Starke Hybrid-Studie glänzt auf der IAA 2011

Fast vierzig Jahre mussten die Jaguar-Fans warten, doch nun scheint sich ihr sehnlichster Wunsch zu erfüllen: ein legitimer Nachfolger für den unvergessenen E-Type. Wie der Enkel der Sportwagen-Ikone aussieht, zeigt die Studie C-X16 auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September 2011).

Fahrmaschine aus Aluminium
Das Design soll die Rolle des C-X16 als ,lupenreine Fahrmaschine" zum Ausdruck bringen. Sowohl das Chassis als auch die Karosserie bestehen aus Aluminium. Erstmals kommen neue Jaguar-Stilelemente vor, darunter ein gerundeter, trapezförmiger Kühlergrill und rechteckige Scheinwerfer. Bei den Abmessungen ergeben sich interessante Parallelen zum E-Type: So ist der C-X16 mit 4,45 Meter genauso lang wie der Ur-E, der Radstand von 2,62 Meter ist nur vier Zentimeter kürzer. Dafür geht das Zukunftsmodell ordentlich in die Breite, sie misst 2,05 Meter. Die Höhe beträgt 1,32 Meter.

Extravagante Details
Über bündig anliegende Türgriffe gelangt man ins Innere des C-X16. Auf leichte Berührung reagierende Sensoren aktivieren lautlos kleine Elektromotoren, welche die Öffner ausfahren. In die Serie wird diese aufwendige Lösung aber wohl nicht gehen. Auch im Interieur finden sich Zukunftstechnologien. Darunter multifunktionale Drehregler mit integrierten und miniaturisierten OLED-Displays. Die dort zu sehenden Anzeigen konfigurieren sich je nach angewählter Funktion neu. Ein weiteres Feature ist die Smartphone-Integration, welche gemeinsam mit Blackberry entwickelt wurde. Dabei bildet der zentrale Touchscreen-Monitor im Auto die Bedienoberfläche eines Tablet-PCs exakt ab. Die auf den Fahrer zugeschnittene Kabine ist mit Leder und Veloursleder im Farbton ,Vermillon Red" ausgeschlagen, die manuell einstellbaren Schalensitze bestehen aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Zudem werten Applikationen aus Aluminium, Chrom und Klavierlack den Innenraum auf. Nur bei Bedarf kommen die Lüftungsdüsen, welche an Triebwerke eines Kampfjets erinnern sollen, aus der Versenkung. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, ziehen sich die Düsen wieder zurück.

Zusatz-Kick mit Strom
Der C-X16 setzt auf ein Antriebslayout mit Frontmotor und Hinterradantrieb. Die Hauptarbeit übernimmt ein neu entwickelter V6-Benziner mit Twin-Scroll-Kompressoraufladung und Direkteinspritzung. Seine Leistung beträgt 380 PS, das maximale Drehmoment 450 Newtonmeter. Drückt der Fahrer einen ,Boost"-Knopf am Lenkrad, aktiviert ein Elektromotor für die Dauer von maximal zehn Sekunden zusätzlich 70 Kilowatt (95 PS) und 235 Newtonmeter Drehmoment. Bis zu einem Tempo von 80 km/h kann die Studie mit Hilfe von hinter den Sitzen verstauten Lithium-Ionen-Batterien auch rein elektrisch fahren. Eine Start-Stopp-Automatik hält den Spargedanken hoch. In Verbindung mit einer Achtstufen-Automatik erreicht der C-X16 nach 4,4 Sekunden Tempo 100, maximal sind 300 km/h möglich. Trotzdem soll der Verbrauch des 1,6 Tonnen wiegenden Sportwagens bei nur 6,9 Liter auf 100 Kilometer liegen, der CO2-Ausstoß beträgt 165 Gramm pro Kilometer.

Start noch 2012?
Wann genau die Serienversion des C-X16 auf den Markt kommen wird, ist noch unklar. Denkbar ist ein Debüt auf dem Genfer Salon im Frühjahr 2012. Zumindestens in Sachen Preis gibt es von Jaguar bereits eine ungefähre Hausnummer: Zwischen 60.000 und 80.000 Euro könnte das Modell kosten, deutlich weniger als der größere XK.

Bildergalerie: Der Enkel des E-Type