Wann ein nachträglicher Einbau sinnvoll ist

Moderne Autos haben heutzutage oftmals mehr Technik an Bord als die Apollo 11, mit der im Jahr 1969 die ersten Menschen zum Mond reisten. Ob beim Einparken, Abstand halten oder In-der-Spur-bleiben: Es gibt kaum eine Situation, in der nicht ein Assistent dem Autofahrer helfen könnte. Viele solcher digitalen Copiloten gibt es mittlerweile auch zum Nachrüsten. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, denn nicht alle Nachrüstassistenten halten laut TÜV Süd, was sie versprechen.

Einparkhilfe leicht nachrüstbar
Fast die Hälfte aller Neuwagenkäufer bestellt nach Angaben des TÜV inzwischen eine Einparkhilfe mit, egal ob Kamera, Piepser oder Lenkhilfe. Legt man sich jedoch einen Gebrauchtwagen ohne eine derartige Unterstützung zu und möchte dennoch nicht auf den Komfort verzichten, hilft nur der Gang zum Zubehörhandel. Die dort angebotenen Produkte lassen sich zwar in der Regel unproblematisch an das Steuergerät anschließen, sind aber oftmals optisch nicht so elegant zu integrieren wie ein Originalprodukt. Wird eine Kamera verbaut, muss häufig auch ein weiterer Bildschirm im Innenraum platziert werden, da die Nutzung eines ab Werk eingebauten Displays aus Sicherheitsgründen in der Regel nicht möglich ist. Wie bei allen Nachrüstteilen im sicherheitsrelevanten Bereich empfiehlt der TÜV den Einbau durch eine Fachwerkstatt.

Smartphone als Spurhalteassistent taugt nichts
Mittlerweile gibt es sogar Smartphone-Apps, die als Spurhalteassistent dienen sollen. Hiervon ist allerdings abzuraten, da das Smartphone zwar bei Rechenleistung und Kameraeigenschaften mit den Originalteilen mithalten kann, allerdings nicht bei der Software. Zudem fehlt dem Gerät die Information, wohin der Fahrer gerade lenkt. Seriensysteme bekommen diese vom Lenkwinkelsensor. Auch andere Spurhalteassistenten werden auf dem Zubehörmarkt angeboten. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da die Assistenten nur funktionieren, wenn eine Begrenzungslinie am Straßenrand vorhanden ist. Auf Nummer sicher gehen kann man fast ausschließlich mit Originalsystemen vom Hersteller.

Regensensor unproblematisch
Regensensoren gehören hingegen zu den einfacheren Aufrüstungsmöglichkeiten. Wichtig ist hier die Platzierung des Sensors. Er muss an einer Stelle sitzen, die der Scheibenwischer reinigt. Vorsicht ist allerdings bei dem Anschluss an die Bordelektronik geboten.

Tempomat durch simples Softwareupdate
Besonders auf langen Strecken erweist sich ein Tempomat als extrem komfortabel und entlastet den Gasfuß ungemein. Moderne Autos haben meistens ein elektronisches Gaspedal, wodurch ein Tempomat oftmals mehrheitlich durch simples Aufspielen einer Software vom Händler nachgerüstet werden kann. Solche Lösungen sind von den werksseitig eingebauten nicht zu unterscheiden und daher die erste Wahl.

Abstandswarner mit kleinen Schönheitsfehlern
Ebenfalls weit oben auf der Wunschliste bei Assistenzsystemen steht ein Abstandswarner. Während ab Werk eingebaute Lösungen allerdings auf die Kombination von Radargeräten, Kameras und ausgefeilter Software setzen, greifen Nachrüstanlagen meist nur auf eine Kamera zurück. Dies ist nach Ansicht des TÜVs zu wenig.

Copiloten zum Nachrüsten