Schon bei der ersten Drogen-Fahrt ist der Lappen weg

Laut Verkehrsunfallstatistik 2010 ist in Thüringen die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss um 17,6 Prozent gestiegen. Hauptunfallverursacher waren dabei unter Drogen stehende Fahrer, 95 Prozent der Verkehrsunfälle gehen auf das Konto der berauschten Fahrzeugführer.

Strafverfolgung, Jobverlust und sozialer Abstieg
Immer häufiger werden Verkehrsteilnehmer beim Fahren unter Drogen-Einfluss ertappt. 2010 fielen 20 Prozent aller medizinisch-psychologischen Untersuchungen (MPU) auf den Drogen-Konsum zurück. ,Die zumeist jungen Fahrer sind sich der Folgen oftmals nicht bewusst. Von den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen einmal abgesehen, ist nach einer Drogenfahrt der Führerschein für längere Zeit weg. Neben der körperlichen Abhängigkeit drohen Strafverfolgung, Jobverlust und sozialer Abstieg", sagt Dr. Don DeVol, Verkehrspsychologe des TÜV Thüringen.

Drogen mit Alkohol: Ein gefährlicher Cocktail
,Das Gefährliche an Rauschgiften ist, dass der Konsument keinen Überblick über die eingenommene Dosis hat", warnt DeVol. Selbst der oftmals verharmloste oder als Partydroge bezeichnete Cannabis hat nach seiner Einnahme eine vollständige Fahruntüchtigkeit zur Folge. ,Es kommt zu einer Herabsetzung des Reaktionsvermögens, das Einschätzen von Geschwindigkeit und Entfernung wird durch die Rauschwirkung komplett gestört. Der Verlust von Zeit- und Raumgefühl sowie Sinnestäuschungen sind unvermeidlich", so DeVol. Zu einem noch gefährlicheren Cocktail kommt es, wenn sich zu den Drogen der Alkohol gesellt.

Bei Cannabis-Konsum droht Drogenscreening
Dass schon ab der ersten Drogenfahrt die Fahrerlaubnis entzogen wird und für die Neuerteilung eine MPU angeordnet wird, wissen aus Erfahrung des Verkehrspsychologen die wenigsten. Für Cannabis gilt als Grenzwert ein Nanogramm pro Milliliter. Selbst bei Unterschreiten des Grenzwertes erfolgt ein Eintrag in der Führerscheinakte. Fahrer, die ein weiteres Mal mit Drogen am Steuer erwischt werden, müssen unter Umständen durch ein Drogenscreening nachweisen, dass keine Drogenabhängigkeit, kein Drogenmissbrauch beziehungsweise kein gewohnheitsmäßiger Konsum vorliegt.

Wer den Schein zurück will, muss clean bleiben
Von den Drogenauffälligen werden zudem mehrere gerichtsverwertbare Urin- beziehungsweise Haaranalysen über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr gefordert. ,Ich kann nur jedem empfehlen, bevor er zur MPU kommt, sich mit den Ursachen seines Drogenkonsums sorgfältig auseinanderzusetzen", rät der Verkehrspsychologe DeVol. Eine dauerhafte Drogenabstinenz ist zum Bestehen der MPU unabdingbar.