US-Firma Gullwing America legt den 904 neu auf

Für viele Fans gilt er als schönster Porsche aller Zeiten: Der 1963 präsentierte 904, auch unter dem Namen Carrera GTS bekannt. Die gelungene Linienführung stammt von keinem Geringerem als dem 911-Designer F.A. Porsche.

Beinahe unbezahlbar
Eine Besonderheit des 904 war seine Kunststoffkarosserie, welche dem 4,09 Meter langen Wagen ein Leergewicht von nur 650 Kilogramm bescherte. Deshalb reichten maximal 180 PS in der Rennversion für bis zu 263 km/h Spitze. Größter sportlicher Erfolg des 904 war der Sieg bei der Targa Florio 1964 auf Sizilien. Gebaut wurden lediglich 116 Fahrzeuge, eines kostete damals 29.700 DM. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 war rund 8.000 Mark billiger. Heutzutage werden für einen originalen 904 gehobene sechsstellige Summen aufgerufen.

Boxster unter nostalgischer Optik
Für verzweifelte Fans gibt es nun einen Hoffnungsschimmer in Gestalt der US-Firma Gullwing America (GWA). Sie hat sich bereits einen Namen gemacht durch Mercedes- oder Ferrari-Umbauten im Retro-Stil. Jetzt folgt der 904 respektive P/904 Carrera, wie ihn GWA nennt. Er nutzt zugunsten des originalen Mittelmotor-Layouts die Plattform der jüngst abgelösten Boxster-Generation mit dem internen Code 987. Genauer gesagt: den Boxster S mit 295 PS aus 3,4 Liter Hubraum und Sechsgang-Schaltgetriebe.

Mehr Komfort
Die Karosserie des P/904 Carrera wird aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff gefertigt, hinzu kommen 18-Zoll-Felgen, um die Optik abzurunden. Im Gegensatz zum Original aus den 1960er-Jahren ist eine Fülle von Komfortextras an Bord, hier lässt der Boxster grüßen. Neben einer Klimaanlage integriert GWA zusätzlich LED-Leuchten, einen iPod-Anschluss und ein Navigationssystem. Zurzeit wird ein Prototyp des P/904 Carrera entwickelt, ein Termin zum Produktionsstart gibt es noch nicht. Die Umbaukosten beziffert GWA auf rund 70.000 Euro, einen Boxster muss der Kunde zusätzlich mitbringen. Einen eigenständigen 904-Nachbau ohne Verbindungen zu GWA stellt übrigens Heinz Kurek im bayerischen Puchheim auf die Räder: Er fertigt pro Jahr vier Exemplare seines GT6.

Moderne Schönheit