Erstes Elektrofahrzeug bei NASCAR-Rennen

Mit dem Ford Focus Electric sollen die US-Amerikaner auf ein neues Fahrzeug-Zeitalter eingeschworen werden: Der kompakte Elektrowagen dient bereits vor seiner Markteinführung erstmals bei einem Rennen der NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing) als Pace Car. Zwei elektrische Focus kommen zum Einsatz.

Eine Runde durchs D-Oval
Präsentiert wurden die Focus Electric Pace Cars am Department of Planning and Budget in der Nähe des State Capitols in Richmond, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Virginia. Dann fuhren Virginias Gouverneur Bill Bolling und der Ford-Elektro-Chefingenieur Eric Kuehn in dem einen und NASCAR-Chef Mike Lynch in dem anderen Focus durch die Stadt zum Richmond International Raceway (RIR). Dort übernahm RIR-Boss Dennis Bickmeier die beiden Pace Cars. Der RIR-Kurs bildet kein klassisches Oval, sondern ein so genanntes D-Oval. Das heißt, dass das Oval an einer Seite leicht nach außen gewölbt ist. Auf dem RIR findet der Sprint Cup (bis 2007 Nextel Cup) statt. Dieser ist neben der Nationwide Series und der Camping World Truck Series die bedeutendste US-weit ausgetragene Rennserie der NASCAR.

Sonst nur 5,9-Liter-V8
Bei dem ,Capital City 400"-Rennen auf dem RIR treten nur klassische NASCAR-Wagen mit 5,9-Liter-V8-Motoren an, die bis zu 850 PS leisten. Ford betont, dass der Focus Electric alle Anforderungen, die an ein NASCAR Pace Car gestellt werden, erfüllt. Indem der Focus Electric eine Runde auf dem RIR-D-Oval dreht, soll dem rennverliebten Publikum klar gemacht werden, dass Elektroantrieb und Performance zusammenpassen können. Aber Gouverneur Bolling hat auch, wie es sich für einen Lokalpolitiker gehört, Arbeitsplätze im Blick. So lässt er das Rennen von der Virginia Tourism Corporation präsentieren und wird nicht müde zu betonen, dass sich seiner Meinung nach ein Besuch in Virginia lohnt.

Für die NASCAR-Rennen was Besonderes
Ford selbst erwähnt, dass man schon seit Jahren durch ungewöhnliche Wagen in NASCAR-Serien auf sich aufmerksam macht. So nahm man 1998 als erster Hersteller mit einer viertürigen Limousine an den Rennen teil. Außerdem hat Ford 2008 für die ,Ford 400" auf dem Homestead-Miami Speedway einen Fusion Hybrid zur Verfügung gestellt. 2013 wird Ford mit einem neuen Fusion an den NASCAR-Rennen teilnehmen. Die neuen Fusion-Modelle werden in Europa ab Anfang 2013 als Mondeo angeboten. Zur Antriebspalette gesellen sich dann auch ein Hybrid und ein per Haushaltsstrom nachladbarer Plug-in-Hybrid.

2,2 Liter pro 100 Kilometer
Beim Focus Electric spricht Ford vom effizientesten Fünfsitzer auf dem US-Markt. Der Wagen wird mit einem Verbrauchsäquivalent von 2,1 Liter pro 100 Kilometer in der Stadt, 2,4 Liter auf der Landstraße und 2,2 Liter kombiniert angegeben. Als Vergleichsgegner hat Ford sich den Leaf von Nissan rausgesucht. Der Japaner ist laut Ford durchschnittlich mit einem Benzin-Verbrauchsäquivalent von 2,4 Liter pro 100 Kilometer unterwegs. Außerdem sei der Focus innen größer, hätte einen stärkeren Motor und seine Batterie würde sich doppelt so schnell laden lassen wie die des Leaf, so Ford. Allerdings: Den Nissan Leaf können US-Kunden bereits seit Anfang Dezember 2010 kaufen. Der Ford Focus Electric wird frühestens im Sommer 2012 zu haben sein – und dann auch erstmal nur in den US-Bundesstaaten Kalifornien, New York und New Jersey. Ende des Jahres werden dann 19 US-Staaten bedient. In Deutschland ist mit dem Focus Electric nicht vor 2013 zu rechnen, Preise hat Ford noch nicht bekannt gegeben.

Bildergalerie: Erstes Elektro-Pace-Car