Marchi Mobile eleMMent

Mit dem ,eleMMent" stellt Marchi Mobile eine fahrende Luxusherberge vor, die nicht nur wegen ihrer Fahrerkabine im Colani-Design die Blicke der übrigen Verkehrsteilnehmer auf sich ziehen wird. Der zwölf Meter lange Zwanzigtonner soll in drei Varianten angeboten werden: als mobiler Showroom, VIP-Shuttle oder in einer Wohnmobil-Ausführung namens ,Palazzo". Letztere fährt preislich voran. Dafür sollte man dank eines nicht näher beschriebenen 510-PS-Motors mit Automatikgetriebe halbwegs im Verkehr mitschwimmen können.

Rotierender Einarmwischer
Wer den Wagen ab dem kommenden Jahr im Rückspiegel entdeckt, könnte im ersten Moment denken, eine der von Luigi Colani designten Zugmaschinen im Schlepptau zu haben, die vereinzelt noch für Werbezwecke unterwegs sind. Die eigenwillig gestaltete Frontpartie, die von einer Pkw-ähnlichen Frontschürze und einem nach oben versetzten Fahrerhaus im Froschschaugen-Look dominiert wird, verspricht eine bessere Aerodynamik als jene der unter den Nutzfahrzeugen dominierenden Frontlenker mit dem cW-Wert einer Schrankwand. Das Design hat Marchi Mobile denn auch keineswegs abgekupfert, vielmehr wurde es nach Firmenangaben von Colani speziell für diese Fahrzeuggattung lizenziert. Bei Regen sorgt ein rotierender Einarmwischer für Durchblick. Bei früheren Colani-Trucks drehten sich an der Frontscheibe übrigens drei zu einer Art Mercedesstern gruppierte Wischer. Man darf gespannt sein, ob hier ein Tuner für eine Nachrüstlösung sorgt.

Bräunen während der Fahrt
Für die übrige Gestaltung des Fahrzeugs zeichnen Jens Scheiwe, der auch Promotion-Trucks zeichnet, und Firmenchef Mario Marchi verantwortlich. Sie ließen sich – wen wundert's bei der angepeilten Zielgruppe – von Yachtdesign, Avionik und Motorsport inspirieren. Hervorstechendes und praktisches Detail des Palazzo: zusätzlich zu der nutzbaren Innenfläche von 30 Quadratmetern steht eine 20 Quadratmeter große Dachterrasse zur Verfügung. Bei dem ,österreichisch-italienischen" Ambiente des Innenraums finden sich reich verzierte Barockmöbel ebenso wie moderne minimalistische Möbel – den Kundenwünschen scheinen (fast) keine Grenzen gesetzt. Auch für den Fahrerarbeitsplatz stehen verschiedene Varianten zur Wahl, darunter ein Formel-1-artiges Cockpit oder ein Steuerstand wie in einer Yacht.

Ab 1,3 Mio. Euro – ohne MwSt.
Die Basis bildet ein mobiler Showroom (1,3 Millionen Euro), die Ausführung als VIP-Shuttle schlägt mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. Die Spitze bildet die Wohnmobil-Ausführung ,Palazzo", die ab 2,17 Millionen Euro zu haben ist. Die Preise verstehen sich übrigens ohne Mehrwertsteuer. Das ist insoweit sinnvoll, als das Gros der Jahresproduktion von maximal fünf Stück für den Export bestimmt ist. Der österreichische Anbieter mit Fertigungsstätte im westfälischen Dortmund verspricht dafür unter anderem einen rund um die Uhr erreichbaren Service, der Daten zur Fahrzeugdiagnose aus der Ferne abfragen kann. Nach Auskunft des Herstellers wurden schon ,diverse Vorgängermodelle" mit etwas abweichender Formgebung ausgeliefert. Ein erstes Fahrzeug im neuen Design soll in rund sieben Monaten, also im April 2012, vom Stapel laufen.

Purer Luxus