Sportwagen erstmals mit Siebengang-Schaltgetriebe und Start-Stopp-System

Modern und klassisch zugleich: Das ist der Anspruch, dem der Porsche 911 seit nunmehr fast 50 Jahren gerecht werden will. Der neuesten Generation, die Ende 2011 zu den Händlern kommt, dürfte dies einmal mehr gelingen. Erstmals live in Augenschein genommen werden kann der neue Elfer auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September 2011).

Zehn Zentimeter längerer Radstand
48 Jahre nach seinem Urahn von 1963 präsentiert sich der neue 911 Carrera sichtbar verjüngt, ohne sein Äußeres grundlegend zu verändern. Der Sportwagen setzt auch in Zukunft auf bekannte Proportionen, die Veränderungen zeigen sich im Detail. Die Karosseriehöhe wurde dezent minimiert, der Radstand hingegen um zehn Zentimeter verlängert. Muskulöse Kotflügel betonen die breitere Spur vorne. Die neu geformten Außenspiegel sind auf der Türbrüstung und nicht wie bisher im Spiegeldreieck angebracht. Am Heck fallen die schmalen, schlitzartigen Rückleuchten auf. Die in Leichtbauweise aus Aluminium und Stahl gefertigte Karosserie leistet einen erheblichen Anteil an der Gewichtsreduktion von bis zu 45 Kilogramm. Der verbreiterte, variabel ausfahrende Heckspoiler sorgt zusammen mit weiteren Maßnahmen für eine verbesserte Aerodynamik und verringerten Auftrieb.

Innenraum erinnert an Carrera GT
Bei der Gestaltung des Innenraums orientierten sich die Designer am Supersportwagen Carrera GT, der zwischen 2003 und 2006 gefertigt wurde. Der neue 911 besitzt eine stark nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit hoch liegendem Schalthebel. Auch innen finden sich diverse Porsche-typische Elemente wieder – wie die fünf Rundinstrumente mit mittig platziertem Drehzahlmesser oder das Zündschloss links vom Lenkrad.

Bis zu 16 Prozent weniger Verbrauch
Der neue 911 Carrera sowie der 911 Carrera S zeichnen sich nicht nur durch mehr Leistung (fünf PS beim 911 Carrera sowie 15 PS beim 911 Carrera S), sondern gleichzeitig durch deutlich reduzierte Verbräuche aus. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen genehmigen sich die neuen Versionen um bis zu 16 Prozent weniger Kraftstoff. Erreicht wird dies unter anderem durch ein Start-Stopp-System und das laut Porsche weltweit erste Siebengang-Schaltgetriebe. In Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK kann der Elfer auch ,segeln": Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, wird das Fahrzeug nicht durch die Motorbremse verlangsamt, sondern rollt entkoppelt vom Antrieb ungebremst über den Asphalt.

Carrera hat jetzt 350 PS
Ebenfalls einen Beitrag zur Verbrauchsreduktion versprechen die Schwaben durch die neue elektromechanische Servolenkung. So soll der 911 Carrera mit dem neuen 350 PS starken 3,4-Liter-Boxermotor und optionalem PDK nur 8,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, das sind 1,6 Liter weniger als beim Vorgänger. Der CO2-Ausstoß beträgt 194 Gramm je Kilometer. Der 911 Carrera S wird von einem 3,8-Liter-Boxer angetrieben, der nun 400 PS leistet. Der Normverbrauch beträgt hier in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe 8,7 Liter, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 205 Gramm je Kilometer. Gleichzeitig verbessern sich bei beiden Modellen die Fahrleistungen. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h absolviert der Carrera S mit PDK in 4,3 (bisher 4,5) Sekunden. Mit dem optionalen Sport- Chrono-Paket vergehen bei gedrückter Sport-Plus-Taste lediglich 4,1 Sekunden. Der Carrera mit PDK benötigt für den Standardspurt 4,6 (bisher 4,7) Sekunden, mit Sport-Plus-Taste sind es 4,4 Sekunden.

Neu: Aktive Wankstabilisierung
Für den 911 Carrera S ist erstmals die aktive Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) erhältlich. Das System reduziert die Seitenneigung bei Kurvenfahrt, wodurch die Reifen immer optimal zur Fahrbahn stehen und höhere Seitenkräfte übertragen können. So werden höhere Kurvengeschwindigkeiten und auf Rennstrecken schnellere Rundenzeiten ermöglicht. Zu den Händlern kommt der neue Elfer am 3. Dezember 2011. Die Preise für den 911 Carrera beginnen bei 88.037 Euro, der 911 Carrera S ist ab 102.436 Euro zu haben.

Der neue Porsche 911