,Sport Electric": Kleiner Strom-Sportwagen schafft 250 km/h Spitze

Ein knappes Jahr nach der Auslieferung der ersten Exemplare des Modells GT tanzt Artega auch den Electric Boogie. In der bekannten Hülle des Sportwagens brachte das Unternehmen aus Delbrück einen Antrieb unter, der mit Strom statt Benzin funktioniert. Nicht zum Nachteil der Fahrleistungen: Der Artega SE beschleunigt schneller als der GT. Auf dem Genfer Autosalon vom 3. bis 13. März 2011 wird der neue Strom-Sportler präsentiert.

Eindrucksvolle Beschleunigung
Wie beim GT, der von einem 300 PS starken 3,6-Liter-Sechszylinder aus dem VW-Regal befeuert wird, werden auch beim SE die hinteren Räder angetrieben. Links und rechts erledigt die Aufgabe jeweils ein unabhängig arbeitender Elektromotor. 280 kW (380 PS) leistet der E-Antrieb. Genug, um das in 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen. Der konventionelle Bruder GT braucht 0,5 Sekunden länger. Mindestens 250 km/h schnell soll der SE – das Kürzel steht für ,Sport Electric" – laufen.

Bis zu 300 Kilometer Reichweite
Die beiden Elektromotoren erhalten ihren Saft von Lithium-Ionen-Polymerzellen, die in Modulen zusammengefasst sind. Zwölf Module sitzen im Heck, vier vorne. Zusammen wiegen sie 310 Kilogramm. Dazu kommen die 150 Kilogramm des Elektroantriebs. Die Batterien sind wassergekühlt und leisten 37 Kilowattstunden bei einer Spannung von 350 Volt. Die Reichweite soll bis zu 300 Kilometer betragen, bei ,normaler Fahrweise" immerhin noch 200 Kilometer. Strom getankt werden kann an einem regulär gesicherten Haushalts-Elektroanschluss. Je nach Ladeleistung sollen komplett leere Batterien in 90 Minuten aufgeladen sein.

Etwas schwerer als der GT
Der Artega greift konzeptionell auf die Mittelmotorbauweise des GT zurück. Die Gewichtsverteilung – 47 Prozent lasten vorne, 53 Prozent hinten – ist identisch. Allerdings hat der SE etwas mehr zu schleppen: 1.400 statt 1.285 Kilogramm bringt er auf die Waage. Laut Artega wurden Bremsen und Fahrwerksdämpfung angepasst.

Rekuperation stufenlos einstellbar
Stufenlos eingestellt werden kann der Grad der Rekuperation. Sie tritt ein, wenn das Beschleunigungspedal losgelassen wird. Maximal 75 kW sind möglich. In der niedrigsten Einstellung tritt das ,Segeln" ein, bei dem das Fahrzeug so gut wie nicht abgebremst wird und einfach weiterrollt. Über den Energiefluss, die Geschwindigkeit, die Reichweite sowie den Batterieladezustand informiert den Fahrer das für den SE neu gestaltete Kombiinstrument, das aus Digital- uns Analoganzeigen besteht. 178.500 Euro soll der Artega SE kosten. Den konventionellen GT gibt es ab 83.900 Euro.

Electric Boogie