Volkswagens Kleinster: Sehr viel Platz, sehr sparsam, sehr sicher

Volkswagen stellt die für den Konzern wichtigste Neuheit der letzten Jahre vor: den Up!. Der Kleinstwagen ist mit einer Länge von 3,54 Meter 43 Zentimeter kürzer als ein Polo. Allerdings liegt der Kleine beim Radstand mit dem Polo beinahe gleichauf: Die 2,42 Meter bedeuten gerade mal einen Rückstand von fünf Zentimeter gegenüber dem größeren Modell-Bruder. Hinsichtlich des Innenraums soll dies für sensationelle Platzverhältnisse sorgen. Aber die Wolfsburger haben auch in Sachen Motoren und Sicherheit noch was im Korb.

Aus der Box geschält
Laut VW-Chefdesigner Klaus Bischoff ist für eine optimale Raumausnutzung die ideale Form eines Kleinwagens eine Box. Aus dieser Grundform wurde der Up! ,herausgeschält", wie Bischoff meint. Zur Länge von 3,54 Meter gesellt sich eine Breite von 1,64 und eine Höhe von 1,48 Meter. Wichtig war den Wolfsburgern ein freundliches Auftreten des schnörkellosen Up! – so lächelt sein Gesicht entspannt in den Verkehr.

Für vier Personen und Gepäck
Der Innenraum des Up! soll für vier Personen und eine für diese Wagenklasse vergleichsweise hohe Gepäckmenge reichen. 251 Liter gibt VW an, wenn die Rücklehnen der Fondsitze umgeklappt werden, sollen massige 951 Liter in den kleinen Wagen passen. Außerdem versprechen die Wolfsburger einen frisch gestalteten Innenraum. So können Teile des Armaturenbretts in Wagenfarbe lackiert werden – diese Option kennen wir bereits vom gerade vorgestellten Beetle. Und wie es für hochpreisige Fahrzeuge feines Maßgepäck gibt, bietet VW für den Up! ein Transportbox-System an. Es wird eine ,Kid Box" für Spielsachen, eine ,City Box" für Kleinigkeiten und eine ,Travel Box" für größere Gepäckstücke geben.

Bildschirm: abnehmbar
Ein Innenraum-Designtrend greift um: Zuerst war ein freistehender Bildschirm über der Mittelkonsole im neuen BMW 6er Cabrio zu sehen. Jetzt wird ein ebenso luftig platzierter Monitor in der neuen B-Klasse von Mercedes präsentiert – und auch der Up! bekommt dieses selbstbewusste Gestaltungsmerkmal. Aber während der Bildschirm beim 6er und bei der B-Klasse fest verbaut ist, kann man ihm im Up! abnehmen. Das Gerät nennt sich Portable Infotainment Device (PID) und erinnert ein wenig an den PIP Boy aus der Computerspielreihe ,Fallout". Im PID ist eine Navigationslösung vom Spezialisten Navigon untergebracht. Wird der Bildschirm oberhalb der Mittelkonsole eingeklickt, verbindet er sich mit dem Netzwerk des Up!. Dann zeigt er auch die Daten der optionalen Parksensoren an und ermöglicht per Touchscreen die Bedienung des Radios und der Freisprechanlage.

Mit Notbremssystem
Optional wird beim Up! erstmals in der Kleinstwagen-Klasse eine so genannte City-Notbremsfunktion zu haben sein. Das System erkennt per Lasersensor drohende Kollisionen und leitet dann bis Geschwindigkeiten von 30 km/h eine Notbremsung ein.

Drei Dreizylinder
Mit dem Up! hält auch eine komplett neue Motorengeneration bei VW Einzug: eine kleine Dreizylinder-Truppe. Das 60-PS-Aggregat soll mit Start-Stopp 4,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Die 75-PS-Variante ist mit 4,3 Liter dabei. Beide Triebwerke unterbieten damit die 100-Gramm-CO2-Grenze pro Kilometer. Außerdem gibt es auf Basis der Benziner noch einen Erdgasmotor mit 68 PS. Hier sind 3,2 Kilogramm Gas pro 100 Kilometer fällig, was einem CO2-Ausstoß von 86 Gramm pro Kilometer entspricht. Für das Jahr 2013 hat VW mit dem eUp! zudem eine rein elektrisch angetriebene Variante versprochen.

Echter Volkswagen?
Laut VW soll der Up! für jeden erschwinglich sein und damit in die Fußstapfen des Käfers treten. So ist der Up! das dritte Modell, bei dem die Wolfsburger auf ihr Ur-Modell Bezug nehmen: zum einen beim Golf wegen des dauerhaften Verkaufserfolges, beim Beetle wegen der Form und jetzt beim Up! wegen des Preises. Dabei hat VW noch keinen Preis veröffentlicht – Spekulationen gehen davon aus, dass das Basismodell für 9.500 Euro zu haben sein wird. Damit könnte es für Konkurrenten wie den zweisitzigen Smart Fortwo (ab 10.190 Euro) und den drei-plus-ein-sitzigen Toyota iQ (ab 12.050 Euro) in Zukunft eng werden. Günstiger wären die beiden Viersitzer Nissan Pixo (ab 8.290 Euro) und Kia Picanto Dreitürer (ab 8.990 Euro). Präsentiert wird der Up! auf der IAA (15. bis 25. September 2011 in Frankfurt am Main), Verkaufsstart ist dann Ende 2011.

Smart-Eater: Der VW Up!