Die Evolution eines Spaßmobils: Von Karmann GF bis VW Buggy Up

Anfang der 1960er-Jahre entdeckten die vom Hippie-Lebensstil geprägten Kalifornier den Buggy für sich – ein kurzes Strandfahrzeug mit großen Reifen, ohne Dach und ohne Türen. Kurze Zeit später schwappte die Entdeckung des offenen Funmobils auch auf Deutschland über. In den 1980er-Jahren war das Vergnügen im luftigen Sommer-Fahrzeug allerdings schon wieder vorbei. Neue Sicherheitsvorschriften im Straßenverkehr machten die Konstruktion des Kultwagens immer aufwendiger und auch teurer. Der Buggy kam aus der Mode. Jetzt erweckt Volkswagen den Männer-Traum wieder zu neuem Leben. Auf Basis des Kleinstwagens Up zeigten die Wolfsburger auf der Automesse IAA im September 2011 die Studie Buggy Up – eine Neuinterpretation des Kultmobils von damals. Und das nicht ohne Grund: Die Grundlage des legendären Buggy bildete ein VW.

Ein Käfer im Hula-Rock
Der Buggy war zunächst ein Modell Marke Eigenbau. Als Grundlage bot sich der VW Käfer besonders gut an, weil er damals gebraucht günstig zu erwerben war, sich überall durchwühlen konnte und eine leicht abnehmbare Karosserie hatte. Diese wurde nämlich gegen einen offenen Body ausgetauscht. Für optimale Traktion auf dem sandigen Untergrund sorgen zusammengeschweißte Felgen mit maximaler Breite und überdimensionalen Reifen. Viele Buggys entstanden auf einem verkürzten Aufbau, indem aus der Bodengruppe 30 bis 40 Zentimeter herausgeflext wurden. Im Buggy-Heck sitzt meistens der Käfer-Serienmotor mit 34 bis 44 PS, leistungsgesteigerte Motoren bleiben die Ausnahme.

Der Buggy in Kleinserie
Auch nach Deutschland springt der Trend Anfang der 1970er-Jahre über. Von 1971 bis 1974 produziert Karmann einen Buggy auf Käfer-Basis. Der Karmann GF wird als Bausatz und als komplettes Neufahrzeug mit einem 44 PS starken Käfer-Motor angeboten. Zeitgleich gelingt es auch dem Volkswagen Großändler Autohaus Südhannover für den aus den USA importierten ,Imp Dune Buggy" eine Zulassung zu bekommen. In Deutschland wurden aber auch Buggys anderer Hersteller wie der des belgischen Kunststoff-Spezialisten Apal angeboten.

Große Fangemeinschaft
Ein Massenerfolg wurde der spartanische Open-Air-Flitzer nicht. Es entwickelte sich aber eine feste Fangemeinde. Viele Besitzer modifizierten ihre Fahrzeuge im Laufe der Jahre zu teils abenteuerlich wirkenden Kreationen mit reichlich Chrom und Effektlack, sodass original erhaltene Buggys heute großen Seltenheitswert haben. Die Studie Buggy Up ist eine Fortsetzung und eine moderne Neuinterpretation des Kultmobils. Im Gegensatz zu seinen Vorbildern ist das Concept Car nicht aus Fiberglas, sondern aus Hightech-Leichtbaustahl gefertigt. Ob der Kultwagen nach 40 Jahren wieder in Serie gehen wird, lässt VW noch offen. Wir sind aber guter Hoffnung, dass verrückte Autos mit Fahrspaß auch in Zukunft gefragt sein werden.

Gallery: Kommt der Buggy zurück?