Skoda Superb: Feines Facelift

Seit 2001 krönt die Superb-Limousine die Skoda-Riege und gräbt den VW-Konkurrenten aus dem eigenen Haus das Wasser ab. Längst ist die Marke mit dem gefederten Pfeil im Logo kein Geheimtipp mehr. Wer schon mal vergebens versucht hat, einen Gebrauchten billig zu kriegen, weiß, welchen hohen Stellenwert der Tscheche unter den Autokäufern mittlerweile innehat. Im Jahr 2015 kommt der neue Superb auf den Markt. Doch vor der Wachablösung wird dem aktuellen Modell noch einmal sanft übers Blechkleid gebürstet, den Motoren das Trinken weiter abgewöhnt und der Innenraum frisch geschmückt. Wir sind das Auto schon gefahren.

Drei Leuchtstreifen als Erkennungsmerkmal
Die Frontpartie wurde den aktuellen Gesichtern der Skoda-Familie angepasst, indem Grill, Motorhaube und Scheinwerfer einen Feinschliff bekamen. So ist das Skoda-Logo auf der leicht nach unten ragenden Spitze der Motorhaube positioniert, zudem gibt es nun erstmals Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht und LED-Blinkern. Auch die Heckpartien der Limousine und des 2009 erschienenen Kombis blieben nicht unangetastet. Die Leuchten-Grafik wurde verändert, jetzt bilden drei Streifen die marken-typische ,C"-Grafik. Daran ist übrigens der Superb zweifelsfrei zu erkennen: Der Octavia hat zwei Leuchtstreifen, der Fabia nur einen.

Heck-Trick verbessert
Eine clevere Besonderheit der Superb Limousine ist die so genannte Twindoor-Heckklappe: Um Kleinigkeiten in den Kofferraum zu legen, lässt sich der Blechteil der Klappe separat öffnen, fürs große Gepäck schwingen auf Tastendruck Blech- und Glasteil auf. Für die beiden Öffnungsarten musste man bis dato noch extra eine Umschalttaste drücken, jetzt gibt es je eine Taste für die kleine und eine für die große Klappe. Hinter der Öffnung fasst die Limousine zwischen 595 und 1.700 Liter Gepäck. Noch geräumiger geht es im Kombi zu: Hier passen zwischen 633 und 1.865 Liter rein. Der Lademeister bietet eine angenehm flache Ladekante und viele praktische Verstaumöglichkeiten inklusive Verzurrösen, einem Schienensystem und einem doppelten Ladeboden.

Beifahrersitz vom Fond aus verschiebbar
Die gigantischste Eigenschaft des Superb ist nach wie vor sein beeindruckendes Platzangebot im Fond. Selbst langbeinige Herren (oder ebensolche weibliche Supermodels) bekommen nur selten Kniekontakt mit den Vordersitzlehnen. Der Superb eignet sich hervorragend auch als Chauffeurslimousine, da sich jetzt sogar auch der Beifahrersitz per Taste vom Fond aus verschieben lässt. Weiter vorn sitzt es sich nicht minder bequem, das Gestühl gibt viel Seitenhalt. Das Cockpit verströmt den Hauch von Noblesse: Die Materialien wirken wertig, die Verarbeitung ist perfekt. Nach wie vor ist der große Tscheche luxuriös möbliert und hat beispielsweise in der Top-Ausstattung ,L&K" – das steht für Laurin & Klement, die beiden Skoda-Gründer – eine Lederausstattung serienmäßig an Bord. Mit dem Faceliftmodell kann als Interieurfarbe ein edles Braun-Beige bestellt werden, auch das Angebot an Drei- und Vierspeichenlenkrädern wurde erweitert.

170 PS-Diesel mit Allrad und DSG
Die Motorenpalette umfasst vier Benzin- und drei Dieselaggregate. Alle Motoren wurden hinsichtlich des Verbrauchs und der Schadstoffemissionen überarbeitet. Dank Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung, die bei allen Dieseln und dem Basis-Benzinmotor 1.4 TSI serienmäßig sind, sollen sich Durst und Schadstoffausstoß um bis zu ein Fünftel reduzieren. So nimmt sich der 2.0 TDI mit 170 PS, manuellem Sechsgang-Getriebe und Vorderradantrieb laut Hersteller nun 4,6 statt 5,7 Liter auf 100 Kilometer. Dieser Motor kann jetzt erstmals auch mit Allradantrieb und DSG kombiniert werden. Als sparsamsten Selbstzünder nennt Skoda den 1.6 TDI mit 105 PS in der Greenline-Version. Die Limousine soll 4,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Zweiliter-Diesel etwas laut
Der Zweiliter-Dieselmotor ist im Leerlauf etwas laut und dürfte auch bei höheren Drehzahlen gern leiser sein. Von Start weg bietet die 140-PS-Maschine einen guten Vortrieb und erweist sich als für den Alltag geeignete Motorisierung. Wir haben sowohl die Kombination mit einem knackigen Schaltgetriebe, als auch mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ausprobiert. Unsere Empfehlung ist dabei das DSG, auch wenn es 2.200 Euro Aufpreis kostet: Es schaltet sanft die Gänge, beim Kickdown ist die Kraft schnell zu Stelle und man kann ohne viel Schaltarbeit reisen. Fürs entspannte Vorankommen ist das Fahrwerk überwiegend komfortabel ausgelegt. Bodenwellen werden gut weggefedert, Querrillen sind allerdings doch recht deutlich spürbar. Hier sind wir schon gespannt, welchen Fahrkomfort die Neuauflage in zwei Jahren bieten wird.

Ab 23.990 Euro
Die neue Superb Limousine ist ab 23.990 Euro als 1.4 TSI in der Ausstattung Active bestellbar, dessen Kombi-Variante kostet 1.000 Euro mehr. Im Vergleich zu den vorherigen Basismodellen stieg der Preis um 360 Euro.

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