Porsche und VW schaffen integrierten Automobilkonzern

In der Wolfsburger Autostadt wurde der Umbau des VW-Konzerns bereits vorweg genommen: Am 12. Juni 2012 öffnete dort der neue Porsche-Pavillon seine Pforten. Nun ist es auch auf dem Papier vollbracht: Die Volkswagen AG und die Porsche Automobil Holding SE schaffen zum 1. August 2012 den integrierten Automobilkonzern.

Eine weitere Marke
De facto wird Porsche damit zu einer weiteren Marke des Volkswagen-Konzerns. Ursprünglich galt die Verschmelzung aus steuerlichen Gründen als nicht vor 2014 umsetzbar. Interessant ist jedoch der Blick auf die Feinheiten: So geht es bei dem jetzt erfolgten Vorgang um die vollständige Einbringung des Automobilgeschäfts von Porsche in den VW-Konzern. Daneben bleibt die Porsche SE bestehen. Diese Holding war einst gegründet worden, um Volkswagen zu übernehmen. Genau dieser Vorgang zwang Porsche letztlich unter das VW-Konzerndach. Die SE bleibt unverändert mit 32,2 Prozent am VW-Kapital beteiligt.

Milliarden-Summe
Für 4,46 Milliarden Euro plus eine Stammaktie wird die Volkswagen AG alleinige Eigentümerin des operativen Porsche-Geschäfts, also der Autoproduktion. Für diese Summe bekommen die Wolfsburger von der Porsche SE einen Anteil von 50,1 Prozent an der Porsche AG. Bereits Ende 2009 hatte VW die restlichen 49,9 Prozent erworben. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück beschreibt die neue Rolle des Sportwagenbauers als ,Konzern im Konzern". So bleibt Porsche in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Vertriebsstruktur eigenständig. Zwischen Volkswagen und der Porsche AG ist eine neue Holding samt Aufsichtsrat installiert. VW-Chef Martin Winterkorn will gemeinsam mit Porsche ,neue Wachstumsmöglichkeiten im ertragsstarken Premium-Segment" erschließen.

Neue Investitionen
Die Porsche SE wird die erhaltenen 4,46 Milliarden Euro zunächst für die Begleichung offener Bankverbindlichkeiten in Höhe von rund zwei Milliarden Euro verwenden. Das restliche Geld soll für den Erwerb strategischer Beteiligungen ,mit Schwerpunkt entlang der automobilen Wertschöpfungskette" verwendet werden.

VW übernimmt Porsche