Porsche 918 Spyder: Neue Details

Mit seinem Super-Sportler 918 Spyder fährt Porsche eine Klecker-Taktik: Nach und nach werden mehr Details enthüllt und Fakten präzisiert. Dass der Wagen, der erstmals auf dem Genfer Autosalon 2010 als Concept Car gezeigt wurde, in Serie gebaut wird, ist bereits länger bekannt. Es wird genau 918 Fahrzeuge geben, die zu Preisen ab 768.028 Euro verkauft werden.

887 PS Systemleistung
Hier nun die wichtigsten Eckdaten, die der Hersteller jetzt genannt hat: Der Sportler wird von einem Parallel-Vollhybridantrieb beflügelt. Dazu gehört ein 4,6-Liter-V8-Otto, der als Mittelmotor verbaut wird. Die Maschine liefert 608 PS bei 8.600 Touren und ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmeter bei 6.600 Touren. Mit dem Verbrennungsmotor wird ein Elektromotor mit 115 kW (156 PS) gekoppelt. Ein zweiter Elektromotor mit 95 kW (129 PS) sitzt an der Vorderachse. Diese Konstellation schafft nicht nur eine kombinierte Leistung von bis zu 887 PS, sondern auch einen Allradantrieb.

Boosten mit Strom
Eine "Boost"-Strategie steuert den Energiehaushalt des Elektroantriebes so intelligent, dass für jeden Spurt mit voller Beschleunigung die uneingeschränkte Gesamtleistung abrufbar ist. In Zahlen heißt das: Nach 2,8 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, nach 7,9 Sekunden zeigt die Tachonadel 200 an und nach 23 Sekunden wird die 300 überschritten. Die Spitze benennen die Zuffenhausener mit über 340 km/h, wobei rein elektrisch bis zu 150 km/h drin sein sollen. Das Auto soll laut Porsche einen Normverbrauch von drei Liter Sprit aufweisen, der Brennstoff wird in einem 70-Liter-Tank bevorratet. Für den Strom steht eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 6,8 kWh und einer Maximalleistung von 220 kW zur Verfügung. Sie kann auch an der Haushaltssteckdose aufgeladen werden.

Fünf Modi für drei Motoren
Die drei Motoren werden von einem intelligenten Management gesteuert, der Fahrer kann aus fünf Betriebsmodi wählen. Der Wagen startet im "E-Power"-Modus, vorausgesetzt, dass die Batterie geladen ist. Der 918 Spyder kann im Idealfall über 30 Kilometer weit rein elektrisch fahren. Fällt der Ladezustand der Batterie unter einen vorgegebenen Minimalwert, wird automatisch in den ,Hybrid"-Modus gewechselt. Dann arbeiten Elektromaschinen und Verbrennungsmotor abwechselnd mit dem Fokus auf höchste Effizienz und geringsten Kraftstoffverbrauch. Für mehr Dynamik setzt der 918 Spyder seine Motoren im Modus "Sport-Hybrid" ein. Der Verbrennungsmotor übernimmt den Hauptantrieb. Zusätzlich unterstützen die Elektromaschinen durch elektrischen Boost. "Race-Hybrid" ist der Modus für besonders sportliche Fahrweise. Der Otto wird vorzugsweise unter hoher Last betrieben und lädt die Batterie, wenn der Fahrer nicht die maximale Leistung abruft. Auch hier unterstützen zusätzlich die Elektromaschinen durch Boosten. Der "Hot Lap"-Knopf setzt auch die letzten Reserven des 918 Spyder frei und ist nur im "Race-Hybrid"-Modus aktivierbar. Die Batterie wird für einige schnelle Runden an ihrer maximalen Leistungsgrenze betrieben.

Mehr Performance: Weissach-Paket
Speziell für die Rennstrecke eignet sich das so genannte ,Weissach-Paket". Der Name des 60.000 Euro teuren Zubehörs leitet sich vom Ortsnamen des Porsche-Testzentrums ab. Das Paket beinhaltet wahlweise auch Farben und Designmerkmale legendärer Porsche-Rennwagen. Dach, Heckflügel, Rückspiegel und Rahmen der Frontscheibe bestehen aus Sichtcarbon. Teile des Interieurs sind mit Alcantara anstatt Leder verkleidet und Sichtcarbon ersetzt vielfach das Aluminium. Geräuschdämmungen werden reduziert. Besonders leichte Magnesiumräder sparen bis zu 35 Kilogramm Gesamtgewicht. Obendrauf gibt es Sechspunktgurte für Fahrer und Beifahrer, den Entfall der Lackierung zugunsten einer Folierung sowie zusätzliche Aerodynamik-Anbauteile in Sichtcarbon.

Jeder Wagen ein Unikat
Übrigens: Jeder Wagen kann ein Unikat werden, denn Porsche bietet eine Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten an. Es seien so viele, dass die Konfiguration gemeinsam mit dem Käufer ,locker eineinhalb bis vier Stunden" dauern kann, wie ein Porsche-Sprecher verrät.

Porsche 918 Spyder