Ab 2014 soll es eine moderne Ausgabe des Jensen Interceptor geben

Der Jensen Interceptor kommt wieder. Eine Investmentfirma namens CCP, die schon im Zusammenhang mit Spyker und Saab in Erscheinung trat, will den Luxus-GT bauen. Auftraggeber ist Healey Sports Cars Switzerland. Die im Schweizer Ort Valbella ansässige Firma besitzt unter anderem alle Rechte an Namen und Designs von Jensen.

Produktion ab 2014
Nach eigenen Angaben möchte CCP die Entwicklung des neuen Jensen in Großbritannien abschließen und ab 2014 die Produktion in einer neuen Fabrik in Coventry aufnehmen – an der Stelle, wo früher Jaguar Autos fertigte. Vorbild für das neue Automodell ist der zwischen 1966 und 1976 von Jensen gebaute Interceptor. Der Name stammt aus der Militär-Luftfahrt und steht für einen Abfangjäger. Wie der Alte wird auch der Neue ein viersitziger Gran Turismo. Chassis sowie Karosserie werden Eigenentwicklungen aus Aluminium sein. Genaues zu den technischen Spezifikationen teilte CCP noch nicht mit. Ebenso wenig werden Preise genannt.

Ultra-exklusiv
CCP gibt an, eine ,Ultra-Exklusivität" sicherzustellen zu wollen. Daher ist damit zu rechnen, dass es sich nicht um Stangenware handeln wird. Wer die automobilen Gegner des Abfangjägers sein sollen, haben CCP und Healey Sports Cars Switzerland nicht formuliert. Wer neben seinem Bentley Continental GT noch einen Platz in der Garage frei hat, ist dem Interceptor vermutlich nicht abgeneigt. Kunden müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Den ersten fertigen Vorserien-Interceptor will CCP zwar schon Ende 2012 präsentieren, aber erst 2014 sollen die ersten Kunden-Exemplare ausgeliefert werden.

Interceptor – starkes Kultcoupé
Ursprünglich war die Firma Jensen ein kleiner britischer Autohersteller. Sie existierte von 1936 bis 1976. Der Name Interceptor tauchte zum ersten Mal 1950 auf und wurde für ein Cabrio verwende. Ab 1952 kam noch ein Coupé dazu. Nur 88 Exemplare sollen von beiden Versionen zusammen bis 1958 gebaut worden sein. Ab 1966 gab es einen neuen Interceptor. Die alte Baureihe wurde daraufhin als Early Interceptor bezeichnet. Das Modell von 1966 erfuhr 1969 und 1971 diverse Überarbeitungen. Die V8-Motoren stammten stets von Chrysler. Zunächst gab es ein Triebwerk mit 6,3 Liter Hubraum und für damalige Verhältnisse mächtigen 325 PS.

Ab 1971 mehr Hubraum, aber weniger Power
Doch Anfang der 1970er-Jahre wurden die US-Abgasgesetze verschärft, die Jensen einhalten musste, wenn weiterhin Fahrzeuge nach Übersee gehen sollten. Das hätte einen drastischen Leistungseinbruch des 6,3-Liter-V8 zur Folge gehabt. Damit der PS-Niedergang nicht so hoch ausfiel, verwendete Jensen ab 1971 einen 7,2-Liter-V8-Motor. Dieser leistete 285 PS, lastete aber schwerer auf der Vorderachse – mit der Sportlichkeit war es vorbei. Geblieben ist beim Coupé bis 1976 die gestreckte, kantige Form. Charakteristisch ist die große, gewölbte Heckscheibe. Neben dem Coupé wurde ab 1974 auch ein Cabriolet produziert, um Kundenwünschen in den USA zu entsprechen.

Bildergalerie: Luxus-Abfangjäger