Leuchtende Erscheinung: Hamann Mercedes-Benz G 65 AMG

Spyridon Louis war 1896 in Athen der erste Olympiasieger im Marathonlauf. ,Spyridon" ist aber auch ein Heiliger der orthodoxen Kirche. Seit kurzem steht der Name für einen mächtig starken Boliden aus dem Hause Hamann. Die Grundlage für den Umbau bildet ein Mercedes G 65 AMG. Und der hat sich auf dem Genfer Autosalon im März 2013 im Sinne des Wortes ins Licht gesetzt: Das Wappentier des Laupheimer Veredlers, der Pegasus, leuchtet auf Knopfdruck. Dafür wurde ein spezieller Leuchtlack in mehreren Schichten auf das Ross an Motorhaube und Reserveradabdeckung aufgetragen. Der Lack lässt sich laut Tuner mit elektrischer Spannung anregen und zum Leuchten bringen. So setzt sich der Spyridon selbst im Dunkeln unverkennbar von der Serie ab.

Power-Push auf 702 PS
Nachts wie tags unterscheiden sich die AMG-Serienversion und die Hamann-Ausführung in erster Linie bei den Leistungswerten. Während der Mercedes ab Werk mit 612 PS zurechtkommen muss, schafft der Hamann dank Kennfeldoptimierung des Zwölfzylinders und komplett neuer Abgasanlage den Sprung auf 702 PS. Das maximale Drehmoment steigt von glatten 1.000 auf 1.110 Newtonmeter. Eine Leistungskur ist ebenfalls für den G 63 AMG verfügbar. Dann schafft der 5,5 Liter große V8-Biturbo statt 544 PS stolze 610 PS und erreicht statt 700 nun 875 Newtonmeter maximales Drehmoment. Die Preise für das Motortuning stehen noch nicht fest.

Mächtig in die Breite gegangen
Unmissverständlich trägt der getunte Benz seine Kraft zur Schau: Das G-Modell aus Laupheim ist im Vergleich zur Serie um 80 Millimeter in die Breite gewachsen. Die Frontschürze enthält spezielle LED-Leuchtstreifen, die nicht nur als Tagfahrleuchten dienen, sondern auch die Funktion des Blinkers übernehmen. Deshalb entfallen die klobigen Blinkkästen auf den Kotflügeln. Auch die Karbon-Spiegelgehäuse und die Karbon-Motorhaube prägen den Sportlook des Spyridon. Um die Aerodynamik kümmern sich ein Dachspoiler und eine Heckschürze mit eingearbeitetem Diffusor.

Endrohre aus dem Ganzen gefräst
Die neuen Seitenschweller enthalten nicht nur LED-Bodenlampen, sondern fassen auch die Endrohre des komplett neuen dreiflutigen Sportabgassystems ein. Diese Endrohre wurden aus dem vollen Aluminiumblock gefräst und goldfarben eloxiert. Ebenfalls aus dem vollen Aluminium sind die zur Wahl stehenden 24-Zoll-Räder. Sie sind rundum mit 305er-Pneus von Vredestein bezogen.

Neuer Look fürs Interieur
Verwandelt zeigt sich auch das Vollleder-Interieur: Ziernähte auf der Armaturentafel und den Sitzen setzen ebenso optische Akzente wie goldfarbene Leder-Türtafeln und 24 auf den Innenraum verteilte Karbonblenden. Die Sportpedalerie ist aus Aluminium gefertigt, die Einstiegsleisten bestehen aus gebürstetem Edelstahl und zeigen ein weiß illuminiertes Hamann-Logo. Dieses findet sich ebenfalls als silberne Stickerei auf dem Fußmattensatz aus gezwirntem Perlvelours. Der auf den Bildern gezeigte Spyridon kostet komplett 389.000 Euro, davon schlägt allein der Aerodynamikkit mit etwa 16.300 Euro zu Buche. Die Teile sind aber auch einzeln für G 63 AMG und G 65 AMG zu haben.

Eiliger Spyridon