Ford Transit Custom und Ford Tourneo Custom

Ford macht seine auch als Kleinbusse erhältlichen Transporter deutlich freundlicher. Mit erheblich gesteigertem Komfort, frischer Optik, einer verbesserten Sicherheit und sparsamen Diesel-Motoren will man der Konkurrenz von VW, Fiat und Mercedes ans Blech. So soll der Ford Tourneo Custom dem beliebten Bulli, der aktuell als VW T5 vom Band läuft, Marktanteile wegschnappen. Noch mehr Platz bietet der Transit Custom.

Tourneo: Außen schick, innen Pkw
Der neue Tourneo Custom ist optisch keine traurige Nutzwert-Blechbüchse. Sein frisches Design punktet mit einer verbesserten Aerodynamik, die leicht ausgestellten Radhäuser überziehen den Wagen mit einem Hauch Sportlichkeit. Beim Innenraum des neuen Tourneo haben sich die Designer an den Ford-Pkw-Modellen orientiert. So ist die Kabine voll verkleidet – Mercedes hat dies bei der neuen A-Klasse nicht hinbekommen. Der Tourneo ist mit kurzem (2,93 Meter) oder langem (3,30 Meter) Radstand zu haben. Die Außenlänge des Kurzen beträgt 4,97 Meter, der Lange erstreckt sich über 5,34 Meter. Acht oder neun Insassen finden in dem Fahrzeug Platz. Die Sitze in der zweiten und dritten Reihe lassen sich zusammenfalten oder einzeln ausbauen – laut Ford sind so über 30 Bestuhlungs-Konfigurationen möglich.

Schiebung
Die beiden seitlichen Schiebetüren gehören inklusive der Trittbretter zum Serienumfang des neuen Tourneo Custom. Zum Luxus-Bus wird der Wagen mit Lederausstattung, Sonnenschutzrollos für die Seitenfenster und den neuen Klimatisierungs-Systemen, die optional in einer Mehrzonen-Ausführung für die zweite und dritte Sitzreihe zur Verfügung stehen. Die Ausstattungslinien beginnen mit ,Trend" und enden mit ,Limited" – dazwischen gibt es nichts.

Transit: Vier Varianten
Vom neuen Transit Custom legt Ford vier Varianten auf. Den Einstieg bildet ein Kastenwagen mit einer Trennwand aus Stahl, einer oder zwei Schiebetüren und einer Hecktür, die entweder oben angeschlagen ist oder aus zwei seitlich angeschlagenen Flügeln besteht. Diesen Kastenwagen gibt es auch mit einer Doppelkabine. Für den Fahrgasttransport ist dann der Kombi gedacht, der mit seitlichen Fenstern das Licht auch in den hinteren Teil des Innenraums lässt. Je nach Ausführung können fünf oder sechs Passagiere im Transit Custom Kombi reisen. Wie im Tourneo Custom lassen sich auch die Sitze im Transit Custom Kombi einzeln zusammenfalten und herausnehmen. Für acht bis neun Passagiere gibt es dann den Transit Custom Bus, der mit einer dritten Sitzreihe aufwartet. Auch die Sitze dieser Reihe lassen sich zusammenklappen und entfernen.

Bereit zur Beladung
Der Transit Custom verträgt ordentliche Nutzlasten. So kann der ,Transit Custom 250" bereits 600 Kilogramm mitschleppen, beim ,Transit Custom 330" sind es dann mit 1.400 Kilogramm mehr als doppelt soviel. Die Custom-Variante des Transit gibt es aktuell mit einem Flachdach, für Kunden, die ein Mittel- oder Hochdach wünschen, bleibt der alte Transit im Programm. Wie der neue Tourneo, so wird auch der Transit Custom in den Radständen 2,93 und 3,30 Meter und den Außenlängen 4,97 und 5,34 Meter angeboten. Die Kastenwagen-Version kann mit kurzem Radstand bis zu 5,95 Kubikmeter Ladung aufnehmen, mit langem Radstand passen 6,83 Kubikmeter in den Wagen. Ford betont, dass der Laderaum gut nutzbar ist: Der Abstand zwischen den hinteren beiden Radkästen beträgt 1,39 Meter, die seitlichen Schiebetüren sind 1,32 Meter hoch und 1,03 Meter breit. Drei ein Meter hoch beladene Standardpaletten in der Dimension 1.200 mal 800 mal 144 Millimeter lassen sich über die Hecktür in den Transit laden. Außerdem gibt es eine Durchlademöglichkeit in der Trennwand, einen bis zu 130 Kilogramm belastbaren integrierten und abnehmbaren Dachträger, eine Fixiermöglichkeit für die Hecktüren und neue Verzurrösen an den Seitenwänden.

Komfort und Sicherheit
Sowohl für den Tourneo Custom als für das Transit-Modell stehen jede Menge Assistenz- und Sicherheitssysteme zur Verfügung. So kann das sprachgesteuerte Kommunikations- und Entertainment-System Sync geordert werden. Für Sync gibt es auch einen Notrufassistenten, der im Schadensfall automatisch den Standort des Fahrzeugs in der jeweiligen Landessprache zum Einsatzort übermittelt. Ein Fahrspurassistent warnt den Fahrer, wenn er ohne zu blinken die Spur wechseln möchte, außerdem hält ein Müdigkeitswarner Wacht. Die Rückfahrkamera überträgt das Geschehen hinter dem Fahrzeug auf einen Bildschirm im Innenspiegel.

Steifer und leiser
Die Grundarchitektur der neuen Custom-Modelle wurde im Vergleich zur Vorgängergeneration um 37 Prozent steifer. Dies soll laut Hersteller positive Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben, zudem sinkt nach Angaben aus Köln das Geräuschniveau – auch wegen umfassender Schallschutzmaßnahmen. Ford wartet hier mit einem skurril anmutenden Detail auf: Die Sprachverständlichkeit zwischen Fahrer und Beifahrer soll um neun Prozent gestiegen sein. In Sachen Airbagausstattung greift Ford mit serienmäßigen Front-, Seiten- und Kopfairbags in die Vollen.

Drei Dieselmotoren
Für alle Tourneo-Custom- und Transit-Custom-Varianten steht ein 2,2-Liter-Turbodiesel in den Leistungsstufen 100, 125 und 155 PS zur Verfügung. Geschaltet wird stets mit einem manuell zu bedienenden Sechsgang-Getriebe. Zum Spritsparen gibt es serienmäßig ein Start-Stopp-System. Der Tourneo Custom mit 100 PS soll sich laut Werk im Schnitt mit 6,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer begnügen, beim Transit Custom mit 100-PS-Einstiegsdiesel werden laut Hersteller 6,7 Liter fällig. Die Unterhaltskosten senkt Ford durch ein Ausdehnen der Service-Intervalle: Alle zwei Jahre oder alle 50.000 Kilometer muss ein neues Custom-Modell zur Inspektion. Gebaut werden die neuen Custom-Transporter im türkischen Werk Kocaeli. Die Auslieferung beginnt im vierten Quartal 2012, Preise hat Ford noch nicht bekannt gegeben.

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