Land Rover DC100 und DC100 Sport

Seit über 60 Jahren baut Land Rover den Defender nahezu unverändert. Wie eine Neuinterpretation des Geländewagen-Klassikers aussehen könnte, ist vom 15. bis zum 25. September 2011 auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt zu sehen. Dort stellt die englische Traditionsmarke erstmals die Konzeptstudie DC100 vor – in zwei unterschiedlichen Varianten.

Vorne etwas runder
Der DC100 und der DC100 Sport nehmen einige entscheidende Charakterzüge des Defender auf und entwickeln sie mit neuen Design-Ideen fort. Beibehalten wird die eckige Kastenform. Lediglich an der Frontpartie mit Doppelscheinwerfern und markantem Kühlergrill finden sich nun einige Rundungen. Hinzu kommen kompakte Abmessungen, kurze Karosserieüberhänge und mächtige 22-Zoll-Leichtmetallräder. Eine steil stehende Windschutzscheibe soll für gute Übersicht sorgen. Dank auswechselbarer Heckabdeckung stehen entweder ein größerer Laderaum oder zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung. Ins das Dach der Studie sind Solarzellen integriert, welche die Energieversorgung der Bordsysteme sicherstellen soll. Darüber hinaus erhielt das Concept Car eine Speziallackierung in Silbermetallic. Sie reflektiert Sonnenstrahlen und hält dadurch in heißen Klimazonen den Innenraum kühler, so Land Rover.

Offene Sport-Variante
Der DC100 Sport erinnert an frühere Land-Rover-Modelle, die ein Faltdach und eine klappbare Frontscheibe besaßen. In der Neuinterpretation gibt es nun eine Panorama-Windschutzscheibe und abnehmbare Seitenfenster. Nach hinten erstreckt sich ein markant geformtes Fließheck, das die Ladefläche umschließt. Spezielle Befestigungen erlauben den Transport auch großer Sportgeräte. Der Innenraum beider Varianten präsentiert sich karg und robust. Wie bei früheren Modellen der Marke können vorne bis zu drei Personen nebeneinander sitzen. Unter dem mittleren Platz verbirgt sich ein großes Ablagefach. Der Beifahrersitz kann weggeklappt werden, um die Transportkapazität zu erhöhen.

Zentral platzierter Touchscreen
Die Instrumenteneinheit ist mittig an der Armaturentafel platziert, wie dies bereits beim Ur-Landy von 1948 der Fall war. Statt klassischer Rundinstrumente gibt es jetzt allerdings einen großen Touchscreen. Er dient als zentrale Steuereinheit des Fahrzeugs und kann aus dem Wagen herausgenommen werden. Die mit einem stoß- und wasserfesten Silikongehäuse versehene Einheit verfügt über eine eigene Stromversorgung, eine Festplatte, eine Kamera sowie einen GPS-Empfänger. So kann der Touchscreen auch als mobiles Navigationsgerät genutzt werden. Während im DC100 strapazierfähige Materialien Verwendung finden, präsentiert sich die Sport-Variante mit Lederausstattung etwas luxuriöser.

Ein Diesel und ein Benziner
Beiden Ausführungen der Studie teilen die gleiche flexible Basis: eine hoch entwickelte Mischlegierungs-Plattform und den namensgebenden 100-Zoll-Radstand. Während der DC100 von einem Zweiliter-Diesel angetrieben wird, sorgt in der Sport-Variante ein Benzinaggregat mit ebenfalls zwei Liter Hubraum für Vortrieb. Angaben zu Leistung oder Drehmoment macht Land Rover nicht. Beide Triebwerke sind jedoch bereits für die Aufrüstung zum Parallel- oder Plug-in-Hybrid vorbereitet.

Viele Gänge und Start-Stopp
Kombiniert werden die Antriebe mit einer Achtgang-Schaltung sowie einem Start-Stopp-System. Ein Verteilergetriebe stellt eine Vielzahl von Gängen inklusive Untersetzung für die unterschiedlichsten Anforderungen auf der Straße und im Gelände zur Verfügung. Eine neue Generation des ,Terrain Response"-Systems passt sich dem jeweiligen Untergrund an, ohne dass der Fahrer eine Vorauswahl treffen muss. Hilfreich dabei sind hochauflösende Frontkameras, die den Bereich vor dem Fahrzeug überwachen. Der so genannte ,Terrain-i-Scanner" kann zudem ein virtuelles 3D-Bild des vor dem Wagen liegenden Untergrunds erzeugen und auf dem zentralen Monitor anzeigen.

Für fast jede Wasserdurchfahrt geeignet
Dank Luftfederung kann die Bodenfreiheit des DC100 auf maximal 320 Millimeter angehoben werden. Der DC100 Sport verfügt über ein ,Magneride"-Fahrwerk, das auf der Straße sportwagenähnliches Handling ermöglichen soll, ohne die Geländefähigkeiten zu verwässern. Für Wasserdurchfahrten hat Land Rover ein auf Sonartechnik basierendes System entwickelt. Hier vergrößert sich die Bodenfreiheit automatisch, alle Karosserieöffnungen werden verschlossen und ein niedriger Gang eingelegt. Der DC100 erreicht dank dieser Technologie eine maximale Wattiefe von 750 Millimetern.

Gallery: Defender von morgen