Neue Limousine der Nobel-Japaner debütiert in Detroit

Während Nissans Nobelableger Infiniti hierzulande noch als Geheimtipp gilt, ist die Marke in den USA schon seit über 20 Jahren groß im Geschäft. Was liegt also näher, als das neueste Modell auf der Messe in Detroit (19. bis 27. Januar 2012) vorzustellen? Der Q50 ist das erste Fahrzeug der Japaner, welches die neue Nomenklatur aufgreift. Q bezeichnet Limousinen und Cabrios, QX hingegen steht für SUVs und Crossover. Die Ziffer dahinter dient ähnlich wie etwa bei Hyundai nur der Einordnung innerhalb der Modellpalette.

Nachfolger des G
Der Q50 löst die in die Jahre gekommene G-Limousine ab. Mit 4,78 Meter sind beide Fahrzeuge gleich lang, auch beim Radstand bleibt es bei 2,85 Meter. Damit liegt der Q50 größenmäßig zwischen der 3er- und der 5er-Reihe von BMW. Für den Aha-Effekt soll beim Infiniti ein wellenförmiges Design sorgen. Besonders auffällig ist hierbei die sichelförmige C-Säule. Je nach Motorisierung fasst der Kofferraum bis zu 500 Liter Gepäck. Auffälligstes Merkmal im Q50-Cockpit sind zwei große Touchscreens in der Mittelkonsole. Alle wichtigen Informationen und häufig genutzten Dienste erscheinen auf dem oberen Bildschirm, alles andere auf dem unteren Monitor. Beide Schirme arbeiten zusammen: So kann oben die Karte angezeigt werden, während unten beispielsweise Sonderziele gesucht werden. Einige Funktionen wie die Klimaregelung werden jedoch noch über klassische Schalter bedient. Eine Auswahl fahrzeugbezogener Apps ist bereits im System gespeichert, weitere Apps können per Smartphone oder USB-Stick aufgespielt werden. Eine weitere Besonderheit des Q50 ist das so genannte ,i-Key-System", welches die persönlichen Einstellungen von bis zu vier verschiedenen Fahrern speichert.

Auch mit Hybrid erhältlich
Zum US-Marktstart im Sommer 2013 ist der Infiniti Q50 in zwei Motorisierungen erhältlich. Neben einem 3,7-Liter-V6-Benziner mit 333 PS, variabler Ventilsteuerung und 365 Newtonmeter maximales Drehmoment ist auch ein Hybrid im Angebot. Hier wird ein 3,5-Liter-V6-Otto mit 306 PS mit einem 50 Kilowatt starken Elektromotor und einer Lithium-Ionen-Batterie verbunden. Die Systemleistung beträgt 268 Kilowatt respektive 365 PS. Beide Sechszylinder arbeiten mit einer Siebenstufen-Automatik zusammen. Sowohl der Benziner als auch der Hybrid sind entweder mit Hinterrad- oder Allradantrieb zu haben.

Meisterliche Abstimmung
Das Fahrwerk des Infiniti Q50 wurde mit Unterstützung von Formel-1-Champion Sebastian Vettel erprobt. Vorne kommen Doppelquerlenker zum Zuge, hinten ein Mehrlenkersystem. Auf Wunsch ist der Q50 auch in einer Sportversion mit strafferem Fahrwerk erhältlich. Serienmäßig rollt die Limousine auf 17-Zoll-Alufelgen mit 225er-Bereifung, optional sind 19-Zöller mit 245er-Gummis im Angebot. Ein Extra der besonderen Art ist die laut Infiniti weltweit erste Steer-by-Wire-Lenkung für Serienautos. Hier wird der Lenkbefehl nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch weitergegeben. Je nach Präferenz kann der Fahrer die Lenkkraftunterstützung als auch die Lenkübersetzung individuell einstellen. Als ,Backup-Lösung" für den Notfall besteht trotzdem noch eine mechanische Verbindung.

Besser lenken
Zum Zuge kommt die neue Lenkung unter anderem beim erweiterten Spurhalte-Assistenten. Hier wird nicht allein die Richtung korrigiert, sondern auch die Größe des Lenkradeinschlags optimiert, sodass der Fahrer nur ganz leichte Korrekturbewegungen per Lenkrad durchführen muss. Bei Spurrillen oder Seitenwind soll dieser Effekt laut Infiniti deutlich werden. Serienmäßig wird übrigens im Q50 eine klassische elektromechanische Lenkung angeboten.

Diesel für Europa
Die Europapremiere des Infiniti Q50 findet Anfang März 2013 auf dem Genfer Salon statt, der Marktstart in Deutschland ist für den Frühherbst anvisiert. Sehr wahrscheinlich wird dann zusätzlich der Dreiliter-Diesel mit 238 PS das Angebot ergänzen. Bislang startet die G-Reihe bei 40.000 Euro, in einer ähnlichen Preisregion dürfte auch der Q50 liegen.

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