Studie eines neuen Minivans weist in die Zukunft

Sie heißen Opel Meriva, Hyundai ix20 oder ganz neu Ford B-Max: Das Segment der Minivans ist im Kommen. Einzig VW hat hier noch nichts zu bieten. Doch auf dem Genfer Automobilsalon (3. bis 13. März 2011) warten die Wolfsburger mit einer nostalgisch angehauchten Zukunftsstudie auf.

Comeback des Bulli
Die Neuauflage des legendären VW Bulli ist mit einer Länge von 3,99 Meter rund 30 Zentimeter kürzer als das Vorbild aus den 1950er-Jahren. Die Breite beträgt 1,75 Meter, die Höhe 1,70 Meter. Markant sind die im Verhältnis zur Fahrzeugbreite großen Spurweiten von jeweils 1,50 Meter. Wie einst der Samba-Bus, trägt auch der in Genf präsentierte Bulli eine Zweifarblackierung, in diesem Fall Weiß und Rot. Horizontal ausgelegt sind die schmalen Doppelscheinwerfer mit L-förmigen LED-Tagfahrlichtern und den als ,umgekehrtes" L angeordneten LED-Blinkern. Die Mitte der 18-Zoll-Leichtmetallfelgen bildet eine stilisierte, verchromte Radkappe.

Sauberer Antrieb
Im Gegensatz zu einst wird der neue Bulli natürlich nicht von einem Käfer-Aggregat angetrieben. Diese Aufgabe übernimmt ein 85 Kilowatt starker Elektromotor. Er stellt aus dem Stand ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmeter bereit. Hinter den Schwellern verbirgt sich im Sandwichboden die Lithium-Ionen-Batterie des 1.450 Kilogramm schweren Bulli. Sie speichert 40 Kilowattstunden Energie, was für 300 Kilometer reichen soll. An einer speziellen ,Stromzapfsäule" soll der Besitzer des Bulli in weniger als einer Stunde aufladen können. Über einen Drehschalter wird der Vorwärts- und der Rückwärtsgang aktiviert, über eine Taste in dem Schalter wird der Motor angelassen. In 11,5 Sekunden beschleunigt der neue Bulli auf Tempo 100, bei 140 km/h wird elektronisch abgeregelt. VW betont, dass auch konventionelle Benzin- und Diesel-Direkteinspritzer Teil des Konzeptes sind. Hier kämen Motoren zwischen einem und 1,4 Liter Hubraum in Frage.

Variable Spielwiese
Der von einem Panoramadach erhellte Innenraum birgt einige Überraschungen. Wie der Vorgänger ist auch der neue Bulli vorn dank eines flachen Bodens mit einer durchgängigen Sitzbank versehen, hinten gibt es Platz für drei. Hinter der Heckklappe bleibt bei Ausnutzung aller Plätze ein 370 Liter großer Kofferraum übrig. Beifahrer- und Mittelplatz der vorderen Sitzbank lassen sich klappen, die Rücksitzbank kann komplett umgeklappt werden. Bei umgelegter Rückbank erhöht sich das Ladevolumen auf bis zu 1.600 Liter. Wichtig für alle Spontanurlauber und Musikfestivalbesucher: Mit wenigen Handgriffen kann die Sitzanlage in eine Liegefläche verwandelt werden.

Alles mit Apple
In der Mittelkonsole des Bulli dient ein herausnehmbares Apple iPad als multifunktionaler Touchscreen. Hiermit lassen sich die Freisprecheinrichtung und das Navigationssystem steuern. In die iPad-Halterung integriert sind die Bedienelemente der Klimaanlage und der Warnblinkschalter. Vor dem Fahrer befindet sich der als Halbkreis-Tacho mit einem Multifunktionsdisplay, über das mit dem iPad kommuniziert wird. In Sachen Sound sorgt ein System des legendären US-Gitarren- und Verstärkerherstellers Fender für satten Klang.

Geht der Bulli in Serie?
Wird man die Bulli-Neuauflage irgendwann kaufen können? Schon im Jahr 2001 zeigte VW eine ähnliche, aber größere Studie namens Microbus, die nie in Serie ging. Jetzt könnte es anders sein, wenn man diverse Aussagen des Konzerns sieht. So bringt man mit dem Bulli das zu Ende, was einst mit dem Microbus begann. Zudem habe die Bulli-Studie das Potenzial, eine neue, fünfte Van-Baureihe zu begründen. Gut möglich also, dass man den Bulli mit anderem Namen schon bald wiedersehen wird.

Bulli-Comeback