Mercedes zeigt erste Bilder vom Innenraum der neuen S-Klasse

Die Mercedes-Benz S-Klasse setzt Luxusstandards im Segment der Luxuslimousinen und ist traditionell das Aushängeschild der Stuttgarter Autobauer. Kein Wunder also, dass die Erwartungen an die neue Generation der Ikone hoch sind – keine Wunder auch, dass Mercedes versucht, diese Erwartungen noch zu übertreffen. Ziel der peniblen Entwicklungsarbeit: Das beste Automobil der Welt zu schaffen. Bei der offiziellen Präsentation im Mai 2013 wird sich der Luxusliner an diesen Ansprüchen messen lassen müssen – einen kleinen Einblick in den Innneraum der nächsten S-Klasse gewähren die Schwaben schon jetzt.

Langer Radstand als Basis
Zum ersten Mal in der Geschichte der S-Klasse stand die Limousine mit dem langen Radstand im Zentrum der Entwicklung, die normale Version wurde davon abgeleitet. Das liegt zum einen daran, dass die S-Klasse von nun an die Limousinen der eingestellten Marke Maybach ersetzt. Außerdem verkauft sie sich besonders in Asien sehr gut. Dort wird die Nobelkarosse, anders als in Europa und Nordamerika, hauptsächlich als Chauffeursfahrzeug genutzt. Die logische Folge ist die Konzentration auf die Langversion und eine ganze Reihe an Neuerungen, die speziell den Komfort und die Sicherheit der Passagiere im Fond betreffen.

Zwei Bildschirme
Doch auch die erste Reihe lässt keine Wünsche offen. Zwei hochauflösende Farbdisplays mit Bildschirmdiagonalen von jeweils 12,3 Zoll beziehungsweise 30,7 Zentimeter lösen das traditionelle Kombiinstrument ab und bilden die Informationszentrale der S-Klasse. Der linke Monitor sitzt hinter dem Lenkrad und zeigt alle für den Fahrer relevanten Informationen. Der andere Bildschirm ist für das Infotainment-System und die Komfortfunktionen zuständig.

Sicher ruhen
Für die S-Klasse mit verkürztem Radstand stehen zwei Fondsitz-Varianten – Bank oder Einzelsitze – zur Wahl, bei der Langversion sind es sogar fünf. Der hinter dem Beifahrersitz untergebrachte Liegesessel ist mit einer Wadenauflage ausgestattet, die in der Länge und im Schwenkbereich frei eingestellt werden kann. Außerdem wurde die Lehnenneigung von 37 auf 43,5 Grad erhöht. Bestwert in der Oberklasse. Gleich drei Neuheiten sorgen für die Sicherheit des Ruhenden: Ein Elektromotor bewegt das Gurtschloss je nach Sitzposition automatisch nach oben und unten, ein aufblasbares Gurtband namens Beltbag reduziert das Verletzungsrisiko beim Frontalaufprall, da es die Belastung auf dem Brustkorb verringert. Der serienmäßige Cushionbag schließlich verhindert das Durchrutschen der Passagiere unter dem Gurt.


Hot-Stone-Massage im mobilen Büro
Doch nicht nur für angenehmes Ruhen, sondern auch für den optimalen Komfort beim Arbeiten und Entspannen wird im Stuttgarter Spitzenmodell Sorge getragen. So ermöglichen beispielsweise 14 separat ansteuerbare Luftkissen in der Lehne eine Massage nach dem Hot-Stone-Prinzip. Der verspannte Fahrgast kann zwischen sechs verschiedenen Massageprogrammen wählen, zwei davon arbeiten mit Wärmeunterstützung. Ebenfalls behaglichen Komfort spenden die beheizbaren Armauflagen, das beheizte Lenkrad sowie die besonders rasch ansprechende Sitzheizung Plus. Im Sommer sorgt hingegen die aktive Sitzbelüftung durch den Wechsel des Luftwegs für eine möglichst zugfreie Kühlung. Über das Zentraldisplay oder die Fernbedienung im Fond kann jeder Passagier das gewünschte Sitzklima einstellen.

Frische Luft
Für gute Luft im Innenraum sorgt das Air-Balance-Paket. Das Filtersystem der in das Fahrzeug geleiteten Außenluft und der umgewälzten Innenluft wurde verbessert, die Ionisierung eliminiert bestimmte Sporen, Bakterien und Viren und kann die Luft durch eine erhöhte Konzentration an negativ geladenen Sauerstoffionen auffrischen. Darüber hinaus beinhaltet das Luft-Paket die Eigenschaft der aktiven Beduftung. Aktiv bedeutet in diesem Fall, dass der Fahrer die Beduftung selbstständig ein- und ausschalten sowie die Intensität regulieren kann.

Träger als Resonanzraum
Mehrere 100 Entwickler weltweit arbeiteten laut Mercedes an der neuen Multimedia-Generation. Herzstück des neuen Comand-Online-Systems ist mit dem Intel Atom ein Prozessor, dessen Leistungsfähigkeit sich mit dem eines Laptops messen kann. Zahlreiche neue Funktionen verwandeln die S-Klasse auf Wunsch in eine Kommunikationszentrale oder einen Konzertsaal. Durch das Mehrplatz-System kann von jedem der vier Sitzplätze unabhängig voneinander auf die Entertainment-Quellen zugegriffen werden. Gemeinsames Merkmal aller Audio-Anlagen ist das Frontbass-System, welches das Volumen des Quer- und Längsträgers als Resonanzraum nutzt.

Maßstab für Luxuskarossen
Wie gewohnt wird es auch für die neue S-Klasse eine große Zahl an Zusatzausstattungen und Individualisierungsmöglicheiten geben. Ob die Nobel-Limousine damit das beste Automobil der Welt ist, bleibt eine Frage der Testfahrten und am Ende des persönlichen Geschmacks. Besondere Maßstäbe für Luxuskarossen zu setzen, wird ihr ohne Frage gelingen.

Das beste Automobil der Welt?