüschenrock brachte Skoda auf die Bühne. Anschließend gab es mit dem Vision D die Studie eines Kompaktwagens mit sehr kantigem Design zu sehen. Um einen Vorgeschmack auf den neuen Octavia soll es sich dabei nicht handeln. Ab 2012 will die tschechische VW-Tochter im Schnitt jedes halbe Jahr ein neues Modell präsentieren – ein ehrgeiziges Ziel.

Giugiaro-Studie im VW-Outfit
Auch die Übernahme der italienischen Designschmiede Giugiaro fand ihre Würdigung. Als erstes Exempel rollte ein coupéartiger, 3,99 Meter kurzer Kleinwagen mit dem Namen Tex auf die Bühne. Für die Messe wurde ein weiteres Designerstück angekündigt, das auf dem Giugiaro-Stand zu sehen sein soll, ein Kompakt-SUV.

Der neue Bulli als krönender Abschluss
Das Highlight des Abends wurde bis fast zum Schluss aufgehoben: der neue VW Bulli. Jugendliche tanzten zu Rockmusik, sekundiert von einem Trampolinspringer und BMX-Radlern. Dann präsentierte Entwicklungsvorstand Urich Hackenberg das Auto und gratulierte de Silva zu dem Retromobil. Konzernchef Martin Winterkorn beschloss den Abend mit einem Ausblick. 2010 sei das erfolgreichste Geschäftsjahr der Konzerngeschichte gewesen und 2011 würde wohl ebenfalls ,ein solides und gutes Jahr" werden.

VW-Premieren in Genf