Porsche 911 Turbo und Turbo S

Vor 50 Jahren debütierte der Porsche 911, und schon zehn Jahre später gab es den ersten Prototypen des 911 Turbo. Zum 40jährigen Jubiläum präsentiert Porsche den neuen 911 Turbo und Turbo S.

Zehn Zentimeter längerer Radstand
Das neue Leichtbau-Chassis hat einen zehn Zentimeter längeren Radstand als beim Vorgänger, die Räder wurden auf 20 Zoll vergrößert. Erstmals wird der aktive Wankausgleich PDCC für die 911-Turbo-Modelle angeboten. Beim 911 Turbo S gehört das System zur Serienausstattung, ebenso wie das Sport Chrono Paket mit dynamischen Motorlagern und die Keramikbremse PCCB. Das Fahrerlebnis soll der serienmäßige ,Sound-Symposer" verbessern, der die Ansauggeräusche des Turbomotors per Membran in den Innenraum überträgt.

Dynamik rauf, Verbrauch runter
Die Motoren wurden weiterentwickelt. Der aufgeladene 3,8 Liter-Sechszylinder mit Benzin-Direkteinspritzung leistet im 911 Turbo 520 PS, im S-Modell 560 PS. Porsche setzt dabei weiterhin als einziger Hersteller zwei Turbolader mit variabler Turbinengeometrie in Verbindung mit einem Benzinmotor ein. Die Kraftübertragung erfolgt über das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK, das jetzt eine Start-Stopp-Automatik mit Motorabschaltung schon beim Ausrollen und Segeln ermöglicht. Zusammen mit dem neuen Thermomanagement für den Turbomotor und das PDK-Getriebe sinkt der Normverbrauch um bis zu 16 Prozent auf 9,7 Liter bei beiden Modellen.

Neuer Allradantrieb
Für eine noch schnellere und gezieltere Kraftverteilung hat Porsche einen neuen Allradantrieb (PTM) mit elektronisch gesteuerter und betätigter Lamellenkupplung entwickelt. Das System ist mit einer neuen Wasserkühlung ausgestattet und kann damit bei Bedarf mehr Antriebsmoment zur Vorderachse leiten. Gleichzeitig verhilft die optimierte Zusammenarbeit von Motor, Getriebe und Allradantrieb zu einem schnelleren Sprint: Der 911 Turbo beschleunigt mit dem optionalen Sport Chrono Paket in 3,2 Sekunden von null auf 100 km/h, das ist ein Zehntel besser als der Wert des bisherigen 911 Turbo S. Dessen Nachfolger schafft die Standardbeschleunigung in 3,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bis zu 318 km/h.

Hinterachslenkung verbessert Handling
Die Einführung einer Hinterachslenkung für alle Turbo-Modelle soll das Handling immens verbessern. Der Lenkwinkel der Hinterräder kann damit je nach Geschwindigkeit um bis zu 2,8 Grad variiert werden. Bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h lenkt das System die Hinterräder beim Einschlagen der Vorderräder in entgegengesetzter Richtung ein. So werden Rangieren und Einparken spürbar erleichtert, verspricht Porsche. Über 80 km/h werden die Hinterräder parallel zu den eingeschlagenen Vorderrädern gelenkt, was bei hohen Geschwindigkeiten die Stabilität verbessert. Außerdem setzt Porsche erstmals ein aktives Aerodynamiksystem ein, das Porsche Active Aerodynamics (PAA) heißt. Dabei können die drei Segmente des Frontspoilers einzeln ausgefahren werden, genauso wie es bei dem ausfahrbaren Heckflügel drei ansteuerbare Flügelpositionen gibt.

Breiteste Karosserie aller Elfer
Auch optisch legt der 911 Turbo zu. Die hinteren Kotflügel sind um 28 Millimeter breiter als beim 911 Carrera 4. Weitere Differenzierungsmerkmale sind zweifarbige 20-Zoll-Räder. Der Turbo S setzt sich durch neue Voll-LED-Scheinwerfer mit dynamischer Fernlichtsteuerung ab. Innen bietet das S-Modell eine Ausstattung in Schwarz und Rot sowie Sportsitze mit 18-Wege-Verstellung und Memoryfunktion. Darüber hinaus sind die Sitzrückenschalen beledert und verschiedene Elemente erscheinen in Carbon-Optik. Das Bose-Soundsystem ist wie bei den Vorgängermodellen Serie. Zusätzlich stehen jetzt optional ein radarbasierter Abstandstempomat sowie eine Verkehrszeichen-Erkennung zur Wahl. Die neuen Topmodelle der 911-Baureihe kommen Ende September 2013 auf den Markt, die Preise wurden noch nicht genannt.

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