Genf 2011: 700-PS-Supersportler soll auch zum Reisen taugen

Gezähmt, aber dennoch schnell wie der Blitz: Die Sportwagenmanufaktur Gumpert präsentiert auf dem Genfer Autosalon vom 3. bis zum 13. März 2011 die Designstudie des neuen Modells Tornante. Der Supersportwagen soll 2012 in Serie gehen, hat 700 PS und hüllt seine hochkarätige deutsche Technik in ein aerodynamisch effizientes Gewand aus Italien.

V8-Biturbo-Hammer
Bei der Technik des Tornante stand der seit 2005 gebaute Apollo Pate. Vom ihm stammt unter anderem der von Audi beigesteuerte 4,2 Liter große V8-Biturbomotor, der in der Basisversion 700 PS leistet. Weil das Fahrzeug ein ,Fast Tourer" sein soll, verordnete Gumpert dem Aggregat eine höhere Alltagstauglichkeit. 900 Newtonmeter Drehmoment sorgen für Durchzug, die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller vage mit ,über 300 km/h" an.

Mehr Alltagstauglichkeit als ein Apollo
Ebenfalls vom Apollo kommt der Chrom-Molybdän-Stahl-Rahmen mit Mittelmotoranordnung und eingebetteter Karbon-Sicherheitszelle. Weil neben dem Supersportler-Charakter auch Reisetauglichkeit gefordert war, wurden einige Dinge verändert. So senkte Gumpert die Seitenelemente des Chassis im Bereich der Türen um acht Zentimeter. Die A-Säulen und die Windschutzscheibe drehten die Ingenieure vertikal um 2,5 Grad. Um zehn Zentimeter nach hinten versetzte B-Säulen machen Platz für 1,12 breite Flügeltüren. Die Sitzposition der Passagiere fällt höher und damit bequemer aus. Mit 1,21 Meter ist der Tornante etwas höher als der Apollo. Das Platzangebot für Reisende erhöhte sich laut Hersteller um 25 Prozent, das Kofferraumvolumen stieg auf 200 Liter. Einen weiteren Komfortgewinn soll unter anderem eine Schall- und Hitze-Isolierung zwischen Fahrgast- und Motorraum bringen.

Aerodynamisch effiziente Karosserie
Die Verbundstoff-Karosserie des Tornante wurde vom italienischen Designbüro Touring Superleggera gestaltet. Die Aufgabe lautete, neben der Rennstreckentauglichkeit auch ein Plus an ,Raum, Eleganz und Komfort" sicherzustellen. Das von Grund auf neu gestaltete Kleid sollte nicht nur toll aussehen, sondern auch aerodynamisch effizient sein. Ausgeprägte Kotflügel prägen das Äußere. Ein Diffusor soll Abtrieb generieren und dem Sportwagen eine bessere Bodenhaftung bescheren. Während Gumpert beim Chassis Änderungen vornahm, damit der Tornante nicht zum puren Rennwagen wird, mussten die Italiener bei der Außenhaut auch auf ausreichend praktische Lösungen für den Alltag achten.

Über 400.000 Euro teuer
Serienmäßig wird der Tornante mit dem Paddleshift-Getriebe TT40e ausgerüstet, das bereits optional für den Apollo angeboten wird. Er spendet auch das Fahrwerk mit Doppelquerlenkern, welches an die Aufgabe im Fast Tourer angepasst wurde. Vorne rollt der Sportwagen auf 19-Zöllern, hinten auf 20-Zöllern. Für den Grip sorgen Reifen im Format 265/35 beziehungsweise 345/30. Je nach Ausstattung wiegt ein Tornante zwischen 1.300 und 1.400 Kilogramm. Die Basisversion wird laut Gumpert preislich oberhalb des mindestens rund 400.000 Euro teuren Apollo angesiedelt sein. Parallel ist auch eine Variante mit alternativem Antrieb vorgesehen.

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