Der Software-Hersteller und West Coast Customs bauen High-Tech-Ford

Wenn sich Microsoft und die US-Kult-Tuner West Coast Customs zusammen tun, kann das Ergebnis nur ein heißer Schlitten mit jeder Menge Technik-Gimmicks sein. Das Project Detroit des Software-Giganten und der Autoschrauber hat den Micro-Stang hervorgebracht, einen Ford Mustang mit Retro-Karosserie. Mit ihm im Internet zu surfen oder Xbox-Spiele zu zocken sind noch die leichtesten Übungen, der 'Stang kann noch viel mehr.

Mit XBox und Windows Phone
Von außen wirkt der Micro-Stang wie ein mit modernen Teilen getuntes Ford Mustang Fastback Coupé von 1967. In Wahrheit wurde ein Replika-Blechkleid von Dynacom über ein aktuelles Exemplar des US-Kultautos gestülpt. Zudem strahlt der Ford an verschiedenen Stellen, wie dem Kühlergrill und den Felgen, in einem coolen Licht. Innen gibt es mit einer fetten Audioanlage was auf die Ohren. Im Mustang sind zudem allerlei Systeme verbaut, die sich entweder vom Fahrzeug aus oder über Apps für das Windows Phone steuern lassen. An Bord des Mustangs geben sich unter anderem die Spielkonsole Xbox 360, deren kamerabasiertes Bedienungssystem Kinect, Windows 8, Windows Phone, Windows Azure, Bing und das teilweise sprachgesteuerte Infotainmentsystem Ford Sync ein Stelldichein. Alles dreht sich um Vernetzung. Das Projekt soll Entwickler dazu inspirieren, Apps sowie künftige Automobil-Technologien zu entwickeln. Eine frei nutz- und veränderbare Software, im Fachjargon Open Source genannt, bietet dazu die Möglichkeit.

Kameras beobachten die Umwelt
Auf der Fahrerseite haben die Tuner einen Touchscreen eingebaut, der die Instrumente anzeigt. Ihr Stil kann je nach Geschmack von retro bis modern verändert werden. Der Beifahrer nutzt einen eigenen Touchscreen. Darüber ist es möglich, im Internet zu surfen oder über die als Leinwand fungierende Heckscheibe anderen Verkehrsteilnehmern Nachrichten anzuzeigen. Damit nicht genug: Die von der Xbox stammenden Kinetic-Kameras vorn und hinten übertragen alles, was außerhalb des Fahrzeugs vor sich geht, auf die Monitore im Inneren. Der Video-Stream lässt sich sogar über ein Windows Phone verfolgen. Wer will, kann sich auch der Umwelt mitteilen: Außenlautsprecher übertragen das ins Telefon Gesprochene.

Windows Phone als Fernbedienung
Das Mobiltelefon kann man auch als Fernbedienung verwenden. An sich ist das noch keine spektakuläre Sache. Standheizungen lassen sich beispielsweise schon heute so steuern. Eine solche haben Microsoft und West Coast Customs nicht vorgesehen, dafür lässt sich der Hightech-Mustang über die so genannte Viper SmartStart App orten, öffnen und auch starten. Außerdem lassen sich verschiedene Eigenschaften ändern, beispielsweise die Farbe der Außenbeleuchtung und der Hupensound. Besonders cool ist die Heckscheibe. Sie fungiert, obwohl sie weiter transparent ist, als Videoleinwand. Über das Handy lassen sich Botschaften und Grafiken daraufzaubern. Per Fernbedienungs-App kann man die Heckscheibe auch herausklappen und sie als Monitor für Filme und Video-Spiele verwenden. Dabei kommt wieder Xbox Kinect zum Einsatz, über deren Kamerasensoren die Spiele drahtlos und mit Körperbewegungen gespielt werden können. Leider ist der Ford zum Zocken nur ein Konzept-Auto. Welche Techniken jemals zur Serienausstattung eines Autos gehören werden, wird die Zukunft zeigen.

Gallery: Micro-Stang mit Xbox