Skoda Octavia: Die dritte Generation

Mladá Boleslav (Tschechien), 12. Dezember 2012 – ,Der Octavia ist unser Bester", sagt Skoda-Chef Winfried Vahland. ,Er ist das Herz der Marke, eine Klasse für sich." Viele Lorbeeren für das Auto, aber es ist was dran: Der Octavia gehört ebenso zur Identität von Skoda wie der Golf zu VW. Nun wurde die dritte Generation des Kompakten im Stammwerk Mladá Boleslav präsentiert.

Deutlich länger und breiter
Die dritte Generation, so Skoda-Chef Vahland, führt die Baureihe konsequent weiter. Schon immer hatte das Auto, obwohl es auf der gleichen Plattform wie der VW Golf basierte, einen Fuß in der Mittelklasse. Von außen sah der Wagen immer aus wie eine Stufenhecklimousine, und erst beim Öffnen der Heckklappe wurde klar, dass hier das Gepäck über eine große Öffnung wie beim Golf eingeladen werden konnte. Dies ändert sich auch beim neuesten Modell nicht. Optisch ist der Unterschied zum Octavia II groß, doch dafür sieht das Auto dem Skoda Rapid sehr ähnlich. Deutlich gegenüber dem Vorgänger verändert sind die Abmessungen. Mit neun Zentimeter mehr Länge wächst der Octavia auf stattliche 4,66 Meter. Damit liegt er genau zwischen dem 4,48 Meter langen Rapid sowie dem 4,84 Meter langen Superb. Trotz gewachsener Maße ist der Kompakte bis zu 102 Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Skoda nennt das neue Modell sogar ,den leichtesten Octavia aller Zeiten". Wie bei den Verwandten aus dem VW-Konzern halfen eine optimierte Form von diversen Blechteilen sowie hochfeste Stahlsorten beim Abspecken. Technisch basiert der Octavia III auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns, wie der Audi A3, der VW Golf und der Seat Leon.

Rätselraten bei den Motoren
Da der MQB die Basis ist, passen auch die dafür entwickelten neuen Motoren hinein. Vier Benziner und vier Diesel stehen zur Verfügung. Angekündigt werden ein 1.6 TDI mit 110 PS, der in der sparsamen Greenline-Version mit 3,4 Liter Diesel je 100 Kilometer auskommen soll, und ein 1.8 TSI mit 180 PS. Über die übrigen Motoren kann man spekulieren: Den Basismotor dürfte der 85 PS starke 1.2 TSI abgeben. Darüber wird wohl der gleiche Motor in der 105-PS-Variante rangieren. Dann könnte der 140 PS starke 1.4 TSI kommen sowie der erwähnte 1.8 TSI. Auf der Dieselseite könnte neben dem 1.6 TDI mit 110 PS ein 2.0 TDI mit 150 PS angeboten werden. Die übrigen MQB-Diesel wurden noch nicht vorgestellt, aber die PS-Zahlen 130 und 170 würden gut ins Portfolio passen. Eine Erdgasversion und ein sportlicher Octavia RS wurden schon offiziell angekündigt.

Elektronikhelfer wie bei Golf & Co
Aber nicht nur die Motoren, auch die elektronischen Assistenten übernimmt der Octavia von der Verwandtschaft. So gibt es nun auch bei den Tschechen einen Abstandstempomaten, einen aktiven Spurhalteassistenten, einen Müdigkeitswarner und die Multikollisionsbremse. Bei so viel Ähnlichkeit mussten natürlich auch ein paar Unterschiede her. Zu den ,Simply clever"-Lösungen gehört der vom Rapid her bekannte Eiskratzer in der Tankklappe. Außerdem ist der Kofferraum mit einem Teppich ausgelegt, dessen Unterseite aus abwaschbarem Plastik besteht. Wenn man Schmutziges oder Nasses transportieren will, dreht man den Teppich einfach um. Nur auf der normalen Seite lässt sich ein weiteres Goodie benutzen, ein per Klettband auf dem Teppich haftender Winkel, der helfen soll, etwa eine Aktentasche an ihrem Platz zu halten. Der Kofferraum fasst nun 590 bis 1.580 Liter und hat damit schon fast Kombi-Dimensionen. Außer den Fondsitzen lässt sich auch der Beifahrersitz umklappen. So passen selbst 2,74 Meter lange Gegenstände in den Wagen. Trotz des üppigen Platzangebots dürfte es aber auch vom neuen Octavia wieder einen Kombi geben. Wann das der Fall sein wird, wird ebenso wenig verraten wie das Startdatum der Octavia-Limousine und die Preise. Doch da bereits für den Januar 2013 zu ersten Testfahrten eingeladen wurde, dürften weitere Details bald folgen.

Der neue Octavia