Radikal auf 800 PS getunter Mercedes CLS soll über 370 km/h schaffen

Der Bottroper Autoveredler Brabus hat wieder alle Tuningkräfte gebündelt und den Rocket 800 auf die Räder gestellt. Das Gefährt basiert auf dem Mercedes CLS. ,Die schnellste Limousine der Welt" steht vom 15. bis 25. September 2011 auf der Internationalen Automobilausstellung IAA.

Getunter Zwölfzylinder
Den CLS gibt es normalerweise mit maximal acht Zylindern. Nicht genug für Brabus: Kurzerhand quetscht der Tuner den V12-Biturbo aus der 600er-S-Klasse in den Motorraum. Der Hubraum wird von 5,5 auf 6,2 Liter erhöht. Die Ein- und Auslasskanäle der beiden Zylinderköpfe werden strömungsoptimiert und mit Sportnockenwellen ausgerüstet. Luft bekommt der Zwölfender über ein Ram-Air-System, das aus Karbon gefertigt wird und in die Motorhaube integriert ist. Zum neuen Doppelturbo-System gehören zwei Spezialkrümmer mit integrierten Turboladern plus Ladeluftkühlung. Ausgeatmet wird über eine Hochleistungsauspuffanlage aus Edelstahl. Alle Modifikationen stimmt Brabus über die Bordelektronik aufeinander ab – das Triebwerk erfüllt weiter die Euro-5-Norm. Parallel passt der Tuner auch die Systeme wie Traktionskontrolle, ESP, ABS und Bremsassistent an die gestiegene Leistung an.

Über 370 km/h Spitze
Generiert der Biturbo-V12 im S 600 bereits 517 PS, sind im Rocket 800, wie der Name schon ausdrückt, nicht weniger als 800 Pferde am Werk. Das Drehmoment steigt von 830 auf 1.420 Newtonmeter – allerdings dürfen nur 1.100 davon auf die Kurbelwelle losgelassen werden. Die Mehr-Power resultiert nach Brabus-Angaben mit der längsten Getriebeübersetzung in einer Höchstgeschwindigkeit von ,über 370 km/h". Dazu müssen allerdings die richtigen Reifen aufgezogen sein. Für den Straßenbetrieb regelt Brabus den Rocket 800 daher bei 350 km/h ab. Von null auf 100 km/h geht es 3,7 Sekunden, auf 200 in 9,8 Sekunden und auf 300 in 23,8 Sekunden. Ein Sperrdifferenzial soll die Traktion optimieren. Das Schalten übernimmt eine Siebengang-Automatik, bei der auch manuell eingegriffen werden kann. Den kombinierten Kraftstoffverbrauch gibt Brabus mit 15,7 Liter auf 100 Kilometer an.

Mit Heckflügel und Gewindefahrwerk
Die neuen Karosserieteile wurden im Windkanal entwickelt und bestehen aus Karbon. Der Frontspoiler ist mit eckigen, groß dimensionierten Kühlöffnungen ausgestattet. Gleichzeitig soll er den Auftrieb an der Vorderachse sowie den cW-Wert verringern. In die neuen Seitenschweller-Verkleidungen sind LED-Einstiegsleuchten integriert. Durch Kotflügelverbreiterungen legt der Rocket 800 gegenüber dem normalen CLS an der Hinterachse um 40 Millimeter zu. Auf dem Kofferraumdeckel bringt der Tuner einen auffälligen Heckflügel an, die hintere Schürze beinhaltet einen Diffusor. Für das Fahrverhalten zeichnet ein Gewindefahrwerk mit einstellbarem Dämpfer-Setup verantwortlich, das zusammen mit Bilstein entwickelt wurde. An den Achsen drehen sich 19-Zoll-Räder. Die Verzögerung übernimmt eine Hochleistungsbremsanlage.

Luxus-Interieur
Im Inneren des Rocket 800 setzt Brabus auf eine Mischung von Aluminium, ,Piano-Wood", Leder und Alcantara. Die Einstiegsleisten mit dem beleuchteten Namen des Fahrzeugs bestehen aus Edelstahl. Das luxuriöse 800-PS-Geschoss ist keine Stangenware. Es wird auf Bestellung gebaut und kostet mindestens 429.000 Euro.

Bildergalerie: Schnellste Limousine