Künstler zeigt den Fahrradi Farfalla FFX mit Pedalantrieb

Kunst soll die Sinne anregen und zum Hinschauen animieren. So gesehen hat der österreichische Künstler Hannes Langeder alles richtig gemacht: Sein ,Fahrradi Farfalla FFX" sorgt überall für verdrehte Hälse. Dabei ist der Name Programm: Der Fahrradi ähnelt einem Ferrari, wird aber durch Pedalkraft angetrieben.

Vom Ferdinand zum Fahrradi
Langeder ist bekannt für seine Mischungen aus Fahrrad und Auto: Im Jahr 2010 zeigte er den ,Ferdinand 911 GT3 RS", der dem Vorbild von Porsche verblüffend ähnlich sah. Das Nachfolgeprojekt sollte hingegen keine Kopie eines bestehenden Fahrzeugs werden, vielleicht auch, um nicht in Konflikt mit dem Markenschutz zu kommen. Stattdessen sieht Langeder in seinem Fahrradi ,die Annahme eines zukünftigen Topmodells einer real existierenden Automarke".

Potenzieller Enzo-Nachfolger?
Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wirkt wie ein gelungener Nachfolger des Ferrari Enzo. Die Form entstand dem Künstler zufolge durch Internetrecherchen, einer eigenen Designvorstellung und einer Portion ,Hellseherei". Als Clou gibt es einen eingebauten Schmetterlingsmechanismus, welcher die Flügeltüren über ein von der Hinterachse ausgehendes Umlenkgetriebe während der Fahrt in Bewegung setzt. Dies soll dem Flügelschlag eines Schmetterlings, italienisch ,farfalla", ähneln. Laut Langeder ist damit jederzeit ein leichtes Abheben vom Boden im Sinne einer ,Antigravitation" gewährleistet, zudem wird der Innenraum besser belüftet.

Philosophie der Entschleunigung
Unter der flotten Hülle steckt bewusst langsame Technik, darunter ein Elfgang-Schaltgetriebe samt Pedalen. Leistung: ein drittel PS. Motor und Abgasanlage: der Mensch. Der Fahrradi kann laut österreichischer Gesetzgebung jederzeit auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Die Beleuchtung übernehmen rund 200 LEDs. Als besondere Innovation sieht Langeder die Tatsache, dass die ohnehin schon außerordentliche Langsamkeit des Ferdinand beim Fahrradi über eine noch längere Getriebeübersetzung weiter gedrosselt werden konnte. Damit werde das Mobil ,auch für Fußgänger zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Straßenverkehr". Wer den skurrilen Flitzer persönlich sehen will, muss nach Linz reisen, wo er und der Ferdinand noch bis zum 4. Juli 2012 im Lentos Museum in der Ausstellung ,Car Culture" gezeigt werden.

Gallery: Oben Ferrari, unten Fahrrad