Wintertipps vom TÜV Süd

Von O bis O – von Oktober bis Ostern: So lautet eine Faustformel für die Winterreifen-Saison. In der kalten Jahreszeit bedeuten die Winterpneus ein unverzichtbares Sicherheitsplus. Die Haftung von Sommerreifen lässt bei winterlichen Straßenbedingungen spürbar nach. Bereits bei Temperaturen knapp über null Grad können die Gummimischungen von Sommerreifen verhärten. ,Jetzt ist die ideale Zeit, um die Winterreifen aufzuziehen – oder einen entsprechenden Werkstatttermin zu vereinbaren. So gibt es weder lange Wartezeiten noch böse Überraschungen", sagt Philip Puls vom TÜV Süd.

Winterreifenpflicht in Deutschland
Winterreifen haben in der Regel weichere Gummimischungen, die sich besser der Fahrbahnoberfläche anpassen. Gerade auf Schnee und Schneematsch zeigen Winterreifen ihre besondere Stärke. Abgesehen davon gilt seit dem vergangenen Jahr in Deutschland auch die ,Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen", so Puls. Wer die Winterreifen schon einige Jahre in Betrieb hat, sollte die Profiltiefe überprüfen. Unterschreitet der Messwert vier Millimeter, sind neue Reifen empfehlenswert. Für den Luftdruck gilt: Rund 0,2 bis 0,3 Bar oberhalb der Angabe des Fahrzeugherstellers sind in Ordnung – das erhält alle Vorteile und spart Sprit, weil der Rollwiderstand geringer ist.

Feuchtigkeit im Scheinwerfer
Vor dem Start in den Winter darf der kritische Blick auf die Lichtanlage nicht fehlen. Dabei sollte man ein besonderes Augenmerk auf die Scheinwerfer legen. Die Gläser müssen trocken und die Reflektoren klar sein. ,Ist Feuchtigkeit im Scheinwerfer oder der Reflektorspiegel blind, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Ersatz gekommen", unterstreicht Philip Puls. Neben einem Blick auf alle Lampen ist auch ein Funktionstest für die Nebelschlussleuchte angesagt.

Der jährliche Batterie-Check
Beim Start in den winterlichen Tag kann alles von der Autobatterie abhängen. Moderne Blei-Akkus gelten generell als wartungsfrei oder wartungsarm. Trotzdem sollte der Flüssigkeitsstand mindestens einmal im Jahr kontrolliert werden. Ist er zu niedrig, hilft destilliertes Wasser. Hängt der Flüssigkeitsverlust mit einem defekten Gehäuse zusammen, muss jedoch eine neue Batterie her. Im Zweifelsfall die Fachwerkstatt aufsuchen. ,Bei völlig wartungsfreien Akkus sind allerdings die Zellen oft gar nicht mehr zugänglich. Ist eine solche Batterie zu schwach, helfen nur noch Aufladen oder Austausch", erläutert Philip Puls. Er empfiehlt, die Oberfläche der Batterie stets sauber und trocken zu halten, vor dem Start in den Winter noch einmal den festen Sitz der Polklemmen zu überprüfen und diese Klemmen mit handelsüblichem Polfett einzureiben, um Kriechströme zu verhindern.

Alles für die freie Sicht
Den Stand der Kühlflüssigkeit zu checken und für Frostschutz möglichst bis minus 25 Grad Celsius zu sorgen, lohnt sich: Denn friert der Kühler ein, ist die Weiterfahrt gestoppt und es können gleich mehrere hundert Euro für die Reparatur fällig werden. ,Der Frostschutz in der Scheibenwaschanlage sollte ebenfalls nicht vernachlässigt werden – am besten bei jeder Fahrt zur Tankstelle überprüfen", so ein weiterer Tipp von TÜV Süd-Fachmann Puls. Der Schutz sollte bis mindestens minus zehn, besser bis minus 20 Grad Celsius reichen. Für klare Sicht sind zudem funktionsfähige Wischerblätter nötig. Hinterlassen die Scheibenwischer einen Schmierfilm, sollte erst einmal überprüft werden, ob Scheibe und Gummis wachs- und fettfrei sind. Dazu beides mit Alkohol reinigen. Schmieren die Wischer dann immer noch, ist ein Austausch erforderlich.

Türschlösser fetten
Damit man nicht beim ersten Frost vor verschlossenen Autotüren steht, sollte man jetzt die Türschlösser einfetten. ,Graphit oder Silikon eignen sich am besten, um das Zufrieren der Schlösser zu verhindern", merkt Puls an. Dichtungen und Gummileisten bekommen per Fettstift oder Silikon-Spray die notwendige Pflege – und sind so vor dem Zufrieren geschützt.

Das passende Winter-Equipment
Auch wenn man am liebsten noch nicht an den Winter denkt – wer jetzt alle Utensilien rund um Eis und Schnee vorbereitet, ist später im Vorteil: Defroster-Spray, Eiskratzer, Anti-Beschlagtücher, Handfeger, Frostschutz-Planen, Taschenlampen, warme Decken und Handschuhe können im Winter Gold wert sein. Wer sich häufiger – etwa zum Skifahren – in schneereichen Regionen aufhält, sollte auch gleich an Schneeketten und Schneeschaufel denken.

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