Brüderle ruft Benzin-Gipfel am 8. März ein

Wird die Einführung von E10-Super gestoppt oder nicht? Der Verband der deutschen Mineralölwirtschaft (MWV) hat Berichte zurückgewiesen, nachdem die Einführung des neuen E10-Kraftstoffs gestoppt werde.

Geringe Nachfrage nach E10-Sprit
Die Einführung von Super E10 laufe entsprechend der gesetzlichen Vorgaben weiter. Die dramatisch geringe Nachfrage nach Super E10 beim Endkunden zwingt laut MWV die Raffinerien dazu, ihre Produktion anzupassen. Die Tanklager würden mit E10-Kraftstoff überquellen, während nicht genügend Super Plus bereitgestellt werden kann. Selbst mehrere Belieferungen am Tag würden an einigen Tankstellen nicht reichen, um die hohe Nachfrage nach E5-Kraftstoff zu decken. Sowohl die Produktionsmöglichkeiten der Raffinerien als auch der Anzahl der zur Verfügung stehenden Tanks seien begrenzt. Jede Alternative zu den beiden ,Versorgungsschienen" E10 und Super Plus hätte dem Verband zufolge höhere Kosten für den Verbraucher zur Folge. Bislang sind nach Verbandsangaben rund 45 Prozent aller Tankstellen in Deutschland auf E10 umgestellt worden. Die Mineralölindustrie werde sich nicht von der E10-Einführung zurückziehen.

ADAC fordert Aufklärung der Autofahrer
Harte Kritik an den Mineralölkonzernen kommt von Automobil- und Umweltclubs. Der ADAC fordert ein Ende des Verwirrspiels um E10. Nach Ansicht des Automobilclubs ist die Verunsicherung der Autofahrer der Folge einer fehlerhaften Markteinführung. ,Verantwortlich für das kolossale Durcheinander an den Zapfsäulen sind sowohl die Mineralölkonzerne als auch die Fahrzeughersteller, die die Einführung von E10 nur halbherzig begleitet haben. Damit muss jetzt Schluss sein", so ADAC-Präsident Peter Meyer. Die Automobilhersteller müssten ihre Kunden schriftlich über das Kraftfahrt-Bundesamt aufklären, ob ihr Auto E10 verträgt oder nicht. Zugleich dürfe die Bestandsschutzregelung für das ,klassische" E5-Super nicht ausgehöhlt werden.

Schadet der Biosprit der Umwelt?
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weist auf die Umweltschäden durch die Produktion von E10 hin. Die angeblich positive Energie- und Klimabilanz des Biosprits beruhe auf höchst fragwürdigen Annahmen, so der BUND. Unter anderem besteht die Gefahr der Verdrängung des Pflanzenanbaus für die Ernährung.

Krisengipfel bei Brüderle
Unterdessen hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle angekündigt, alle Beteiligten zu einem Treffen einzuladen: ,Fakt ist, dass die Verbraucher völlig verunsichert sind", so der Minister. Am 8. März 2011 findet ein E10-Krisengipfel im Wirtschaftsministerium statt. Hierzu hat Brüderle seine Ministerkollegen Ramsauer (Verkehr), Röttgen (Umwelt) und Aigner (Landwirtschaft) eingeladen. Zudem nehmen Verbrauchervertreter und die Verbände der Automobil-, Kraftstoff- und Landwirtschaft teil.

Bildergalerie: Aktuelles zum E10-Chaos