Geschärfte Rennversionen von Nissan GT-R und Leaf

Mit zwei Rennwagen der besonderen Sorte macht Nissan auf sich aufmerksam. Dabei könnten die Unterschiede kaum größer sein: Während der GT-R GT3 mit mindestens 550 PS aus einem Verbrennungsmotor über die Strecken donnert, gleitet der 109 PS starke Leaf Nismo RC komplett elektrisch und lautlos über den Asphalt. Einzige Gemeinsamkeit: Beide Fahrzeuge entstanden unter Federführung von Nismo, der Motorsportabteilung von Nissan.

Doping für den Boliden
Bei dem Nissan GT-R GT3 handelt es sich um ein nach dem GT3-Reglement des Weltverbands FIA vorbereiteten Rennwagen für die Saison 2013. Dabei nutzte Nismo die in der 2012er-Saison gewonnenen Erkenntnisse, darunter aus der japanischen Super-GT-Serie und dem britischen GT-Championat. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen die Motorleistung, die Aerodynamik, die Bremsbalance, das Fahrwerk und die Getriebeübersetzung. So spenden veränderte Steuerzeiten für die Nockenwellen dem 3,8 Liter großen Biturbo-V6 mit 550 PS ein etwas höheres Drehmoment von mindestens 637 Newtonmeter. Zusätzliche Luftleitbleche am Frontspoiler, so genannte ,Flics", verbessern die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Vergrößerte Lüftungsschlitze in den vorderen Kotflügeln beschleunigen die Abluftabfuhr von den Bremsen. Auch die Position des großen Heckspoilers wurde geändert. Der Nissan GT-R GT3 ist ein lupenreiner Rennwagen und kann nicht für den öffentlichen Straßenverkehr angemeldet werden. Jedes Fahrzeug wird auf Einzelbestellung gefertigt, der Preis beträgt mindestens 338.000 Euro.

Renner unter Hochspannung
Ein ganz anderes Kaliber ist der Nissan Leaf Nismo RC. Er basiert auf dem Elektroauto Leaf und nutzt dessen 80-Kilowatt-Antrieb plus Lithium-Ionen-Batterie mit 48 Akku-Modulen. Unterschiede gibt es aber bei der Anordnung: Zugunsten einer besseren Gewichtsverteilung wanderten Batterie, Motor und Inverter in die Fahrzeugmitte. Zudem werden beim Renn-Leaf die Hinterräder angetrieben. Der rasante Stromer musste eine Radikal-Diät über sich ergehen lassen, um nur noch 938 Kilogramm zu wiegen. Das sind 40 Prozent weniger als beim normalen Leaf. So weist der Wagen ein Kohlefaser-Monocoque auf, hintere Türen, Rückbank oder auch sämtliche Dämmmaterialien wurden entfernt. Der Leaf Nismo RC ist zudem stattliche 35 Zentimeter niedriger und 17 Zentimeter breiter als die Serienversion. Der Aufwand lohnt sich: In 6,8 Sekunden sprintet der Rennflitzer von null auf 100 km/h. Maximal sind 150 Sachen möglich. Im Renntempo reicht eine Batterieladung gerade einmal für 20 Minuten. Käuflich zu erwerben ist der Leaf Nismo RC noch nicht, bislang dient er laut Nissan als ,rollendes Labor".

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