Europaweiter Test des ADAC zeigt, wo man gut pausieren kann

Die Sommerreisezeit steht bevor, bald herrscht an den Autobahnraststätten und Autohöfen Hochbetrieb. Wo es am ekligsten, am ungastlichsten oder aber auch am familienfreundlichsten ist, hat der Automobilklub ADAC nun europaweit überprüft. Im Focus standen neun Testkriterien, darunter die Hygiene und die Preise. Nur drei Länder stechen positiv hervor.

Eine Hälfte gut, die andere schlecht
Die Erkenntnis des Automobilklubs und seiner 17 europäischen Partnerorganisationen: Noch immer bieten viele Rastanlagen in Europa zu wenig für Familien und bewegungseingeschränkte Menschen. Überprüft wurden 65 Betriebe entlang wichtiger Reiserouten in 13 Ländern. Dabei bekam keine Rastanlage im Gesamtergebnis ein ,sehr gut". 33 Mal wurde die Note ,gut" vergeben, 27 Mal ein ,ausreichend". Fünf Rastanlagen fielen durch den Test und erhielten ein ,mangelhaft".

Klare Siegerländer
Der Ländervergleich offenbarte, dass Urlauber mit Kindern in der Schweiz, in Deutschland und in Kroatien meist gut aufgehoben waren. In den anderen Testländern haperte es jedoch mit der Familienfreundlichkeit. In Spanien und Italien fanden die Tester so gut wie nie Spielplätze und Spielecken vor, in Tschechien fehlten die Wickelmöglichkeiten. Als besonders ärgerlich für Rollstuhlfahrer waren die Bezahlschranken vor den Sanitäranlagen. In den Niederlanden mussten diese erst umständlich vom Personal abgebaut werden, um Zugang zum Behinderten-WC zu erhalten.

Kostenlos aufs Klo in Österreich und Kroatien
Beim Bezahlen konnten die Nachbarländer der drei Musterknaben Kroatien, Schweiz und Deutschland wieder aufholen. So gibt es wie in Deutschland ein System, sich die Toilettengebühr beim Einkaufen im Shop oder Restaurant der Rastanlage gutschreiben zu lassen. In deutschen Raststätten mit Sanifair-Toiletten dagegen bleibt man bei gleichem Verfahren auf 20 Cent pro Toilettengang sitzen. Vorbildlich hier Österreich und Kroatien: Hier fanden die Tester eine Top-Hygiene bei kostenfreier Benutzung vor.

Testverlierer kommt aus Serbien
Wer einmal so richtig ins Klo greifen möchte, muss dem Testverlierer, der Raststätte Ruma in Serbien an der A1 zwischen Belgrad und Šid, einen Besuch abstatten. Zur Gesamtnote ,mangelhaft" führten extrem schlechte Bewertungen bei der Verkehrsgestaltung, der Familienfreundlichkeit und der Sanitäranlagen: In diesen Kategorien wurde sogar jeweils ein ,sehr mangelhaft" vergeben. Hier vermissten die Tester neben Standards wie einer Wickelmöglichkeit und einem Kinderstuhl im Restaurant auch eine Kinderspielecke sowie Behinderten-WCs. Zur Ehrenrettung Serbiens sei erwähnt, dass die zweite getestete Anlage Rumenka 1 mit einem ,gut" abschnitt.

Testsieger kommt aus Österreich
Den Gegenpol zum Testverlierer fanden die Tester in Österreich vor. Der Sieger wurde die Anlage Wörthersee an der A 2 zwischen Villach und Wien. Sie überzeugte mit der Gesamtnote ,gut" durch abwechslungsreiches, ansprechend präsentiertes und leckeres Essen. Zur guten Bewertung trugen auch ein schöner und sicherer Kinderspielplatz im Außenbereich bei. Darüber hinaus ist die Rastanlage mit einer Kinderspielecke und einer Babystation sowie gepflegte Sanitäranlagen ausgerüstet.

Auf welcher Grundlage wurde geprüft?
Als Grundlage für den Rastanlagentest wurden die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie mit Kleinkind herangezogen. Jede Anlage wurde zwei Mal an unterschiedlichen Tagen ohne Voranmeldung und mit verschiedenen Testern besucht. Bewertet wurde in den neun Kategorien Verkehrssicherheit, Außenanlage, Service, Gastronomie, Shop, Familienfreundlichkeit, Sanitäranlagen, Hygiene und Preise.

Fünf fallen durch