Kia-Geschäftsführer Martin van Vugt im Interview

Mit neuen Modellen und langer Garantie will Kia weiter wachsen. Im Gespräch erklärt Kia-Geschäftsführer Martin van Vugt, was ihm noch fehlt und ob die Sieben-Jahres-Garantie nur ein Marketing-Gag ist.

AutoNEWS: Kia steigert kontinuierlich seine Verkaufszahlen in Deutschland. Was sind die Ziele für die Marke in den nächsten Jahren?

van Vugt: Unser nächstes Ziel ist die Zahl 70.000. Bereits im Jahr 2012 konnten wir uns gegenüber dem Vorjahr um dreißig Prozent steigern. Auch das Ergebnis vom ersten Quartal 2013 war sehr positiv. Zum Vorjahr konnten wir uns um rund 10% steigern und das bei einem rückläufigen Markt. Das beruht auf neuen Produkten, die uns auf den nächsten Schritten in Richtung qualitatives und quantitatives Wachstum der Marke Kia von 100.000 Fahrzeugen unterstützen.

AutoNEWS: Wo sehen Sie noch Lücken im Kia-Modellprogramm? Welche Modelle können wir in naher Zukunft erwarten?

van Vugt: Allein in den letzten 18 Monaten haben wir viele neue Modelle auf den Markt gebracht. Aktuell zeigen wir mit dem Pro_Cee`d GT, dem Cee`d GT und dem Carens, der für uns sehr wichtig ist, drei weitere Neuheiten. Es kommt noch viel mehr, so dass unser Ziel sein muss, kontrolliert und mit Substanz zu wachsen. Wenn Sie mich fragen, was fehlt: In meinen Augen fehlt nichts. Sicherlich können in Zukunft hinsichtlich der Marktentwicklung Wünsche entstehen. Wenn ich mir etwas wünschen müsste, dann das, was noch nicht da ist. Vorerst müssen wir uns aber selbst entwickeln, das Händlernetz aufbauen und die Kundenzufriedenheit optimieren.

AutoNEWS: Aktuell bietet Kia neben sieben Jahren Garantie auch sieben Jahre kostenlose Wartung an. Ist dies ein rentables Modell mit Zukunft?

van Vugt: Ja. Ich bin davon überzeugt, dass die Endverbraucher volle Transparenz bei den Kosten schätzen. Sie wollen klar wissen, woran sie sind und was auf sie zukommt. Davon bin ich absolut überzeugt. Um unseren Kunden noch mehr Sicherheit, Komfort und Transparenz in Kosten anzubieten, haben wir seit dem 1. April 2013 das 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen zu der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, dem 7-Jahre-Kartennanvigations Update und der befristeten 7-Jahre-Wartung bis 30.06.13 um die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie erweitert. Das ist ein Rundum-Sorglos-Service mit dem wir eine langfristige Partnerschaft mit unseren Kunden eingehen möchten.

AutoNEWS: Die Konkurrenz bezeichnet die Sieben-Jahres-Garantie als ,Marketing", um fehlendes Vertrauen zu übertünchen. Was entgegnen Sie darauf?

van Vugt: Da stellt sich die Frage, was Marketing ist. Was Marketing ist, sehe ich in meinem Beruf jeden Tag. Die Sieben-Jahre-Herstellergarantie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Bemühungen, der Marke Kia Substanz und etwas Einzigartiges zu geben. Wenn es nur ein Marketinggag wäre, hätten wir dieses Angebot schon längst beendet. Aber wir bieten diese Herstellergarantie schon seit der ersten Generation des Cee`d an, also seit 2007. Marketinggags überlassen wir anderen Leuten. Wir machen Business, auch im Hinblick auf die Händler. Wir wollen Menschen verführen und binden. Unsere lange Herstellergarantie sorgt für Loyalität bei Kunden und Händlern.

AutoNEWS: Abgesehen vom Optima Hybrid fehlen im Kia-Programm noch alternative Antriebe. Wie sind hier die Pläne für die Zukunft?

van Vugt: Im Prinzip haben wir alle Konzepte. Was wir bereits zügig vorangebracht haben, ist die optionale Ausrüstung mit LPG. Wenn wir voll auf Hybrid setzen wollen, können wir das auch schnell verwirklichen. Aber es muss ins Geschäftsmodell passen: Autos zu verkaufen ist einfach, Geld zu verdienen, etwas anderes. Die Hybridtechnologie ist aus unserer Sicht in Deutschland noch nicht soweit, dass der Kunde bereit ist, hierfür einen größeren Aufpreis in Kauf zu nehmen. Ähnlich verhält es sich mit Elektrofahrzeugen oder der Wasserstofftechnologie. Letztlich muss der Endverbraucher bereit sein, dafür zu bezahlen. Das Absatzpotenzial muss zudem realistisch sein.

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