Elektroauto Mute auf der IAA

Die Halle 4 auf der IAA (noch bis 25. September 2011) hat es in sich. Die ,Halle der Elektromobilität" beherbergt unter anderem auch den Mute, eine Studie der Technischen Universität München (TUM).

Elektromotor mit nur 20 PS
Das englische Wort Mute bedeutet stumm, aber auch unergiebig, hat also eine eher negative Note. Ausdrücken wollte man wohl, dass das Auto als Elektrofahrzeug fast geräuschlos fährt. Mit dem Mute haben die Forscher einen dreitürigen Zweisitzer geschaffen. Mit 3,55 Meter ist das Citymobil etwa so lang wie ein Fiat 500. Für die Zulassung in der Leichtfahrzeug-Klasse L7E wurde der Elektromotor auf 15 Kilowatt (20 PS) abgeregelt. Er treibt die Hinterachse an und beschleunigt das Fahrzeug auf bis zu 120 km/h. Der Lithium-Ionen-Akku speichert zehn Kilowattstunden Energie und ermöglicht eine garantierte Mindestreichweite von 100 Kilometer. Bei Bedarf dienen Zink-Luft-Batterien als Reserveakkus. Man bezeichnet dergleichen auch als Range Extender oder Reichweitenverlängerer.

Aktives Torque Vectoring
Entscheidend für die hohe Effizienz des Mute ist das geringe Gewicht von nur 500 Kilogramm einschließlich der Batterien. Verwendet wurden ein stabiler Rahmen aus Aluminium und eine Karosserie aus CFK, also kohlefaserverstärktem Kunststoff. Der cW-Wert erreicht ordentliche 0,27 bei einer Stirnfläche von 1,69 Quadratmeter. Einen weiteren Beitrag zur Effizienz leistet das aktive Torque-Vectoring-Differenzial: Eine kleine Elektromaschine im Differenzial, die sowohl als Elektromotor als auch als Generator betrieben werden kann, verteilt die Kraft auf die beiden Hinterräder. Insbesondere beim Bremsen in Kurven kann auf diese Weise doppelt so viel Energie zurück gewonnen werden wie ohne Torque Vectoring. Gleichzeitig wird das Auto durch die günstige Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte sehr viel agiler und sicherer, so die TUM-Ingenieure.

ESP und crashoptimierte Fahrgastzelle
Zum Sicherheitspaket gehören ein ESP und eine crashoptimierte Fahrgastzelle. Aus Kosten- und Gewichtsgründen wurden Funktionen wie Navigation und Infotainment auf einem zentralen Touchpad zusammengefasst. Auch serverbasierte Dienste hat die TUM eingeplant. So kann der Besitzer per Smartphone den aktuellen Ladezustand des Autos abfragen. Entwickelt wurde der Mute von mehr als 200 Mitarbeitern und Studierenden von 20 Lehrstühlen der TU München.

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