Opel zeigt scharfe Renn-Studie in Genf

,Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat es aufzuschließen." Dieser Satz stammt von Rennsportlegende Walter Röhrl. 1974 wurde er in einem Opel Ascona das erste Mal Rallye-Europameister. 1982 reichte es sogar zum Weltmeistertitel für Opel gegen die damals scheinbar übermächtigen Audi quattro. 1989 endete jedoch das Engagement der Rüsselsheimer im Rallyesport. Das soll sich jedoch bald wieder ändern. Auf dem Genfer Autosalon (7. bis 17. März) ist die Studie eines speziellen, besonders starken Rallye-Adams zu sehen. Ob man bei dieser auch Angst vorm Aufschließen haben muss, bleibt abzuwarten.

Zulassung in spezieller Rallye-Klasse
Der kleine Flitzer soll noch im Jahr 2013 nach dem FIA-R2-Reglement homologisiert werden und ab 2014 in dieser Klasse mit an den Start gehen. R2-Fahrzeuge müssen mindestens 1.030 Kilo wiegen und Zweirad-Antrieb haben. Außerdem dürfen die Motoren einen maximalen Hubraum von zwei Liter aufweisen und nicht aufgeladen sein.

Handbremse für wilde Drifts
In der schlicht Adam ,R2" getauften Studie schlägt ein 1,6-Liter-Benziner mit variabler Nockenwellensteuerung. In Wettbewerbskonfiguration soll dieser rund 185 PS leisten und ein maximales Drehmoment von zirka 190 Newtonmeter entwickeln. Die Kraft wird über ein sequenzielles Fünfganggetriebe übertragen. Zusätzlich ist ein mechanisches Sportdifferenzial und eine Lamellensperre verbaut. Ein Rennfahrwerk mit Asphalt- und Schottereinstellungen soll maximale Traktion gewährleisten. Spektakuläre Drifts können durch eine so genannte ,Fly-Off"-Handbremse möglich gemacht werden, die schon bei leichter Betätigung das Heck ausbrechen lässt.

Elektrische Feuerlöschanlage an Bord
Der Innenraum ist wie bei einem Rennwagen üblich spartanisch eingerichtet. Zur Ausstattung gehören unter anderem spezielle Rennschalen-Sitze, ein Cockpit mit LCD-Ganganzeige und Schaltlampe sowie eine Kartenleselampe und eine elektrisch auslösende Feuerlöschanlage.

Besondere Förderung für Jungpiloten
Bereits ab 2013 wird es eine Rennserie mit der rund 140 PS starken Cup-Version des Adam geben. Die Leistung wäre einem Walter Röhrl wohl nicht mal ein müdes Lächeln wert. Der Wettbewerb ist allerdings auch nicht für Geschwindigkeits-Profis, sondern als Einstieg in den Rennsport für Kunden ohne viel Rennsporterfahrung gedacht, die hierbei kein Vermögen investieren wollen. Bis zu 40 Fahrzeuge werden sich auf Rallyepisten in Deutschland und Frankreich tümmeln und den ADAC Opel Rallye Cup ausfahren. In einer gesonderten Wertung für Piloten bis 27 Jahren winkt außerdem der Aufstieg in die höhere R2-Klasse und eine besondere Förderung von Opel und dem Automobilclub ADAC.

Gallery: Mit Adam über die Rallye-Piste