So fährt die Preisbrecher-Marke in die Zukunft

Renaults Billig-Sparte Dacia kennt momentan nur eine Richtung: nach oben. Neue Modellen in immer mehr Segmenten sorgen für zusätzliche Kunden. So liegt Dacia bei den Verkäufen fast schon auf dem Niveau der Konzernmutter. Das Rezept ist denkbar einfach: Produktion in Niedriglohnländern, hohe Stückzahlen sowie viele Gleichteile innerhalb der Modellpalette plus Technik aus dem Renault-Baukasten. Das Jahr 2013 wird ganz im Zeichen von zwei Dacia-Klassikern stehen: dem Logan und dem Sandero. Bereits jetzt zeigen Erlkönige deren neues Design.

Neuer Logan kommt 2013
Bei der zweiten Generation des Logan ist die Lage bereits relativ klar: Auf dem Pariser Autosalon im September 2012 steht eine seriennahe Studie, das ,richtige" Modell wird im März 2013 in Genf vorgestellt. Auch wenn der noch heftig getarnte Erlkönig auf den ersten Blick anderes vermuten lässt, hält Dacia auch beim neuen Logan am Stufenheck fest. Wohl erst 2014 kommt die Kombiversion namens MCV. Die Stufe ist insbesondere in Schwellenländern begehrt, dort ist der Logan oft als Taxi im Einsatz. Hierzulande wurde der Verkauf der alten Limousine im Sommer 2010 eingestellt, trotzdem kommt der Nachfolger auch zu uns. Optisch wird der Logan II rundlicher als bislang und bekommt eine ansehnliche Front samt Chromeinlagen. Diese ähnelt auf den ersten Blick dem auch unter Renault-Regie entstandenen Lada Granta, der aber schon wegen seines kürzeren Radstandes von 2,48 Meter nicht mit dem neuen Logan verwandt ist.

Vieles vom Fluence
Damit wären wir bei der Technik der zweiten Logan-Generation: Die neue Plattform basiert auf dem Renault Fluence und ändert sich im Radstand kaum. Dieser ist mit 2,64 Meter nur einen Zentimeter länger als bislang. Im Innenraum kommt ein Cockpit im Stil von Lodgy und Dokker zum Einsatz, ebenso das dort verwendete Navigations- und Musiksystem. Chromapplikationen sorgen für ein hochwertigeres Ambiente, die Schalter der elektrischen Fensterheber wandern in die Türen. Als gesetzt können zwei Saugbenziner mit 75 und 87 PS gelten, ebenso zwei Diesel mit 75 und 90 PS. Noch unklar ist, ob der 115 PS starke Turbo-Otto aus dem Lodgy übernommen wird, gleiches gilt für den 110-PS-Selbstzünder.

Ein neuer Sandero?
Komplizierter liegen die Dinge beim Dacia Sandero. Auch von ihm und seinem höher gelegten Kumpel Sandero Stepway sind Erlkönige unterwegs, die optisch auf ein neues Modell hindeuten. Im Profil schimmert zwar unverkennbar der aktuelle Sandero durch, doch Front- und Heckbereich sind komplett anders als bislang gestaltet. So rahmen längliche Scheinwerfer einen markanten Kühlergrill ein, der über zwei breite Querstreben verfügt. Ungewöhnlich ist außerdem ein sichtbarer Blechfalz, der sich oberhalb der Rückleuchten über das Hinterteil des Prototypen erstreckt.

Gründe gegen ein Facelift
Angesichts der Tatsache, dass der Dacia Sandero erst seit 2008 auf dem Markt ist, würde ein Facelift die naheliegendste Lösung sein. Doch neben der Optik des erwischten Erlkönigs gibt es mehrere Indizien, die auf ein komplett neues Modell für 2013 hindeuten. Erstens: Schon 2011 wurde in Brasilien ein gelifteter Sandero gezeigt, der ohne großen Aufwand schon bei uns auf dem Markt sein könnte. Zweitens: Peugeot hat für 2013 ein Billigmodell im Sandero-Format auf verlängerter 206-Basis angekündigt. Deswegen könnte sich Dacia entschieden haben, die eigentlich für 2015 geplante Sandero-Nachfolge vorzuziehen, um mit frischer Technik dagegenzuhalten. Drittens: Aus Kostengründen ist es für Dacia lohnender, sowohl Logan als auch Sandero möglichst zeitnah mit gleichen Zutaten gemeinsam vom Band im rumänischen Pitesti laufen zu lassen. Radstand, Motoren und das Cockpit dürften somit bei Logan und Sandero gleich sein. Vorgestellt wird der neue Sandero wohl auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2013.

Erwischt: Die Dacia-Zukunft