Audi-Testwagenfahrer zerstört RS3 Sportback

Die Testwagenpiloten der großen Autokonzerne gelten als furchtlose Fahrer, die neue Modelle in extremen Lagen auf Herz und Nieren prüfen. In Unterschleißheim in München ging nun am Rande des dortigen Flugplatzes ein Audi-Test gründlich in die Hose.

Falsch gebremst?
Das Missgeschick des Audi-Fahrers wird denn auch im Polizeibericht ausführlich erwähnt: ,Im Rahmen einer Serie von Testfahrten in unterschiedlichen Bremssituationen, insbesondere mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, befuhr am Dienstag, 02.08.2011, gegen 09.45 Uhr, ein 33-Jähriger mit einem Pkw Audi RS 3 die Teststrecke in der Ferdinand-Schulz-Allee in Oberschleißheim. Er fuhr mit einer geschätzten Geschwindigkeit von zirka 140 bis 180 km/h. Aus noch unbekannter Ursache verlor der 33-jährige Testfahrer die Kontrolle über den Audi. Dieser driftete nach links, stieß gegen die dortige Doppelleitplanke, durchbrach dann den Maschendraht- und anschließend den Holzzaun des angrenzenden Grundstücks einer Jugendbegegnungsstätte", heißt es in den Polizeiakten.

Knapp an der Katstrophe vorbei
Offenbar hatten aber alle Beteiligten noch Glück im Unglück, wenn man dem Polizeibericht weiter folgt: ,Der Audi schoss nach Zeugenangaben förmlich in hohem Bogen in Richtung Biotopteich, der auch zum Baden genutzt werden kann, und kam längs zu diesem auf der Biotopumgrenzung zum Stillstand. In diesem Bereich des Grundstücks befanden sich zum Unfallzeitpunkt keine Kinder und Jugendlichen. Diese hatten sich im angrenzenden Zeltlagerbereich aufgehalten." Der 33-jährige Fahrer des Testfahrzeuges konnte den 340 PS starken RS3 Sportback unverletzt verlassen.

Optimistisch geschätzt
Insgesamt soll ein Schaden von rund 120.000 Euro entstanden sein, wovon zirka 80.000 Euro auf das Auto entfallen. Hier scheint die Polizei aber etwas zu optimistisch geschätzt zu haben, denn ein Audi RS3 Sportback kostet im Serienzustand nur 50.000 Euro. Vermutlich ergibt sich die höhere Summe aus der Tatsache, dass es sich um einen speziellen Prototypen mit Messtechnik handelt. Inwieweit das Biotop durch auslaufende Betriebsflüssigkeiten des Audi verunreinigt worden ist, muss noch untersucht werden. Die Nutzung des Testgeländes wurde bis auf weiteres untersagt.

Bildergalerie: Crash im Biotop