Qoros zeigt in Genf eine Limousine, einen Kombi und einen Hybrid

Bislang konnten Autos aus China in Europa nicht punkten: billiges Plastik im Innenraum und miese Sicherheit waren einige der Kritikpunkte. Doch nun soll alles anders werden: Die Marke Qoros präsentiert ihr erstes Serienmodell, die ,3 Limousine" auf dem Genfer Automobilsalon (7. bis 17. März 2013).

Namhafte Zulieferer
Qoros wurde anno 2007 gegründet. Das explizite Ziel: Autos auf europäischem Spitzenniveau zu bauen. Dafür wurden Top-Kräfte bevorzugt deutscher Firmen gewonnen, wie etwa der frühere Mini-Designer Gert Hildebrand. Zudem arbeitet man mit Zulieferern wie Magna Steyr, Continental, Bosch oder Microsoft zusammen. Sechs Jahre später steht nun in Genf der erste Serien-Qoros. Die bislang ,3" genannte Limousine ist 4,61 Meter lang und 1,84 Meter breit, damit befindet er sich in etwa auf dem Niveau des Skoda Octavia. Zum Marktstart in China, wo das Stufenheck präferiert wird, steht der 3 mit zwei Motoren bereit. Beide weisen eine variable Ventilsteuerung auf und stammen vom österreichischen Motorenentwickler AVL. Der Saugbenziner leistet 126 PS und bietet 155 Newtonmeter maximales Drehmoment, während die Turboversion des 1,6-Liters auf 156 PS und 210 Newtonmeter kommt. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe ist serienmäßig an Bord, optional ist für beide Aggregate ein Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Stufen erhältlich. In der Entwicklung sind ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo und ein 1,6-Turbo-Vierzylinder mit Direkteinspritzer.

Bis zu 450.000 Fahrzeuge pro Jahr
In den Kofferraum der Limousine passen 450 Liter Gepäck, die Lehnen sind im Verhältnis 60:40 umlegbar. Die Serienausstattung umfasst unter anderem ein Infotainmentsystem mit Acht-Zoll-Touchscreen, eine Klimaanlage, vier elektrische Fensterheber und ein 100-Watt-Soundsystem. Optional sind eine Rückfahrkamera, Xenon-Scheinwerfer, Alufelgen zwischen 16 und 18 Zoll oder elektrisch einstellbare Vordersitze erhältlich. In China kommt die 3 Limousine in der ersten Hälfte des Jahres 2013 auf den Markt, Europa folgt noch 2013. Bis zu 450.000 Fahrzeuge können pro Jahr in China gebaut werden, wie Produktionschef Alexander Wortberg, der früher bei BMW tätig war, unterstreicht.

Kombi und Hybrid in Planung
Zur Auslastung des Werks in Changshu will Qoros im Halbjahres-Takt neue Modelle auf den Markt bringen, eine modulare Fahrzeugarchitektur soll es möglich machen. Zwei davon stehen bereits als seriennahe Studien in Genf. Für Europa ist die Kombivariante des 3 gedacht, noch interessanter ist das 3 Cross Hybrid Concept. Das Fließheckmodell kombiniert den neuen Dreizylinder-Turbo mit 1,2 Liter Hubraum und 130 PS mit einem 50 Kilowatt starken Elektromotor. Die Energie hierfür wird in einem 1,9 Kilowattstunden großen Lithium-Ionen-Akku von LG Chem gespeichert. Hinzu kommt ein Generator zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe. In unter sieben Sekunden soll der Sprint von null auf 100 km/h erfolgen. Maximal sind rein elektrisch 120 km/h drin, die Elektroreichweite beträgt vier Kilometer.

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