Markenwiederbelebung mit Plug-in-Hybrid

Sportwagenbeschleunigung und minimaler Verbrauch sollen unter einem Neo-Retro-Kleid vereint werden. Dafür haben drei Belgier die 1957 eingestellte Marke Imperia wiederbelebt. Am ursprünglichen Markenstandort in Lüttich sollen bald moderne Plug-in-Hybride entstehen. Die Fahrzeuge werden als ,Imperia GP" vermarktet, wobei GP für Green Propulsion (umweltfreundliche Antriebstechnik) steht.

Auf jeden Fall sportlich
Yves Toussaint kaufte 2008 den Markennamen und gründete mit seinen Partnern Nicolas Naniot und Bernard Loly Imperia neu. Seinen Traum von der Wiederauferstehung des einst renommiertesten belgischen Automobilherstellers will er nicht mit einer langweiligen Spritsparmaschine riskieren. Der Imperia GP soll auf jeden Fall sportlich sein. Ein Stahlrohr-Rahmen trägt eine leichte Karosserie aus Composite-Materialien. Das Aussehen des neuesten belgischen Fahrzeugs bezeichnet der Hersteller zum einen als zeitlos, zum anderen als ,neo-retro" – nur ,retro" soll das Gefährt auf keinen Fall sein. Des Gewichts wegen wird ordentlich an der Ausstattung gespart. So gibt es Sicherheits-Systeme wie ABS und ESP beim Serienmodell nicht – dies kann Imperia nur dank seines Status als Kleinserienhersteller durchziehen, da seit November 2011 die in der EU neu zugelassenen Pkw-Modelle großer Produzenten mit einem ESP-System ausgerüstet sein müssen. Nicht näher bezeichnete elektronische Ausrüstung soll der Kunde aber optional ordern können.

Plug-in-Hybrid
Den Antrieb des Imperia GP besorgt zum einen ein 1,6-Liter-Vierzylinder Benziner mit 200 PS und einem Drehmoment von 260 Newtonmeter, zum anderen ein Synchron-Elektromotor mit 110 Kilowatt (150 PS) und 350 Newtonmeter Drehmoment. Als Hochvoltspeicher kommt eine 355-Volt-Lithium-Polymer-Batterie zum Einsatz. Diese soll eine Kapazität von 31 Amperestunden haben, womit der Wagen laut Hersteller zirka 70 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein könnte. Die elektrische Fahrweise wird der Fahrer laut Imperia höchstwahrscheinlich per Knopfdruck erzwingen können. An der 230-Volt-Haushaltssteckdose ist eine externe Ladung des Akkus möglich: auf 85 Prozent in 3,5 Stunden und auf 100 Prozent in vier Stunden.

Potent
Mit dem Hybridantrieb kommt der Imperia GP laut Werk in 6,0 Sekunden auf Tempo 100 – im rein elektrischen Modus. Helfen der Verbrenner und die Elektromaschine beim Sprint, ist in 4,0 Sekunden der dreistellige Geschwindigkeitsbereich erreicht. Die Tempo-200-Marke fällt im besagten Hybridmodus dann nach 12,6 Sekunden. Der Verbrauch des GP soll dabei ,dem eines Smart entsprechen". Die Normverbräuche der Smart-Benziner reichen aktuell von 4,2 bis 5,2 Liter pro 100 Kilometer. Imperia möchte den mit 18-Zoll-Felgen ausgerüsteten GP in der zweiten Hälfte 2013 auf den Markt bringen. Für das First-Edition-Modell sollen um die 123.000 Euro fällig werden.

Marke mit Tradition
Gegründet wurde Imperia 1904 vom Motorradhersteller Adrien Piedbœuf. 1906 zog man auf dem Pariser Autosalon die Aufmerksamkeit auf sich. Imperia wurde für sein schlichtes Design und seine robusten Motoren berühmt und hatte schnell den Spitzenplatz unter den zeitweilig 80 belgischen Autoherstellern inne. Der sportliche Höhepunkt war 1922 erreicht: Da errang Imperia den Sieg beim Grand Prix in Spa-Francorchamps. Zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und harter Konkurrenzkampf setzen dem Unternehmen so zu, dass es 1957 schließen musste. Die wiedergegründete Marke wollte zunächst nur Prototypen entwickeln und war damit auch erfolgreich. So stammt beispielsweise das Showcar des elektrisch betriebenen Renault Kangoo Z.E. von den Belgiern. Jetzt möchte man sich in Lüttich in das Abenteuer einer Kleinserienfertigung stürzen. Finanziell unterstützt wird dieses Vorhaben von der öffentlichen Hand der Wallonischen Region.

Imperia GP