Mercedes setzt beim neuen SL auf Leichtbau

Achtzehn, zwölf, elf: Das sind nicht die aktuellen Lottozahlen, sondern die Laufzeiten der letzten Generationen des Mercedes SL in Jahren. Traditionell ist der große Roadster bei den Schwaben stets lange im Programm. Umso spannender ist es, wenn eine Neuauflage vor der Tür steht. Nun ist es wieder soweit, auf der Detroit Auto Show im Januar 2012 steht der neue SL.

Auf Diät gesetzt
Eines der wichtigsten Merkmale des neuen SL ist die Karosserie aus Aluminium, einige Details bestehen sogar aus Magnesium. In die A-Säulen sind aus Sicherheitsgründen hochfeste Stahlrohre integriert. Unter dem Strich bringt die Leichtbau-Diät eine Gewichtsreduzierung um bis zu 140 Kilogramm. Der SL 350 wiegt 1.685 Kilogramm, der SL 500 100 Kilogramm mehr. Beim Design haben sich die Mercedes-Stilisten deutlich am kleineren SLK orientiert. Da wir gerade bei den Abmessungen sind: Der neue SL ist mit 4,61 Meter fünf Zentimeter länger als sein Vorgänger, die Breite wächst um knapp sechs Zentimeter auf 1,88 Meter. So soll es innen mehr Platz geben.

Nimm zwei
Zum Start können SL-Freunde aus zwei Motorvarianten wählen. Im SL 500 kommt ein neuer V8 mit 4,7 Liter Hubraum und 435 PS zum Einsatz. Im Vergleich zum gleichnamigen Vorgänger steigt das Drehmoment von 530 auf 700 Newtonmeter. Von null auf 100 km/h geht es in 4,6 Sekunden. Trotzdem soll der Verbrauch um 22 Prozent sinken. Im SL 350 arbeitet ein 3,5-Liter-V6 mit 306 PS und 370 Newtonmeter Drehmoment. Damit sprintet der Wagen in 5,9 Sekunden auf Tempo 100. Den Verbrauch gibt Mercedes mit 6,8 Liter auf 100 Kilometer an. Beide Motorvarianten sind serienmäßig mit einer Siebengang-Automatik inklusive Start-Stopp-Funktion ausgerüstet. Ebenfalls ohne Aufpreis ist eine Federung mit so genannter semiaktiver Verstelldämpfung an Bord. Auf Wunsch bekommen das ABC-System (Active Body Control). Beide Varianten sind mit einer elektromechanischen Servolenkung verbunden.

Dreifache Wahlmöglichkeit
Auch der neue SL weist ein im Kofferraum versenkbares Dach auf, welches sich elektrohydraulisch zusammenfaltet. Zur Auswahl stehen drei Varianten: lackiert, mit Glasdach oder das bereits vom SLK bekannte Dach mit ,Magic Sky Control". Hier lässt sich auf Knopfdruck die Transparenz hell oder dunkel schalten. Der Rahmen jedes Daches besteht aus Magnesium, geöffnet und geschlossen wird laut Mercedes in unter 20 Sekunden. Bestandteil der SL-Serienausstattung sind zwei Weltpremieren: Beim Wisch-/Wasch-System ,Magic Vision Control" ist die Wasserzuführung ins Wischerblatt integriert, um die Flüssigkeit direkt vor der Wischlippe zu haben. Zweite Neuerung ist das ,FrontBass"-System. Hier dienen Hohlräume im Längsträger als Resonanz-Raum für die Basswiedergabe und der Fußraum wird zum Schalltrichter.

Noch mehr Komfort
Wie gehabt sind unzählige Assistenzsysteme zu haben, darunter das Öffnen und Schließen des Kofferraumdeckels per Fußbewegung. Ebenfalls im Programm sind ein Abstandsregel-Tempomat und die Möglichkeit einer autonomen Bremsung bei Gefahr. Neu ist ein Parkassistent, welcher Lücken erkennt und den SL automatisch hineinzirkelt. Serienmäßig ist ein Infotainment-System mit einem 17,8 Zentimeter großen Bildschirm an Bord. Wer will, bekommt gegen Aufpreis einen Internetzugang mitsamt Nachrichten-, Facebook- und Aktienkurs-App. Der neue Mercedes SL ist ab sofort bestellbar. Die Preise starten bei 93.534 Euro für den SL 350, der SL 500 steht mit 117.096 Euro in der Liste. Wie beim Stern üblich, gibt es ein Sondermodell ,Edition 1" mit vielen Extras inklusive, darunter 19-Zoll-AMG-Felgen, Sitz- und Nackenheizung, speziellem Leder, einer Sonderlackierung und einem Soundsystem von Harman/Kardon. Der Aufpreis beträgt je nach Motorisierung zwischen 19.028 und 22.598 Euro.

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