Selbst die Polizei verwendet lieber konventionellen Kraftstoff

Die Deutschen lassen den neuen E10-Sprit links liegen. Das zeigt nun der ARD-Deutschlandtrend. Die am Abend des 8. und 9. März 2011 durchgeführte Umfrage ergab, dass die Autofahrer den Bioethanol-Sprit weiterhin boykottieren. 84 Prozent der befragten Fahrer erklärten, dass sie zunächst weiter Super oder Super Plus tanken wollen. Nur 14 Prozent der Benziner-Fahrer haben schon E10 getankt oder wollen das demnächst tun.

,Bundesregierung ist schuld"
Ein Grund für die Zurückhaltung bei E10-Sprit ist offenbar die schlechte Information über die Verträglichkeit des neuen Kraftstoffs. 51 Prozent der Befragten machen für das Informationsdefizit die Bundesregierung verantwortlich, 29 Prozent nennen die Mineralölkonzerne und überraschenderweise nur neun Prozent die Autohersteller. Die Konsequenz, die die Autofahrer ziehen, ist eine andere als die der Benzin-Gipfel-Teilnehmer. Der von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am 8. März einberufene Gipfel hatte eine Informationsoffensive beschlossen, die E10-Einführung aber nicht in Frage gestellt. Dagegen fordern 61 Prozent der Autofahrer, die E10-Einführung rückgängig zu machen.

Auch die Polizei zögert
Interessant im Zusammenhang mit der Informationsmisere: Auch die schleswig-holsteinische Polizei tankt bei 160 von insgesamt 1.260 Fahrzeugen bis auf weiteres keinen E10-Kraftstoff. Die diesbezügliche Anweisung des zuständigen Landespolizeiamts betrifft Autos der Marken VW, Opel und Ford, aber auch 50 Polizei-Motorräder. Der überwiegende Teil der Polizeiflotte ist nicht betroffen, da die Fahrzeuge mit Dieselmotoren ausgestattet sind. Auch die baden-württembergische Polizei prüft noch, ob ihre Fahrzeuge E10 vertragen. Mit Ottomotoren sind hier etwa zehn Prozent der insgesamt 5.550 Fahrzeuge ausgestattet.

Keiner tankt E10