Kompakter Spanier wird kleiner und gibt Ausblick auf den neuen VW Golf

Der neue Seat Leon ist da. Das Kompaktwagenmodell aus Spanien wurde von Grund auf neu entwickelt. Bemerkenswert: Wie schon der Peugeot 208, so wird auch der Leon kürzer. Trotzdem soll es innen mehr Platz geben als je zuvor. Und: Der Wagen wird sich viele Komponenten mit dem künftigen VW Golf 7 teilen, der ebenfalls noch 2012 vorgestellt wird.

Schärfer, mehr Radstand
Der neue Leon schaut optional mit LED-Scheinwerfern aus seinem gestrafften Blechkleid. Seine Länge von 4,26 Meter liegt fünf Zentimeter unter der seines Vorgängers. Trotzdem konnte der Radstand um sechs Zentimeter wachsen, was die Überhänge verkürzt und für mehr Platz im Innenraum sorgt. Auffällig sind die scharfen, unterbrochenen Lichtkanten an den Seiten, die an ein oben spitz zulaufendes Dreieck erinnernden C-Säulen und die beinahe niedlichen hinteren Seitenfenster. Wer genau hinschaut, entdeckt auch das überarbeitete Seat-Logo an Front und Heck. Das ,S" wurde entschnörkelt: Es wird nicht mehr von zwei, sondern nur noch von einem Streifen durchbrochen.

Innen größer, drei Multimedia-Systeme
Die Kabine des Leon wurde aufgeräumt, die Instrumente wirken übersichtlicher. Große Luftausströmer dominieren das Cockpit und in der sportlichen Ausstattung FR kommt ein unten abgeflachtes Lenkrad zum Einsatz. Der Kofferraum wächst gegenüber dem Vorgängermodell um zirka 40 auf jetzt 380 Liter. Drei Multimedia-Systeme stehen für den neuen Leon zur Verfügung. Als Einstieg gibt es das System ,Touch" mit Fünfzoll-Monitor, CD-Radio und Kartenleser. Bei den Ausstattungslinien Style und FR ist dann das System ,Colour" dabei, welches sich per Bluetooth, USB und Aux-in mit externen Geräten koppeln lässt. Auch hier beträgt die Bildschirmdiagonale fünf Zoll. Die Top-Lösung stellt das System ,Plus" dar. Damit gibt es zum einen einen 5,8-Zoll-Bildschirm, zum anderen ein integriertes Navi und einen iPod-Anschluss. Optional sind noch ein DAB-Tuner zum Empfang digitaler Rundfunkprogramme und eine Spracherkennung verfügbar.

Viele Assistenten
Der neue Leon lässt sich mit einer Vielzahl von Fahrassistenten ausstatten. So überwacht ein Müdigkeitswarner die Konzentration des Fahrers und ein Fernlicht-Assistent schaltet mithilfe einer im Innenspiegelfuß integrierten Kamera das Fernlicht selbstständig ein oder aus. Zudem schützt ein Spurhalteassistent durch einen korrektiven Lenkeingriff vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Spur.

Leichter, verbesserte Gewichtsverteilung
In Sachen Fahrwerk verweist Seat auf den verlängerten Radstand, der durch eine Vorverlegung der Vorderachse um vier Zentimeter eine ausgewogenere Gewichtsverteilung mit sich bringen soll – genaue Werte nennt der Hersteller allerdings noch nicht. Und: Der Wagen wurde nicht nur kürzer, sondern auch leichter. Je nach Ausstattung konnten bis zu 90 Kilogramm gegenüber dem Vorgänger abgespeckt werden. Als Lenkung kommt ein Sprit sparendes elektromechanisches System zum Einsatz. Die Vorderachsaufhängung besteht aus einer McPherson-Achse mit Hilfsrahmen, hinten kommt bei Motorisierungen bis 150 PS eine Verbundlenkerachse zum Einsatz. Leistungsstärkere Modelle werden am Heck mit einer Vierlenker-Konstruktion ausgerüstet, die Längs- und Querkräfte getrennt voneinander aufnimmt.

Fahrmodus-Schalter für FR
Die Ausstattung FR bekommt zudem einen Fahrmodus-Schalter, der die Einstellungen Eco, Comfort und Sport erlaubt. So werden die Lenkunterstützung, die Gasannahme und per Soundaktuator der Motorklang verstellt. Über eine Individual-Einstellung lassen sich verschiedene Eigenschaften nach eigenen Wünschen kombinieren. Der Fahrmodus beeinflusst auch die LED-Ambientebeleuchtung des Innenraums: Sie wechselt bei Sport von Weiß nach Rot.

Verbrauch: Ab 3,8 Liter Diesel
Der neue Leon wird von Benzin- und Dieselmotoren mit 1,2 bis 2,0 Liter Hubraum in einer Leistungsspanne von 86 bis 184 PS angetrieben. Alle Aggregate arbeiten mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. Laut Hersteller sind die Verbräuche gegenüber den Vorgänger-Varianten um bis zu 22 Prozent gesunken. Den 1.6 TDI gibt es mit 90 PS. Bei der nächsthöheren Leistungsstufe gibt dieses Triebwerk 105 PS ab und generiert ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter. In der optionalen Ecomotive-Ausführung sind ein Start-Stopp-System und eine Bremsenergie-Rückgewinnung mit an Bord. Der Durchschnittsverbrauch liegt hier nach Werksangaben bei 3,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Den 2.0 TDI gibt es mit 150 PS und 320 Newtonmeter, sowie als Topdiesel mit 184 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment. Die 150-PS-Variante soll sich in der Ecomotive-Version mit 4,0 Liter pro 100 Kilometer zufrieden geben.

Benziner: Beim 1.2 TSI geht's los
Als Einstiegsbenziner steht ein 1.2 TSI mit 86 PS zur Verfügung. Das Aggregat gibt es auch in einer Ausführung mit 105 PS. Der nächstgrößere 1.4 TSI leistet dann 122 PS. Beim Spitzenbenziner 1.8 TSI mit 180 PS werden Direkt- und Saugrohr-Einspritzung kombiniert.

Vier Getriebe
Jeweils abhängig von der Motorisierung stehen insgesamt vier verschiedene Getriebe zur Verfügung. Es gibt manuell zu bedienende Schaltungen mit fünf oder sechs Gängen und das Doppelkupplungsgetriebe DSG mit sechs oder sieben Stufen.

Ab Ende 2012 zu haben
Der Öffentlichkeit vorgestellt wird der neue Leon auf dem Pariser Autosalon (29. September bis 14. Oktober 2012). Die Auslieferung beginnt im vierten Quartal 2012. Zu den Preisen macht Seat noch keine Angaben. Das aktuelle Modell startet bei 15.600 Euro.

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