Ferrari stellt in Peking weiterentwickeltes HY-KERS vor

Im Jahr 2010 stellte Ferrari den Front-Mittelmotorsportwagen 599 mit Hybrid Kinetic Energy Recovery System (HY-KERS) vor. Nun präsentieren die Italiener auf der Auto China in Peking (23. April bis 2. Mai 2012) ein neues HY-KERS, diesmal mit Heck-Mittelmotor-Layout. Zum Antriebsstrang gehören ein V12 mit Doppelkupplung und ein Elektromotor, der für den Extra-Kick sorgt. Ein zweiter E-Motor bedient die Nebenaggregate und ist vor dem Benzinmotor angeordnet. Beide Elektromotoren sind wiederum mit Batterien verbunden.

Formel-1-Technik für die Serie
Ziel der Konstruktion ist es, die Leistung eines Sportwagens zu erhöhen, während der Spritverbrauch sinken soll. Die Elektronik-Komponenten des neuen HY-KERS sollen leichter als beim 2010 präsentierten Vorgänger sein. In die Entwicklung des neuen Systems ist auch eine Menge Know-how aus der Formel 1 eingeflossen. In der ,Königsklasse" des Rennsports wurde KERS im Jahr 2008 für die Saison 2009 in das technische Reglement aufgenommen. Das System wandelt beim Bremsen Bewegungsenergie (kinetische Energie) über einen Generator in elektrischen Strom um und speichert ihn in Akkus. Der Fahrer kann diese Energie für die Dauer einiger Sekunden über einen Knopf wieder abrufen. Die Akkus speisen dann einen Elektromotor, der parallel zum Verbrennungsmotor läuft und für einige Extra-PS sorgt. Ferrari hat die Erfahrungen aus der Formel 1 genutzt, um beim System für die Serie die Eigenschaften für Längs- und Querbeschleunigung, also Drehmoment-Management, Traktionskontrolle und Bremskraftverteilung, zu verbessern. Und natürlich auch, um bei einem kommenden HY-KERS-Ferrari für die Straße – gerüchteweise soll es sich dabei um den Enzo-Nachfolger handeln – die von reinen Verbrennungsantrieben gewohnte Sportlichkeit und den Fahrspaß zu garantieren.

HY-KERS sorgt für Bordstrom
Im auf der Auto China in Peking vorgestellten HY-KERS liefert der erste der beiden verwendeten Elektromotoren Kraft über eine der beiden Kupplungen des Getriebes. So gibt es einen verzögerungsfreien und kontinuierlichen Kraftfluss zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor. Während des Bremsens fungiert der E-Motor des Antriebs als Generator, um mit der Verzögerungsenergie die Batterien aufzuladen. Dieser Vorgang wird von einem Steuergerät kontrolliert, dessen Technik ebenfalls von der F1-Version abgeleitet ist.

40 Prozent weniger Emissionen
Ferrari ist nach eigenen Angaben am Ende der Experimentierphase angelangt. In den kommenden Monaten soll die Erprobung starten. Verglichen mit einem gleich starken Verbrennungsmotor, soll das HY-KERS zu einem um 40 Prozent geringeren Verbrauch beziehungsweise Schadstoffausstoß führen.

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