Bei Wärme längerer Bremsweg mit Winterreifen

Mit dem Beginn des Frühlings steht auch der Wechsel der Reifen an: Winterpneus müssen runter, Sommergummis drauf. Aber sollte man nicht noch einmal mit einem verspäteten Wintereinbruch rechnen und deshalb mit dem Reifentausch so lange wie möglich warten? Nein, denn auch das birgt Gefahren. Wer bei steigenden Temperaturen im Frühjahr noch mit Winterreifen unterwegs ist, muss mit längeren Bremswegen rechnen. Allerdings sind hierzulande auch im Sommer rund drei Millionen Autos mit Winterreifen unterwegs, das entspricht den Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2011.

Sechs Meter längerer Bremsweg
Bremsvergleiche zeigen, dass Fahrzeuge mit Winterreifen auf trockener Fahrbahn bei 20 Grad Celsius rund sechs Meter mehr benötigen als mit Sommerreifen, um aus 100 Stundenkilometer zum Stehen zu kommen – das ist weit mehr als eine komplette Fahrzeuglänge. Während das Auto mit Sommerreifen bereits steht, ist das Fahrzeug mit Winterreifen noch mit 37 km/h unterwegs.

Erhöhter Straßenkontakt beim Bremsen Winterreifen sind mit ihrer weichen Gummimischung auf die kalte Jahreszeit ausgelegt. Bei wärmeren Außentemperaturen kann es zu einem schwammigen Fahrgefühl und erhöhtem Verschleiß kommen. Sommerreifen sind deshalb den Anforderungen bei wärmerer Witterung auf nasser und trockener Straße besser gewachsen. Sie sorgen für ein präzises Lenkverhalten sowie kürzere Bremswege auf trockenem oder nassem Asphalt. Für den Goodyear-Sommerreifen Eagle F1 Asymmetric 2 wurde beispielsweise eine spezielle Technologie entwickelt, die den Straßenkontakt der Reifenaufstandsfläche während des Bremsens vergrößert. Während sich herkömmliche Profilblöcke beim Verzögern wenig oder gar nicht verändern, erweitern die Profilblöcke des Eagle F1 Asymmetric 2 durch eine speziell entwickelte Form unter Bremsbelastung ihre Oberfläche und damit die Kontaktfläche zur Fahrbahn. Dies erhöht die Haftung und führt zu kürzeren Bremswegen.

Wechsel bei drei Millimeter Profiltiefe
Maximale Fahrsicherheit bieten allerdings nur Sommerreifen, die über eine ausreichende Profiltiefe verfügen. Gesetzlich vorgeschrieben ist zwar eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter. Doch Verkehrsexperten raten, das Profil nicht so weit abzufahren und die Reifen bereits bei einem Restprofil von drei Millimeter zu wechseln. Denn mit abnehmender Profiltiefe werden auch die Bremsleistungen bei Nässe schlechter, gleichzeitig erhöht sich die Gefahr des Aquaplanings.

Warten Sie nicht zu lange