Der VW-Konzern zeigte am Vorabend der IAA 2011 seine Neuheiten

Es ist schon vor der eigentlichen Eröffnung der IAA 2011 (15. bis 25. September) der Pflichttermin schlechthin für die Fachpresse: Der VW-Konzernabend."Driving Diversity", also etwa "die Vielfalt beim Fahren", war das Motto des diesjährigen Events. Das bedeutet Vielfalt der Marken und der Modelle. In diesem Jahr war es leider auch die Vielfalt der Pannen. Schon gleich zu Anfang, als VW-Pressesprecher Stefan Grühsem die Einleitungsworte sprach, machten Echos das Verstehen schwer. 2.352 Journalisten aus 43 Ländern – eine neue Rekordteilnehmerzahl beim VW-Abend – schmunzelten oder schüttelten den Kopf. Auch Prominenz war im Publikum, darunter der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, die Porsche-Enkel Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche, aber auch der Präsident des chinesischen Automobilverbands, Dong Yang, oder Altfußballer Günter Netzer.

Ballett der Marken
Beim Ballett von zehn Up-Fahrzeugen, für das die riesige Bühne der Frankfurter Ballsporthalle wie geschaffen schien, ging alles glatt. Der neue VW-Hoffnungsträger wird ab 9.850 Euro zu haben sein, als Bluemotion-Variante mit Erdgasmotor nur 79 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren und ab 2013 auch als Elektroauto in Serie gehen. Auf den Fünftürer oder die Versionen von Skoda und Seat warteten die Gäste jedoch vergeblich. Bei Wolfgang Dürheimer, dem Schwaben an der Spitze der Nobelmarken Bentley und Bugatti, fuhren das 575 PS starke Nobel-Cabrio Bentley Continental GTC und der einzigartige Porzellan-Bugatti Veyron L'Or Blanc auf die Bühne. Hier ist alles edelste Handwerkskunst, zum entsprechenden Preis, versteht sich. Eine willkommene Abwechslung unter dem Motto ,Neue Märkte erobern" war Skodas multikulturell angehauchter Auftritt – passend zur Studie MissionL, die mit sachlichem Design die Lücke zwischen Fabia und Octavia schließen soll. Das Auto ist vor allem für die aufstrebenden Märkte der Welt wie Indien gedacht, dort startet die Serienversion schon Ende 2011. Deutsche Kunden müssen sich noch bis Frühjahr 2012 gedulden. "Abwarten" lautet auch die Devise bei der Seat-Studie IBL Concept. Sie könnte einen Ausblick auf einen kommenden Toledo geben, der die Zwischenlösung Exeo ersetzt.

In 2,5 Sekunden auf 100
Bei Audi fuhr die Studie A2 Concept eine Runde über die Bühne und verschwand wieder. Immerhin etwas, denn auf der Audi-Veranstaltung am Tag zuvor hatte man sie schmerzlich vermisst. Eines der Highlights des VW-Abends war natürlich der neue Porsche 911. Er fuhr unter Blitzlichtgewitter auf die Bühne, flankiert von der Elfer-Ahnengalerie seit 1963. In Frankfurt war die zehnte Konzernmarke schon präsent, obwohl sich der Integrationsprozess noch bis 2012 hinzieht. Den größten Applaus von den Journalisten erzielte Lamborghini mit seinem feurigen Auftritt. Markenchef Stephan Winkelmann führte den 570 PS starken Gallardo Super Trofeo Stradale vor und kündigte zudem an, dass die Studie Sesto Elemento in Serie gehen wird, allerdings nur in einer Stückzahl von 20 Exemplaren. Das nur 999 Kilo schwere Auto hat den gleichen Motor wie der Super Trofeo Stradale und schafft so den Sprint auf Tempo 100 in spektakulären 2,5 Sekunden.

Abgewürgt und demoliert
Soweit, so gut. Von hier an aber setzten Pleiten, Pech und Pannen dem Abend zu. Eine Motorsporteinlage mit der Ankündigung, dass VW mit einem Polo 1.6 TSI in der Rallye-WM starten wird, gipfelte im Abwürgen des Renngefährts durch Motorsportchef Kris Nissen. Die Seat-Vorstellung endete mit der Teildemolierung der Studie IBL Concept beim Hinausfahren durch eine Tür, die sich zu früh schloss. Und bei Porsche gelang es Markenchef Matthias Müller erst nach zahlreichen Versuchen, den neuen 911 aus der nebelspeienden Garage zu fahren.

Am Schluss wieder mal ein Rekord
Auch wenn die Präsentationspannen nicht ganz zum Konzernanspruch als Europas größtem Autohersteller passten: Bei der Kernkompetenz, dem Bauen guter Autos für alle möglichen Länder und Segmente, scheint alles bestens zu laufen. Konzern-Boss Martin Winterkorn jedenfalls beschloss den Abend mit einer Erfolgsmeldung: 5,4 Millionen Autos hat Volkswagen in den ersten acht Monaten des Jahres weltweit verkauft, ein neuer Rekord. Auch wenn der Ausblick eher düster ist: ,Die nächsten Monate werden keine Selbstläufer", so der VW-Kapitän.

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