Der ultraflache Holden Hurricane war seiner Zeit weit voraus

Wir schreiben das Jahr 1969. Halb Deutschland fährt in einem Käfer herum. Spektakulärer war zu der Zeit der C111 von Mercedes, ein Wankelmotor-Supersportwagen, der nie in Serie gebaut wurde. Auf der anderen Seite der Erde, in Australien, präsentierte die General-Motors-Tochter Holden 1969 ein äußerlich ganz ähnliches Fahrzeug. Der Hurricane war aber nicht nur eine anständig motorisierte Flunder auf Rädern, sondern hatte darüber hinaus noch einige bahnbrechende Elektronikspielereien mit an Bord. Das 42 Jahre alte Concept Car steht nun, nach fünfjähriger Restauration durch eine Gruppe von Holden-Designern und -Ingenieuren, in neuem Glanz da.

Nicht einmal einen Meter hoch
Das futuristisch anmutende Auto wurde 1969 als Experiment bezeichnet, mit dem man ,Design-Trends, Antriebssysteme und andere langfristige Entwicklungen" untersuchen wollte. Das Projekt wurde ganz im Geheimen vorangetrieben, der Codename lautete RD 001. Die Konstrukteure wählten eine Mittelmotor-Bauweise. Die Höhe des mit einem orangefarbenen Experimental-Metallic-Lack überzogenen Holden beträgt nur 99 Zentimeter. Befeuert wird der australische Keil von einem 4,2-Liter-V8, ein experimenteller Vorläufer des Holden-V8, der später im Jahr 1969 in die Serienproduktion ging. Das Hurricane-Triebwerk sitzt vor der Hinterachse, leistet 262 PS und ist mit einem Vierstromvergaser ausgerüstet, ein Feature, das erst Ende der 1970er-Jahre in Serie ging.

Passagiere liegen fast
Konventionelle Türen sucht man vergebens. Stattdessen wird der Innenraum von einer hydraulisch bewegten Haube abgedeckt, die sich nach vorne schwenken lässt. Das Einsteigen in den flachen Australier wird den Passagieren mit einer besonderen Technik erleichtert. Die Sitze fahren nach dem Öffnen des Cockpits elektrisch betrieben nach oben. Parallel zieht sich auch die Lenksäule zurück. Wenn die Insassen Platz genommen haben, werden sie in eine halbliegende Position gebracht, bevor sich das Dach schließt.

Spektakuläre Ausstattung
Im Cockpit des Hurricane findet man eine für 1969 zukunftsweisende Technik vor. Dazu gehören beispielsweise Digitalanzeigen, ein Radio mit automatischer Sendersuche und eine Klimaautomatik. Eine Außenkamera schaut nach hinten und überträgt das Bild auf einen kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirm in der Mittelkonsole. Am spektakulärsten ist der ,Pathfinder", ein automatischer Routenfinder. An eine Satelliten-Navigation war 1969 noch nicht zu denken. Der ,Pathfinder" sah vor, dass ein System von Magneten, die an Straßenkreuzungen platziert sind, den Fahrer entlang seiner Wunschroute leitet. Eine Anzeige auf dem Armaturenbrett informiert den Fahrer durch verschiedene illuminierte Pfeile, wo er abbiegen muss. Falsches Abbiegen ruft einen Warnton hervor.

Vorbildliche Sicherheit
Auch um die Sicherheit machte sich das Konstruktionsteam Gedanken. So ist der Tank zum Schutz vor Beschädigungen mit Schaumstoff überzogen. Bei Unfällen schützt ein Überrollbügel. Der Innenraum ist gut gepolstert, darüber hinaus sind ein Sicherheits-Zündschloss und ein Feuerwarnsystem verbaut.

Bildergalerie: Australischer Donnerkeil