Erlkönig des Rolls-Royce Ghost Coupé erwischt

Seit 2009 wird das aktuelle Einstiegsmodell der Rolls-Royce-Familie gebaut: der Ghost. Nun bekommt der noble Clan ein neues Mitglied – die Coupé-Variante wird bereits im öffentlichen Straßenverkehr getestet. Allerdings muss der feine Brite noch ein schweres Tarnkleid mit sich herumschleppen. Trotzdem gibt es schon genug zu erkennen.

Gegen Bentley Continental GT
Das kleine Rolls-Royce Coupé wirft sich einem schicken Konkurrenten entgegen: dem Bentley Continental GT. Wie der Bentley, so bekommt auch das Ghost Coupé zwei Türen. Die drei Griffe an jeder Seite des Erlkönigs sind nichts weiter als eine skurrile Show. Die hinteren, gegenläufig öffnenden Portale der Ghost-Limousine entfallen, und der mittlere Türgriff wird der echte sein. Die hinteren Zugänge des Erlkönigs sind nur durch Klebestreifen angedeutet. An der beim Coupé nicht mehr vorhandenen B-Säule ist zu erkennen: Die verbleibenden Öffnungen ziehen sich sehr weit nach hinten, die vorderen Seitenscheiben wachsen sichtbar.

Sanft abfallendes Dach
Das Dach des Ghost Coupé fällt sanft nach hinten ab und läuft in einer sehr stark geneigten Heckscheibe aus. Der beim Erlkönig angedeutete Dachkantenspoiler sowie der Wulst am Heckabschluss werden nur Tarnung sein – mit derartigen Stilelementen würden die Rolls-Royce-Designer die Eleganz ihrer Wagen riskieren. Die beiden Doppelendrohre könnten, wie auch bei der Limousine, mit jeweils einer gemeinsamen Blende versehen werden. Dem im Vergleich zur Limousine etwas sportlicherem Anspruch eines Coupés entsprechend könnte der zweitürige Ghost minimal tiefer liegen und etwas straffer gefedert sein – aber bei Rolls-Royce bleibt Komfort Trumpf. Auf jeden Fall ist die Coupé-Konstruktion die Voraussetzung für eine weitere Karosserie-Variante: das Cabrio. Während das Ghost-Coupé für 2013/2014 erwartet wird, könnte die Drophead genannte Cabrio-Version ein weiteres Jahr später kommen.

570 PS
Das Coupé der Ghost-Reihe wird wie die Limousine einen kleinen Elektromotor zum Ein- und Ausfahren der Spirit of Ecstasy oder kurz Emily genannten Kühlerfigur bekommen. Auch der Antrieb, das 570-PS-Triebwerk, wird übernommen. Das turbogeladene 6,6-Liter-Zwölfzylinder-Aggregat bläst die Limousine in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 – beim Coupé könnte es um das ein oder andere Zehntel schneller gehen. Bentley bietet die Continental-Modelle auch noch als leistungsgesteigerte Speed-Varianten an – ob Rolls-Royce auf diesen Zug aufspringen wird, ist offen.

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