Weniger PS, aber trotzdem mehr Kraft

Mehr Kraft als der stärkste Audi R8, aber ein bis zu 1.680 Liter großer Kofferraum: Diese beeindruckende Mischung hält der neue Audi RS 6 Avant parat.

Kein Zehnzylinder mehr
Ähnlich wie der BMW M5 verabschiedet sich auch der RS 6 Avant vom Zehnzylinder, der dort bislang aus fünf Liter Hubraum 580 PS holt. An seine Stelle rückt ein Biturbo-V8 mit vier Liter Hubraum und 560 PS. Interessant: Exakt die gleiche Leistung stellt der M5 bereit. Der Motor des RS 6 Avant stellt trotz etwas weniger PS als bisher deutlich mehr Drehmoment bereit: Zwischen 1.750 und 5.500 Umdrehungen liegen konstant 700 Newtonmeter an. Die beiden großen Twinscroll-Turbolader sitzen zusammen mit ihrem Ladeluftkühler im Innen-V der Zylinderbänke. Schaltbare Klappen in der Abgasanlage lassen den Sound des Aggregats bei Bedarf noch voller klingen, optional ist eine Sport-Abgasanlage lieferbar.

Unter vier Sekunden auf 100
Geschaltet per Achtgang-Automatik, rennt der Audi RS 6 Avant in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 km/h begrenzt, mit dem optionalen Dynamikpaket sind 280 Sachen drin. Noch eine Schippe drauf legt das ,Dynamikpaket plus": Hier sind dann sogar 305 km/h möglich. Eingebremst wird die Fuhre durch vordere Bremsscheiben mit 390 Millimeter Durchmesser und Sechskolben-Sättel. Auf Wunsch stehen Kohlefaser-Keramik-Scheiben mit 420 Millimeter Durchmesser bereit. Das ESP verfügt über einen Sportmodus und lässt sich auch ganz deaktivieren.

Einfach mal abschalten
Um den neuen RS 6 Avant sparsamer als seinen Vorgänger zu machen, wurde er nicht nur um 100 Kilogramm abgespeckt. Hinzu kommt beim verwendeten 4.0 TFSI eine Zylinderabschaltung, ein lang übersetzter achter Gang soll den Verbrauch senken. Außerdem ist ein Start-Stopp-System serienmäßig an Bord. Durchschnittlich 9,8 Liter soll der RS 6 Avant verbrauchen.

Auf allen Vieren
Wie gehabt ist selbstverständlich ein permanenter Allradantrieb an Bord. Herzstück sind ein selbstsperrendes Mittendifferenzial mit erhöhtem Sperrwert und eine radselektive Momentensteuerung. Auf Wunsch verteilt ein Sportdifferenzial die Kräfte stufenlos zwischen den hinteren Rädern. Ebenfalls serienmäßig ist eine spezifisch abgestimmte Luftfederung, welche die Karosserie um 20 Millimeter tiefer legt. Das System berücksichtigt unter anderem den Straßenzustand und den Modus im so genannten Drive-Select-System, den der Fahrer eingestellt hat. Ein strafferes Sportfahrwerk steht gegen Aufpreis bereit. Hier kommen Stahlfedern und dreifach einstellbare Dämpfer zum Einsatz, die diagonal über Ölleitungen und ein Zentralventil miteinander verbunden sind. Das soll laut Audi die Wankstabilität verbessern.

Reichhaltige Ausstattung
Serienmäßig rollt der Audi RS 6 Avant auf 20-Zoll-Schmiederädern, optional sind auch 21-Zöller zu haben. Karosseriedetails in mattem Aluminium sowie Kotflügel- und Schwellerverbreiterungen weisen äußerlich auf den Hochleistungs-Kombi hin. Im Fond sind normalerweise zwei ausgeformte Sitze zu finden, optional ist eine Rückbank mit drei Sitzplätzen lieferbar. Bereits ab Werk lässt sich Audi nicht lumpen und stattet den RS 6 Avant unter anderem mit Xenon-Scheinwerfern, einer Dreizonen-Klimaautomatik, einer Einparkhilfe, einem Navi sowie einem Soundsystem mit zehn Lautsprechern aus. Der Marktstart des RS 6 Avant ist für den Sommer 2013 vorgesehen, der Preis beträgt 107.900 Euro.

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